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„Berauschend, vor den Fans zu spielen“

Wismar „Berauschend, vor den Fans zu spielen“

Mareen Tegler bestreitet am Sonnabend ihr letztes Spiel für die Frauen der TSG Wismar

Wismar. Das letzte Saisonspiel der TSG-Handballerinnen am Sonnabend um 17 Uhr gegen Buxtehude II in der großen Sporthalle ist zugleich das letzte Spiel für Mareen Tegler.

 

OZ-Bild

Linksaußen Mareen Tegler in Aktion. Das Punktspiel am Sonnabend ist ihr Abschiedsspiel.

Quelle: Foto: M. Nowack

Vor dem Spiel sprach die OZ mit der Wismarerin, die seit vielen Jahren das Gesicht der Mannschaft auf Linksaußen prägt.

Sie sind 27, vom Alter her könnten Sie noch locker ein paar Jahre spielen. Was hat den Ausschlag für den Abschied gegeben?

Mareen Tegler: Ich habe mich bereits in der letzten Saison aufgrund meiner Schulterverletzung gequält. Nachdem ich im April 2016 operiert worden bin, musste ich leider feststellen, dass ich noch immer in meinem Wurfverhalten stark eingeschränkt bin. Da ich dadurch nicht mein komplettes Leistungsvermögen abrufen kann, habe ich mich, auch auf Empfehlung meiner medizinischen Betreuung, dazu entschieden, meine Handballschuhe an den Nagel zu hängen.

Was ist Ihnen in den letzten Tagen durch den Kopf gegangen?

Ich spiele seit 21 Jahren Handball in Wismar und seit 2006 Handball in der 1. Frauenmannschaft. Seit geraumer Zeit geht uns allen tatsächlich nur durch den Kopf, den Klassenerhalt zu schaffen.

Ich persönlich möchte auch nicht das Gefühl haben, das Team im Stich zu lassen und meine Karriere zu beenden, wenn die Mannschaft absteigt. Daher ist der Fokus einzig und allein auf den Klassenerhalt gerichtet. Für alles andere ist kein Platz.

Schaffen Sie mit einem Sieg am letzten Spieltag den Klassenerhalt?

Ich gehe fest davon aus, dass wir den Klassenerhalt schaffen! Jeder weiß, worauf es ankommt und wie wichtig der Handball für die Hansestadt ist. Es gibt keine Alternative für mich und auch für den Rest des Teams. Das haben wir am vergangenen Wochenende beim 26:20-Auswärtssieg gezeigt, den uns kaum jemand zugetraut hat. Diese Leistung wollen wir auch am Sonnabend abrufen.

Was waren Ihre schönsten Momente im Sportlerleben?

Dazu gehören definitiv das Final Four um die deutsche Meisterschaft in der A-Jugend in Ketsch im Jahr 2008 und die Heimspiele in der Jugend, wo wir schon damals eine Menge Fans hinter uns hatten. Das war in der Jugend ein wirklich tolles Gefühl. Ebenso waren die Play Offs 2007 um den Aufstieg in die 1. Liga eine wahnsinnig tolle Erfahrung! Besonders in Erinnerung ist mir auch das Abschiedsspiel von Franca Kühne (jetzt Hildebrandt/d. Red.) geblieben, wo wir Halle aus unserer Halle gefegt haben. Noch nicht so lange her ist die Saison 2014/15. Die Spiele gegen Bremen und Oldenburg vor heimischer Kulisse mit mehr als 1000 Zuschauern – wenn ich daran denke, bekomme ich direkt wieder Gänsehaut! Ich fand es generell immer ein berauschendes Gefühl, vor unseren Fans in unserem „Wohnzimmer“ zu spielen und bin stolz darauf, dass unsere Fans auch in schweren Zeiten immer hinter uns gestanden haben und es auch derzeit tun.

Welche Tiefschläge gab es?

Selbstverständlich gab es auch Tiefschläge. Ich denke, das gehört zu jedem Sportlerleben dazu. Bitter war damals natürlich der Abstieg in die 3. Bundesliga. Auch danach der Abstieg aus der eingleisigen 2. Liga war schwer, was jedoch meines Erachtens dem Zusammenlegen der Nord- und Südstaffeln geschuldet war. Diese Entscheidung kann ich noch immer nicht nachvollziehen. Ich bin nach wie vor der Meinung, dass dies einen herben Einschnitt hinterlassen hat.

Mit welchen Trainern haben Sie besonders gerne zusammengearbeitet?

Jeder hat mir neue Technik und Taktik beigebracht. Ich habe wirklich mit jedem gern zusammengearbeitet. Meine Grundkenntnisse habe ich unter Detlef Thormann erlernt, dafür bin ich ihm dankbar.

Lutz Gau war überzeugt, dass er aus mir was macht, er hat mich zu den Frauen geholt. Außerdem hat mich auch Mascha (Maryna Bratenkova/d. Red.) sehr geprägt. Mit ihrer positiven Einstellung und ihrem weißrussischen Ehrgeiz hat sie mich bei den Frauen entweder als Mitspielerin oder als Trainerin begleitet. Auch Tilo Labs, Diana Sperling, Ronald Frank und Jörn Harder schätze ich sehr.

Du bist in der Stadtverwaltung tätig. Willst Du sportlich am Ball bleiben?

Ohne Sport wird es bei mir sicher nicht gehen. Ich werde schauen, wie ich mit so viel ungewohnter Freizeit klarkomme. Einen Wiedereinstieg als Trainerin nach einer angemessenen Pause schließe ich jedoch keinesfalls aus und finde diese Vorstellung reizvoll.

Interview: Heiko Hoffmann

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