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„Ich hatte Angst, nie wieder zu spielen“

Wismar „Ich hatte Angst, nie wieder zu spielen“

Henrike Bibow, Handballerin bei der TSG Wismar, spricht im OZ-Interview über ihre schwere Verletzung und ihre Zukunftspläne.

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Henrike Bibow will am 1. April mit der TSG das Heimspiel gegen Oldenburg gewinnen.

Quelle: Martin Nowack

Wismar. 26. November 2016: Henrike Bibow zieht sich beim Auswärtsspiel zwischen den Handballerinnen der TSG Wismar gegen den VfL Oldenburg II eine schwere Ellenbogenverletzung zu. Nach 111 Tagen kehrte die 18-Jährige auf das Parkett zurück. Klug Regie geführt, drei Tore erzielt, Comeback gelungen beim so wichtigen 30:26-Erfolg am 18. März gegen Travemünde. Am 1. April heißt der Gegner beim nächsten Abstiegsgipfel Oldenburg. Die OSTSEE-ZEITUNG sprach vorab mit Henrike Bibow.

OZ: Wie war es für Dich, nach der langen Verletzungspause wieder das erste Spiel zu bestreiten?Henrike Bibow: Ein schöneres Comeback hätte ich mir nicht vorstellen können. Die Atmosphäre war unglaublich. Nach dem Spiel war ich einfach nur überglücklich. Die Angst, nie wieder spielen zu können, war immer das Schlimmste. Der Moment, in dem man seine Mannschaft endlich wieder aktiv unterstützen kann, ist wunderschön.

OZ: Was ist Dir vor dem Spiel gegen Travemünde durch den Kopf gegangen?Bibow: Der Druck und die damit verbundene Aufregung waren extrem. Allen war bewusst, wie wichtig ein Sieg ist. Bei mir kam dann auch noch die Angst hinzu, dass ich mich wieder verletzen könnte. Umso mehr freut es mich, dass an dem Tag alles so perfekt gelaufen ist und mir vom Trainerteam so viel Vertrauen entgegengebracht wurde.

OZ: Woran genau hast Du laboriert? Bibow:Eine Woche nachdem ich mir den Ellenbogen ausgekugelt hatte, stand fest, dass neben der Kapsel, den Muskeln und Sehnen auch beide Bänder gerissen waren. Der Knochenbruch war dabei mein geringstes Problem. Dann stellte sich die Frage, ob ich mich operieren lasse oder nicht. Ein Risiko ist bei so einer OP immer, dass der Arm versteift. Daher wurde die Entscheidung erst einmal verschoben, damit ich die Chance hatte, es auch ohne einen Eingriff zu schaffen. Ich habe zuerst sehr viel an der Beweglichkeit arbeiten müssen, um den Arm wieder vollständig beugen und strecken zu können. Dann habe ich wieder mit dem Muskelaufbau angefangen. Anfang Februar war ich erneut bei dem Ellenbogen-Spezialisten in Hamburg. Weil ich den Arm im Alltag schon wieder einsetzen konnte, wurde sich vorerst gegen einen Eingriff entschieden.

OZ: Du musst aber mit einer Bandage spielen?Bibow: Mein Arm ist weiterhin instabil. Zwar stützen die Muskeln den Ellenbogen, aber die Bänder können nicht ersetzt werden. Daher kann ich nicht ohne Bandage spielen. Vor zwei Wochen habe ich dann wieder mit Körperkontakt im Training begonnen. Und direkt am Wochenende war ja dann auch schon mein erstes Spiel. Ein großer Dank geht dabei an meine Mannschaft, das Trainerteam und meinen Physiotherapeuten Steffen Wolf, ohne die ich auf keinen Fall wieder so schnell fit geworden wäre, und an alle, die mich unterstützt haben.

OZ: Schafft die TSG den Klassenerhalt?Bibow: Ja, ich glaube fest daran. Das Spiel, auf das es jetzt ankommt, ist das gegen Oldenburg. Das Hinspiel haben wir mit zwei Toren verloren. Das ist im Handball nichts. Die Stimmung in der Mannschaft ist toll und diesmal sind wir in der eigenen Halle und werden durch die vielen Fans noch mehr gepusht. Wir werden wieder durch den Kampf ins Spiel finden. Ein Sieg ist auf jeden Fall drin.

OZ: 12. Klasse am Gerhart-Hauptmann-Gymnasium und Leistungssport: Wie schaffst Du den Spagat?Bibow: Das ist oft wirklich schwierig. Ich muss abends nach dem Training noch lernen oder Hausaufgaben machen. Wenn man auf ein „normales“ Gymnasium geht, ist es wirklich nicht leicht. An einer Sportschule würde man sicherlich mehr Rücksicht nehmen. Im großen und ganzen habe ich es bis jetzt aber auch so ganz gut hin bekommen.

OZ: Weißt Du schon, wie es nach dem Abi weitergeht?Bibow: Momentan sieht es so aus, als würde es mich nach Hamburg verschlagen. Dort werde ich vermutlich Wirtschaftsmathematik studieren. Solange ich es schaffe und mit dem Studium vereinen kann, werde ich weiter für die TSG spielen.

OZ: Wenn Du nicht gerade Handball spielst, ist noch Zeit für andere Hobbys? Bibow: Bei viermal die Woche Training und Schulstress in der Abiturphase bleibt für ein anderes Hobby keine Zeit mehr. Aber das stört mich auch nicht. Handball zu spielen reicht mir vollkommen aus. Wenn dennoch Zeit übrig bleibt, treffe ich mich gerne mit Freunden und wir kochen oder feiern zusammen.

OZ: Was wünscht Du Dir für das Spiel gegen Oldenburg am 1. April?Bibow: Natürlich zwei Pluspunkte für uns. Und ich möchte die Zuschauer um Fairness gegenüber Oldenburg bitten. Meine Verletzung aus dem Hinspiel war sicherlich auch für sie nicht leicht zu verdauen und es ist einfach eine unglückliche Situation gewesen, für die niemand die Schuld trägt.<QA0>

Heiko Hoffmann

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