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So lebt es sich als junger Mann in Oregon

Dorf Mecklenburg So lebt es sich als junger Mann in Oregon

Arne Schiemann (18) hat ein Schuljahr in den USA absolviert / Sein Stipendium wurde vom Bundestag bezahlt

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Ein Muss für jeden Schüler in den USA: Die Prom Night, der Abschlussball. Arne Schiemann (l.) hat dieses Event ebenfalls gefeiert. Fotos (2): privat

Dorf Mecklenburg. Ein Jahr raus in die Fremde! Das hat sich Arne Schiemann aus Rambow bei Dorf Mecklenburg getraut. Der 18-Jährige hat das vergangene Schuljahr in den USA verbracht, genauer gesagt in Vernonia, Oregon. „Ich habe mich schon länger für ein Auslandsjahr interessiert“, erzählt der Schüler am Gymnasium in Dorf Mecklenburg. Das Problem war jedoch das Geld.

Viele Amerikaner denken, dass Deutschland nur aus Bayern besteht.“Arne Schiemann (18)

„So etwas ist leider sehr teuer.“ Durch Zufall ist Arne dann aber vor zwei Jahren beim Recherchieren im Internet auf das Parlamentarische Patenschafts-Programm, kurz PPP, gestoßen. Ein Stipendium des Deutschen Bundestags, was alle Kosten der Schüler und Auszubildenden übernimmt – abgesehen vom Taschengeld vor Ort. „Dafür habe ich mich dann einfach beworben“, sagt Arne mit einem Schulterzucken.

Mit Erfolg.

Doch ganz so einfach läuft die Vergabe der Stipendien nicht. „Erst musste ich einen Fragebogen ausfüllen und angeben, wie ich mich außerschulisch engagiere“, erklärt er. „Dann wurde ich zum Bewerbungsgespräch eingeladen. Bei diesem musste ich einen Sprachtest absolvieren und einen Vortrag halten.“ Arne hat über das Freihandelsabkommen TTIP gesprochen. Und dann landete seine Bewerbung mit drei weiteren beim Bundestagsabgeordneten Frank Junge (SPD) auf dem Schreibtisch in Berlin.

„Wir Mitglieder des Bundestags können uns freiwillig als Paten für dieses Programm melden“, erklärt Junge. Der Pate ist dann für die Teilnehmer aus seinem Wahlkreis zuständig. „Arne war sozusagen meine Premiere.“ Zwei weitere Stipendiaten – ein Schüler aus Plau am See und ein Auszubildender aus Wismar – fliegen in diesem Monat über den Großen Teich. „Für das Jahr 2017/18 können sich Interessierte noch bis zum 16. September bewerben“, so der Tipp des Politikers. „Ich denke, dass das ein super Angebot ist. Die Teilnehmer werden Erfahrungen sammeln, die das Leben prägen!“

Für Arne einer der größten Momente in seinen zehn Monaten in Oregon: „Als wir mit unserem Basketballteam die Championship gewonnen habe“, erzählt er. Seine Zeit in den USA hat sich der Sportler, der auch in Deutschland Basketball spielt, generell sehr aktiv gestaltet. „Ich habe noch Cross-Country-Läufe gemacht und Leichtathletik“, erzählt er. „Das hat mit sehr gut gefallen, dass an der Schule so viele Sportprogramme angeboten wurden. Dadurch gab es bei den Spielen zum Beispiel immer sehr viele Zuschauer.“ Einige taktische Tricks aus den USA hat er für seine heimischen Basketballkollegen nun in petto.

In der Kleinstadt Vernonia wohnte Arne bei einer Gastfamilie. „Sprachlich hatte ich eigentlich keine Probleme. Nur meinen Gastgroßvater habe ich anfangs kaum verstanden, da er mit einem sehr starken Südstaaten-Akzent spricht.“ Viel los war in seinem Ort nicht. „Als Jugendlicher ist es ziemlich schwer, dort rauszukommen“, erklärt Arne. „Man muss sich eigentlich immer fahren lassen. Einen öffentlichen Nahverkehr gibt so gut wie gar nicht.“ Auch das nächste Krankenhaus ist eine Stunde von Vernonia entfernt. „Das ist bei uns in Deutschland deutlich besser organisiert.“

Zwei Aufgaben hatte Arne im Rahmen des PPP gestellt bekommen, die er in den USA erledigen sollte. „Zum einen hatte ich 50 Sozialstunden zu absolvieren“, erzählt er. „Den Großteil davon habe ich als Betreuer in einer sogenannten Outdoor-School abgelegt.“ Des Weiteren musste er zwei Vorträge über Deutschland halten. „Das habe ich an meiner Schule gemacht. Viele Amerikaner denken tatsächlich, dass Deutschland nur aus Bayern besteht.“ Mit diesem Vorurteil hat der Mecklenburger nun aufgeräumt. Im Gegenzug durfte er in den „American Way of Life“ in Oregon eintauchen:

Weihnachten, Thanksgiving, Prom Night – das volle amerikanische Programm. „Meine Gastgroßmutter hat außerdem mit mir und zwei befreundeten Austauschschülern eine Tour in den Süden gemacht.“ 3500 Kilometer Roadtrip nach Las Vegas, San Francisco und zum Grand Canyon. „Das war sehr beeindruckend!“

Arne ist sich sicher: „Ich würde dieses Austauschjahr auf jeden Fall wieder machen!“ Zwar hatte er anfangs leichtes Heimweh, doch das hat sich schnell wieder gelegt. Auch dass er in Deutschland nun quasi ein Schuljahr verpasst hat, stört ihn nicht. „Ich kann diese Erfahrung und Chance nur jedem empfehlen!“

Parlamentarisches Patenschafts-Programm (PPP)

1983 vereinbarten der Kongress der Vereinigten Staaten von Amerika und der Deutsche Bundestag einen beidseitigen Jugendaustausch, das Parlamentarische Patenschafts-Programm (PPP). Anlass hierzu war der 300. Jahrestag der ersten deutschen Einwanderung nach Amerika.

Das Stipendium umfasst die Reise- und Programmkosten sowie die notwendigen Versicherungskosten. Die Stipendiaten werden von einer Austauschorganisation betreut.

Bundestagsabgeordnete betreuen die ausgewählten Teilnehmer in der Zeit des Stipendiums als Paten und sind persönliche Ansprechpartner. Die Stipendiaten sind in dieser Zeit Junior-Botschafter und vermitteln an ihren Schulen, an ihren Praktikumsplätzen, in ihren Gastfamilien und in ihrer Freizeit ihre Erfahrungen vom kulturellen, gesellschaftlichen und politischen Leben in Deutschland.

Schirmherr für das PPP ist Bundestagspräsident Norbert Lammert.

Die Bewerbungsfrist für das PPP 2017/18 endet am 16. September. Interessierte können sich online bewerben.

• Weitere Informationen unter www.bundestag.de/ppp

Vanessa Kopp

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