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Wismar Skater in Wismar: Mit der Maurerkelle auf die Rampe
Mecklenburg Wismar Skater in Wismar: Mit der Maurerkelle auf die Rampe
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06:01 11.06.2018
Wismars Skater legen selbst Hand an. Auf dem Gelände des Kinder- und Jugendfreizeitzentrums bauen sie ihren eigenen Parcours. Anfang September soll dort ein Contest mit Skatern aus ganz Norddeutschland stattfinden. Quelle: Nicole Buchmann
Wismar

Der Betonmischer dreht unter der Junisonne. Junge Männer hängen mit freiem Oberkörper über der abschüssigen Böschung, verteilen die Masse mit Maurerkellen auf einer der künftigen Rampen. „Soll ich noch mal das Holzding ranhalten? Dann kann die Schnur weg.“ Florian Porath schiebt die Holzleiste an den Abschluss der Rampe, drückt den Beton fest. „Das ist mein Herzensprojekt. Ich habe meine ganze Jugend hier verbracht“, erzählt der 29-Jährige, der längst in Berlin wohnt. So mancher Vater hatte dort schon seine Freizeit mit dem Anmischen von Beton und dem Zusammenschweißen von Geländern verbracht.

Skater aus Wismar gründen eigenen Verein und wollen im September ihren ersten Wettkampf in der Hansestadt ausrichten – auf dem selbstgebauten Parcours auf dem Gelände des Kinder- und Jugendfreizeitzentrums.

Seit 13 Jahren rollt „Flo“, wie ihn alle nennen, auf dem Board durchs Leben. Seinem Engagement ist es zu verdanken, dass der Skater-Nachwuchs auf dem Gelände des Kinder- und Jugendfreizeitzentrums (KJFZ) am eigenen Parcours bauen kann. So sind in den vergangenen drei Jahren die ersten Rampen entstanden. Nun wird der Parcours erweitert. „Muss das noch aushärten? – Ja.– Klingt nach einer Eispause.“

Sich eine eigene Rampe zu bauen, ein Skatertraum

Es ist das erste Mal, dass ein Betonmischer auf der Baustelle seine Runden dreht. „Davor haben wir mit der Hand gerührt. Frag' nicht nach den Handgelenken“, sagt Flo und grient. Er hat mit Malte und Yannick Schatten gesucht unter einem der Bäume. „Wir nehmen Beton, weil das länger hält. Die Rampen aus Holz waren nach einem Winter hinüber.“ Und warum bauen sie überhaupt einen Parcours? Die Motivation sei leicht zu erklären, sagt Yannick. „Die Anlage am Kagenmarkt ist nichts für Skater.“ Eigentlich eigne sie sich weder für Skater noch für BMX-Biker. „Eine Fehlkonstruktion.“Beim KJFZ seien sie mit ihrem Anliegen auf Entgegenkommen gestoßen. Erst recht, als sie sich ganz offiziell in einem Verein zusammenschließen, dem “East Sea Skateboarding e.V.“. „Was eine Bürokratie!“, erinnert sich Yannick. Aber Skaten sei seine große Liebe, sagt der 17-Jährige. Und sich eigene Rampen zu bauen, ein Skatertraum. „Wenn man's nicht bis zum Profi schafft“, kontert Malte.

Der 16-Jährige steht seit gut einem Jahr auf dem Board. Fühlt sich in der Skatertruppe wohl. „Auch wenn man erst mal in eine Schublade gesteckt wird.“ Yannick nickt. „Dabei haben wir in unserer Satzung festgelegt, dass es weder Drogen gibt noch Alkohol.“

Skater aus Berlin helfen beim Bau der Rampe in Wismar

„Hey Digger, was geht?!“ Nils Schönfeld schlendert über den Hof. Er ist der Vorsitzende des Skater-Vereins. Fäuste schlagen leise aneinander. Dann blickt Nils hinüber zur halb fertigen Rampe. „Ich hatte so etwas nicht – dort, wo ich herkomme.“ Die Skater in Hagenow hätten versucht, dort etwas aufzubauen, aber keine Unterstützung erhalten.

Die kommt für die Wismarer sogar aus Berlin. Skater-Freunde von Flo haben sich mit dem Rad auf den Weg gemacht, um beim Bau des Parcours mitzuhelfen. „Wir Skater sind ein kleines Völkchen. Und dass der Jugendclub uns hier freie Hand lässt, ist nicht selbstverständlich“, sagt Martin Melior. Und für die nächsten Rampen wollen die „East Sea Skateboarder“ aus Wismar auch die Bürgerschaft um Unterstützung bitten mit einem Projektantrag auf Kulturförderung.

Erster Wettbewerb mit Skatern aus ganz Norddeutschland im September

Erst einmal aber müssen die angelegten Rampen fertig werden. Denn vor den Jungs liegt ein termingeladener Sommer. Contests (Wettkämpfe) in Berlin, Hamburg, Rostock, Schwerin, auf Rügen und im polnischen Poznan stehen auf der Liste. Überall dort wollen die Wismarer werben – für den von ihnen ausgerichteten Skater-Contest Anfang September auf dem selbst gebauten Parcours.

Nicole Buchmann

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