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Krisenstimmung bei den TSG-Frauen

Wismar Krisenstimmung bei den TSG-Frauen

Abstiegsplatz und desaströse Leistung lassen die Hoffnung schwinden

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Letztes Jahr war schon ein Seuchen- jahr. Jetzt wird es eng wie noch nie.“Klaus-Dieter Soldat Geschäftsführer TSG Wismar

Wismar. Sechs Spieltage vor dem Ende der Saison in der 3. Handball- Liga der Frauen schrillen bei der TSG Wismar die Alarmglocken lauter denn je. Nach der Niederlage am Sonnabend in Harrislee (OZ berichtete) ist die TSG auf Platz zehn abgerutscht. Nur Travemünde und Heidmark (steht als Absteiger fest) sind noch schlechter. Drei Mannschaften steigen am Ende ab.

In sechs Spielen kann zwar noch viel passieren. Doch gerade das Zustandekommen der 29:13-Niederlage in Harrislee lässt wenig Hoffnung aufkommen. Nach dem zwischenzeitlichen 8:7 nach 17 Minuten gelangen ist den restlichen 43 Minuten nur noch sechs Tore. So präsentiert sich ein Absteiger.

Entsprechend bedient und sprachlos war nach der Partie Trainer Jörn Harder. „Ich muss das erst einmal verarbeiten und mich selbst hinterfragen“, so der Trainer, der zu Beginn der Saison Co-Trainer von Menc Exner war und seit dessen Entlassung nach der Hinrunde zusammen mit Maryna Bratenkova die Verantwortung trägt. Gestern reagierte Jörn Harder gefasst: „Wir geben nicht auf!“ Das Trainerteam sei überzeugt gewesen, die Mannschaft gut eingestellt und gut vorbereitet ins Spiel gegen Harrislee geschickt zu haben. „Und dann kommt so ein Ergebnis heraus. Das macht sprachlos.“ Schützend stellt sich Harder vor seine Mannschaft: „Auch wenn man das bei dem Ergebnis nicht glauben mag, aber der Wille war erkennbar.“ Der Trainer hat ein mentales Problem ausgemacht. „Nach Fehlern fallen die Spielerinnen in sich zusammen, statt die Fehler abzuhaken. Hier versuchen wir den Hebel umzulegen.“

Bis zum Heimspiel am 4. März gegen den Tabellenzweiten werden Einzel- und Gruppengespräche geführt. „Der Druck ist da, aber nicht erst seit der Niederlage gegen Harrislee. Wir müssen von Spiel zu Spiel gucken. Die Spielerinnen sind sich der Verantwortung für den Verein und für die Stadt bewusst“, sagt Harder, der um den schmalen Grat zwischen „Zuckerbrot und Peitsche“ weiß.

Positiv könnte sein, dass die TSG noch drei Spiele gegen unmittelbare Abstiegskonkurrenten absolviert: Oldenburg II, Minden und Travemünde. Doch selbst gegen Schlusslicht Heidmark hat sich die Mannschaft lange gequält, ehe der Sieg sicher war.

Deutliche Worte findet Klaus-Dieter Soldat. Der Manager der Mannschaft und Geschäftsführer des Vereins sagt: „Letztes Jahr war schon ein Seuchenjahr. Jetzt wird es eng wie noch nie.“ Er nennt öffentlich keine Namen, sieht aber Defizite bei Spielerinnen, „den letzten Willen abzurufen“. Das Vermögen für eine bessere Saison sei vorhanden gewesen. Statt dessen würden zu oft Ausreden vorgeschoben werden, einige Spielerinnen seien nicht mit Kopf und Herz voll bei der Sache. „Viel zu lange hat der Spaß an der Freude bei uns regiert, das fällt uns jetzt auf die Füße“, so Soldat, der seit 25 Jahren verantwortliche Positionen bei der TSG bekleidet. „Das ist auch für mich das schlimmste Jahr. Das sogenannte Aushängeschild des Vereins hat mächtige Kratzer abbekommen.“

Heute wird es Gespräche mit Mitgliedern des TSG-Präsidiums geben. Einmal mehr wird es darum gehen, wie das Ruder noch herumgerissen werden kann.

Das Thema Abstieg wird noch nicht thematisiert. Eigentlich will der Verein an der Zusammenstellung der Mannschaft für die neue Saison in der 3. Liga arbeiten. Nun aber droht der Absturz in die Viertklassigkeit. In der Ostsee-Spree-Liga führen aktuell Grün-Weiß Schwerin und der Rostocker HC die Tabelle an. Der Imageverlust für die TSG wäre enorm, die finanziellen Einschnitte (Sponsorengelder) sind noch nicht absehbar.

Tabelle und Restprogramm

3. Liga, Nord (Spiele, Punkte):

8. VfL Oldenburg II 16 11:21

9. HSV Minden 15 10:20

10. TSG Wismar 16 10:22 11. TSV Travemünde

16 7:25

12. HSG Heidmark 16 0:32

(3 Mannschaften steigen ab)

Restprogramm der TSG:

4. März: TSG – Henstedt-Ulzburg (2.)

11. März: HSV Minden (9.) – TSG

18. März: TSG – Travemünde (11.)

8. April: TSG – Oldenburg II (8.)

22. April: Owschlag (7.) – TSG

29. April: TSG – Buxtehuder SV II (4.)

Heiko Hoffmann

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