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Günter Hoffmann Doppelweltmeister

St. Johann/Wismar Günter Hoffmann Doppelweltmeister

Der 78-Jährige Radrennfahrer der TSG Wismar siegte in St. Johann (Österreich) im Einzelzeitfahren und auf der Straße

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Der Wismarer TSG-Radrennfahrer Günter Hoffmann (vorne) wurde Ende August in St. Johann (Österreich auf der Straße und im Einzelzeitfahren Doppelweltmeister bei den Senioren (75 bis 79 Jahre). Fotos (2): Archiv

St. Johann/Wismar. Großer Jubel bei der TSG Wismar: Günter Hoffmann, Radrennfahrer bei den Senioren (75 bis 79 Jahre) war in St. Johann (Österreich) bei der Weltmeisterschaft Ende August erfolgreich. Der 78-Jährige siegte im Einzelzeitfahren und auch auf der Straße.

 

OZ-Bild

Ich wollte schon immer beim Straßenrennen glänzen.“Weltmeister im Straßenrennen der Senioren (75 bis 79 Jahre)

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„Die Verteidigung des WM-Titels war ein erfolgreiches Unterfangen“, so Günter Hoffmann. Es ging hier um das Einzelzeitfahren, seiner Spezialdisziplin. Und schon einen Tag später folgte das Straßenrennen. „Ich wollte schon immer mal beim eigentlich prestigeträchtigeren Straßenrennen glänzen. Das habe ich in die Tat umgesetzt.“, berichtet der 78-Jährige. Er bekam dafür das Weltmeistertrikot, die Goldmedaille und hörte voller stolz die Nationalhymne, die ihm zu Ehren gespielt wurde.

Beim Einzelzeitfahren gingen 35 Fahrer aus aller Welt an den Start. Als Titelverteidiger war Günter Hoffmann der letzte Starter auf dem 20 Kilometer langen Zeitfahrkurs. Eine Strecke, die er schon etliche Jahre gefahren ist und gut kennt. „Kurz vor der Wende gibt es einen ziemlich steilen Berg, der zum Rhythmuswechsel zwingt, den man aber nicht verlieren darf. Dann folgt eine Abfahrt, die man mit über 70 Kilometern in der Stunde“, berichtet der neue Weltmeister. Gestartet wird in einem Abstand von 30 Sekunden. „Ich hatte unterwegs ein gutes Gefühl, denn den viertplatzierten Fahrer des Vorjahres hatte ich schon nach drei Kilometern, den Drittplatzierten nach vier Kilometern und den Vizeweltmeister nach fünf Kilometern eingeholt“, so Günter Hoffmann.

Im Ziel konnte er einen Vorsprung von 50 Sekunden behaupten. Bei der Zieldurchfahrt wurde schon die Bestzeit für ihn angezeigt, er hatte alle vor ihm Gestarteten geschlagen. Zweiter wurde Peter Dietze aus Chemnitz, den dritten Platz belegte der Österreicher Helmut Percht. Auch den älteren Herrschaften lässt man keine Ruhe, beziehungsweise Erholungspause nach einem derart anstrengenden Wettkampf. Schon am nächsten Tag fand das Straßenrennen statt. Günters Beine und Oberschenkel schmerzten ganz schön, doch er beherrscht das Stretching und Lockern durch Radfahren mit großem und kleinem Gang.

Das Rennen ging diesmal über 40 Kilometer. Nach zwei Kilometer kam ein mächtiger Berg mit 12 Prozent Steigung und 1,5 Kilometer Länge. Günter Hoffmann hielt sich locker an vierter und fünfter Position. Nach einer Schuss- und Dorfdurchfahrt folgte wieder ein Anstieg und der Wismarer Radrennfahrer testete das Feld mit einer kurzen, trockenen Attacke. Keiner übernahm die Führung, keiner folgte, ein Abstand von 150 bis 200 Metern war entstanden und Günter Hoffmann konnte bei kurvenreicher Strecke dem Feld allmählich entschwinden, weil er außer Sichtweite kam. An einem weiteren Berg teilte ihm ein Jurykrad einen Vorsprung von 30 Sekunden mit. Günter Hoffmann kam dann auf einen Teil der Zeitfahrstrecke, die er bestens kannte. Er spielte seine Zeitfahrqualitäten voll aus und der Vorsprung wuchs. Hoffmann war ganz entspannt und allein vorneweg, ohne auf die Gegner, Ausreißversuche oder andere Besonderheiten in einem Fahrerfeld achten zu müssen. Ein Franzose und ein Italiener, vom Typ her sogenannte „Bergziegen“, konnten ihm nicht mehr folgen. Der Abstand war zu groß. Ab dem siebten Kilometer fuhr er allein vor dem Fahrerfeld und wurde nicht mehr eingeholt. Mit deutlichem Vorsprung konnte Günter Hoffmann dieses Rennen überglücklich gewinnen. Zweiter wurde der Franzose Andre Melet, Dritter der Italiener Guido Leonardi.

Der Wismarer TSG-Radrennfahrer stand also ganz oben auf dem Podest und er verriet, dass es sich auch deshalb lohnt und den Ehrgeiz anstachelt, weil die Sportler auf dem Podest neben den Ehrungen auch einen Karton mit Wein bekommen, der von dem berühmten italienischen Zeitfahrer, Idol und heutigen Weingutbesitzer Francesco Moser, ein Unterstützer der Riesenveranstaltung in St. Johann, stammen.

Ein Doppelsieg gelingt nur ganz wenigen Fahrern. In seinem Besitz befinden sich nun zwei Weltmeistertitel, drei WM-Silbermedaillen und eine Bronzemedaille.

Bernd Klose

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