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Hanseatenring: Erinnerungen an Wismars Rennstrecke

Wismar Hanseatenring: Erinnerungen an Wismars Rennstrecke

Das Phantechnikum zeigt in der Sonderschau bis Ende Januar Dokumente aus der Rennsport-Zeit / Einer der bekannten Fahrer war Lokalmatador Alfons Schütt

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Zahlreiche Zuschauer strömten im Jahr 1955 zum Hanseatenring-Rennen nach Wismar. Auf dem Motorrad mit der 111: Der Wismarer Alfons Schütt. Bilder wie diese zeigt das Phantechnikum in der aktuellen Sonderausstellung.

Quelle: Fotos: Archiv (3), Privat (1), Vanessa Kopp (2)

Wismar. Knatternde Motorengeräusche begrüßen die Besucher in der aktuellen Sonderausstellung im Wismarer Phantechnikum. Bis zum 22. Januar dreht sich im neuen Ausstellungsbereich, der im Sommer eingeweiht wurde, alles um den Hanseatenring Wismar. Die Rennstrecke am Stadtrand war in den 1950er Jahren Anziehungspunkt für Rennsportbegeisterte aus aller Welt.

OZ-Bild

Das Phantechnikum zeigt in der Sonderschau bis Ende Januar Dokumente aus der Rennsport-Zeit / Einer der bekannten Fahrer war Lokalmatador Alfons Schütt

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Von 1955 bis 1959 veranstalteten die Sektion Motorrennsport der DDR und der Allgemeine Deutsche Motorsportverband jährlich Auto- und Motorradrennen mit internationaler Beteiligung.

Für Museumsdirektor Andrej Quade, nicht unbedingt Motorsportfan, verbirgt sich hinter der Gesichte des Hanseatenring viel mehr als nur Rennsport. „So mussten zum Beispiel die internationalen Fahrer für ihre Kameras und Ferngläser spezielle Lizenzen beantragen, um diese benutzen zu dürfen. In der DDR war das ja nicht so einfach“, hat er bei seiner Recherche erfahren. „Und da waren auch Fahrer aus Australien dabei, die das natürlich gar nicht verstanden haben.“

Ebenfalls spannend für Quade: Die Pläne für den Bau einer Steilkurve. Der Kostenvoranschlag lag bei 214000 Deutschen Mark, eine enorme Summe. „Das war auch einer der Gründe für das Ende des Hanseatenrings. Es war einfach zu teuer“, sagt der Museumsdirektor. Da Motorsport nicht olympisch war, wurde die Sparte in der DDR nur stiefmütterlich behandelt. Der tragische Unglücksfall während des Rennens 1959 mit drei Toten und neun Schwerverletzten besiegelte des Ende des Hanseatenrings.

Die Leihgaben für die Ausstellung kommen von Wismarern, Sammlern und Zeitzeugen. „Wir haben mehr als 300 Fotos bekommen, die doch alle das Gleiche zeigen: Fahrer, Publikum, Rennstrecke“, erzählt Quade. „Daraus galt es eine abwechslungsreiche Auswahl zu treffen.“ Doch nicht nur Fotos haben das Technische Landesmuseum erreicht, auch Fahrerausweise, Lizenzen, Eintrittskarten und komplette Motorräder.

Ein großer Leihgeber ist die Familie Schütt aus Wismar – Hinterbliebene des Lokalmatadors Alfons Schütt. Sein Sohn Henry Schütt verbindet mit dem Hanseatenring ganz besondere Erinnerungen. „Ich denke heute noch oft daran zurück“, erzählt er. „Das war für mich eine spannende Zeit.“ Bekannt wurde Alfons Schütt, geboren 1923, mit der Startnummer 111. „Nach dem Krieg begann mein Vater mit dem Motorcross“, erzählt Henry Schütt, der in Wismar als Immobilienmakler tätig ist. „Beim Teterower Bergring-Rennen ist er zum Beispiel angetreten.“ Dann kam er zum Straßenrennen. „Erst als sogenannter Ausweisfahrer, dann als Lizenzfahrer“, erklärt der Sohn. „1956 wurde er Werksfahrer bei Simson Suhl.“ Bis 1962 war Alfons Schütt aktiver Rennfahrer. „Der sogar schon einmal totgesagt war“, erzählt Henry Schütt. „Beim Stralsunder Bäderrennen ist er sehr schwer gestützt. Es gab sogar schon eine Todesanzeige. Aber Totgesagte leben ja bekanntlich länger.“ Alfons Schütt starb 2012 mit 89 Jahren.

Und durch sein Wirken als Rennfahrer lebt Alfons Schütt auch nach seinem Tot noch weiter – in Ausstellungen wie der aktuellen im Phantechnikum.

Vanessa Kopp

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