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FC Anker: Oberligateam vor Umbruch

Wismar FC Anker: Oberligateam vor Umbruch

Trainer Christiano Dinalo Adigo äußert sich im OZ-Interview über Abgänge, Neuzugänge und Ziele

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Anker-Trainer Christiano Dinalo Adigo, hier im Wismarer Kurt-Bürger-Stadion, freut sich auf neue Herausforderungen.

Quelle: Sven Asmus

Wismar. Der FC Anker Wismar hat als Aufsteiger in die NOFV-Oberliga Nord die bisher beste Saison in der fast 20-jährigen Vereinsgeschichte gespielt. Das Team von Trainer Christiano Dinalo Adigo hat in dem 16er-Feld den siebenten Platz belegt und zu keinem Zeitpunkt etwas mit dem Abstieg zu tun gehabt. Im Gegenteil, nach den ersten vier Spieltagen führten die Wismarer nach vier Siegen am Stück die Tabelle an. Die OSTSEE-ZEITUNG sprach mit dem „Vater“ des Erfolgs, Trainer Christiano Dinalo Adigo, über Vergangenes, aber auch über die Aufgaben, die jetzt vor dem FC Anker Wismar stehen. Er hatte das Team nach dem Abstieg 2013 zwei Jahre später wieder in die Oberliga Nord geführt.

OSTSEE-ZEITUNG: Das Team hat in der Saison 2015/2016 den siebenten Platz belegt. Wie zufrieden sind Sie mit dieser Platzierung?

Christiano Dinalo Adigo: Nicht nur ich bin zufrieden, sondern der gesamte Verein, die Fans und natürlich unsere Sponsoren. Wir sind stolz, was wir gemeinsam geschaffen haben. Darauf wollen wir aufbauen. Also, ich bin mit der Saison sehr zufrieden, was meine Mannschaft abgeliefert hat.

OZ: Nach vier Spieltagen stand das Team sogar an der Spitze, dann gab es aber auch eine „Durststrecke“. Woran lag das?

Adigo: Diese „Durststrecke“ kam für mich nicht überraschend. Das war die logische Konsequenz von einer sehr kurzen Vorbereitung auf die Saison mit nur 14 Spielern. Die Neuzugänge kamen erst eine Woche vor dem Oberligastart.

OZ: Warum hat sich der Verein mit der Verpflichtung von neuen Spielern so viel Zeit gelassen?

Adigo: Wir haben uns nicht so viel Zeit gelassen, sondern der Standort Wismar ist ungünstig, um Spieler an die Ostsee zu locken. Die Spieler, die aus dem Westen kommen, gehen lieber zum FC Schönberg. Und die aus dem Berliner Raum kommen, bleiben lieber in Berlin in ihrem Freundeskreis. Dort haben sie eine viel größere Auswahl von Vereinen. Praktisch gehen sie von einer Straßenseite auf die andere, um einen neuen Verein zu finden.

OZ: Schönberg? Das ist doch nur eine Kleinstadt, Wismar eine bedeutende Industrie-, Hanse- und Welterbestadt mit einer historischen Altstadt. Was macht Schönberg für Spieler so anziehend?

Adigo: Der FC Schönberg hat sich über mehrere Jahre einen Namen in der Fußballwelt gemacht. Ich erinnere an die Pokalsiege und die DFB-Pokalspiele gegen Spitzenmannschaften aus der Bundesliga, unter anderem gegen den FC Bayern München. Damals waren dort 15000 Zuschauer. Das hat Wirkung bis heute hinterlassen. Außerdem liegt Schönberg direkt an der Grenze zu Schleswig-Holstein. Spieler von dort können fast mit dem Fahrrad zum Training fahren.

OZ: Kann es sein, dass Spieler in Schönberg wegen des Geldes, das dort gezahlt wird, hingehen?

Adigo: Das weiß ich nicht. Ich kenne den finanziellen Spielraum des Vereins nicht. Deshalb steht mir ein Urteil oder eine Kommentierung nicht zu. Und jammern war noch nie meine Lebenseinstellung. Ich weiß, dass der FC Anker einen sehr guten Kurs fährt. Spieler, die zu uns kommen, erhalten gleichzeitig eine berufliche Ausbildung oder Zukunft. Unser Kapitän Fabian Bröcker ist dafür das beste Beispiel. Er hat sich hier in Wismar mit seiner Familie niedergelassen, studierte an der Hochschule Wismar und ist heute in einem Unternehmen des Präsidenten Stefan Säuberlich zur Führungskraft aufgestiegen.

OZ: Der Kapitän Fabian Bröcker ist von Bord gegangen und hat seine leistungssportliche Laufbahn beendet. Fünf Spieler haben den Verein verlassen. Und Torjäger Clemens Lange hat eine Auszeit genommen. Wann und ob er überhaupt zurückkommt, steht in den Sternen. Wie wollen Sie in der neuen Saison in der Oberliga bestehen?

Adigo: In dem wir unserer Linie treu bleiben, nämlich Spieler holen, die vom Charakter her zum FC Anker Wismar und zu unserem Gefüge passen. Das wird zwar nicht einfach, aber einfach kann jeder. Es ist eine große Herausforderung. Das ist, was mich antreibt.

OZ: Haben Sie denn schon neue Spieler verpflichten können?

Adigo: Wir vertrauen unseren Jungs, die wir haben, arbeiten aber intensiv an Neuzugängen, ohne in Aktionismus zu verfallen. Bald werden wir Vollzug melden.

OZ: Wird die nächste Oberligasaison eine Zittersaison und spielt der FC Anker Wismar gegen den Abstieg?

Adigo: Das Wort Abstieg gehörte nie zu unserem Wortschatz, wird auch nicht in der neuen Saison dazugehören. Wir streben nach wie vor einen einstelligen Tabellenplatz an und wollen unseren Fans einen attraktiven Fußball anbieten.

OZ: Bieten sich aus der zweiten Mannschaft oder dem Nachwuchs Spieler für das Oberligateam an?

Adigo: Prinzipiell steht die Tür für Nachwuchsspieler weit offen. In der Regel ist aber der Sprung in die Oberliga sehr groß. Wir haben schon in der vergangenen Saison im Kader einige Nachwuchsspieler gehabt und erwarten, dass diese Jungs in dieser Saison den Durchbruch schaffen. Wir haben im Verein einen tollen Nachwuchs. Schade, dass beispielsweise unsere Talente noch vom Alter her zu jung sind. Aber, in einigen Jahren werden sie uns mit Sicherheit viel Freude bereiten.

OZ: Die zweite Mannschaft hat aber gerade mal so die Klasse in der Landesliga Nord gehalten. Wer bietet sich denn aus diesem Team für die Oberliga an?

Adigo: Nachdem die zweite Mannschaft zweimal hintereinander Staffelsieger in der Landesliga West wurde und in der abgelaufenen Saison, aus welchen Gründen auch immer, in die Landesliga Nord versetzt wurde, mussten wir 14 Abgänge kompensieren und praktisch ein neues Team in einer stärkeren Staffel aufbauen. Somit ist der Klassenerhalt ein Riesenerfolg. Dafür danke ich der Mannschaft, Frank Hirsch und seinem Trainerteam. Damit wir in Zukunft Spieler für die Oberligamannschaft heranführen können, haben wir nun, ein neues Trainergespann verpflichtet. Eckhard Jesko, Michael Schröder und André Priebe verfügen über große Erfahrungen als Spieler und Trainer. Sie haben diese Aufgabe übernommen.

Peter Preuß

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