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Wie aus einer fixen Idee ein Halbmarathonläufer wird

Wie aus einer fixen Idee ein Halbmarathonläufer wird

Der Wismarer Andreas Knothe will im Oktober 21 Kilometer laufen — Sport treiben war ihm bisher ein Graus — Seit einer Wette hat sich sein Leben verändert

Wismar Stadionsprecher beim FC Anker Wismar, Fußball-Schiedsrichter, Sportberichte verfassen für die OZ — ein Leben ohne Sport ist für Andreas Knothe undenkbar. Das ist aber nur die halbe Wahrheit. Denn selber Sport treiben war ihm bis zum 14. November 2015 ein Graus. An dem Tag fand die Sportgala in der großen Sporthalle statt. Beim Small Talk zwischen Andreas Knothe, Andreas von Thien (Sportnachrichten-Chef bei RTL und n-tv) und OZ-Redakteur Heiko Hoffmann ging es um die sportliche Ambitionen. Wenige Minuten später wurde aus der fixen Idee von einem Halbmarathon eine Wette, in die der Bundestagsabgeordnete Frank Junge spontan eingestiegen ist.

 

OZ-Bild

Andreas Knothe am letzten Sonntag beim Strandlauf zwischen Wismar und Zierow. Erstmals lief er 12 Kilometer. Am 2. Oktober möchte er in Köln einen Halbmarathon laufen. Ein halbes Jahr Vorbereitungszeit ist noch. Wird er es schaffen? Die Wette läuft.

Quelle: Heiko Hoffmann
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Hut ab, dass Andreas schon so weit gekommen ist und 12 Kilometer geschafft hat. Wenn er das durchzieht, hat er am Ende für sich richtig was Gutes geschafft!“Frank Junge, Wettgegner und Bundestagsabgeordneter aus Wismar

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Natürlich schafft die Anker-Gazelle den Halbmara- thon! Toll wäre, wenn die Uhr im Ziel bei 2:29:59 Stun- den stehen bleibt. Dann muss Andy nicht auf den Home- trainer in der Sporthalle.“ Andreas von Thien, Wettgegner und Sportnachrichten-Chef bei RTL und n-tv (gebürtiger Wismarer, wohnt bei Köln)

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Ich drücke ihm die Dau- men, aber Andy muss viel trainieren und eisern seine Ernährung umstellen. Mein Tipp: Er läuft 2:31:00 Stunden und muss auf der Gala vor 500 Leuten auf den Hometrainer.“Heiko Hoffmann, Wettgegner und OZ-Redakteur in Wismar

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Andreas Knothe am letzten Sonntag beim Strandlauf zwischen Wismar und Zierow. Erstmals lief er 12 Kilometer. Am 2. Oktober möchte er in Köln einen Halbmarathon laufen. Ein halbes Jahr Vorbereitungszeit ist noch. Wird er es schaffen? Die Wette läuft.

Quelle: Heiko Hoffmann
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Ich drücke ihm die Dau- men, aber Andy muss viel trainieren und eisern seine Ernährung umstellen. Mein Tipp: Er läuft 2:31:00 Stunden und muss auf der Gala vor 500 Leuten auf den Hometrainer.“Heiko Hoffmann, Wettgegner und OZ-Redakteur in Wismar

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Hut ab, dass Andreas schon so weit gekommen ist und 12 Kilometer geschafft hat. Wenn er das durchzieht, hat er am Ende für sich richtig was Gutes geschafft!“Frank Junge, Wettgegner und Bundestagsabgeordneter aus Wismar

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Natürlich schafft die Anker-Gazelle den Halbmara- thon! Toll wäre, wenn die Uhr im Ziel bei 2:29:59 Stun- den stehen bleibt. Dann muss Andy nicht auf den Home- trainer in der Sporthalle.“ Andreas von Thien, Wettgegner und Sportnachrichten-Chef bei RTL und n-tv (gebürtiger Wismarer, wohnt bei Köln)

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Drei Hobbysportler, ein Nichtsportler — seit dem Abend hat sich bei Andreas Knothe (33) einiges verändert. Sein Ziel: Am 2. Oktober in Köln einen Halbmarathon laufen. Was sich seit der Gala im Leben von Andreas Knothe verändert hat, was andere über ihn sagen und was für eine Laufbewegung daraus geworden ist, darüber sprach mit ihm die OSTSEE-ZEITUNG.

Ehrlich: Hast Du die spontane Wette von der Sportgala je bereut?

Andreas Knothe: Eigentlich nicht. Ich wollte schon länger mal ordentlich Sport machen und da kamen mir unser Gespräch und die Wette genau recht.

Deine Freundin, Antonia Schauland, spielt Fußball bei den Ankerfrauen. Was sagt sie dazu?

Knothe: Als sie das damals hörte, sagte sie: „Du bist doch bekloppt!“ Allerdings war sie auch enttäuscht, dass ich erst durch so eine Wette damit anfange, weil Antonia mich schon lange vorher zum Sport animieren wollte.

Wie sah Dein sportliches Pensum vor der Gala aus?

Knothe: Extrem schlecht. Außer, dass ich mit Arbeitskollegen oder Bekannten ab und an Fußball gespielt habe, gab es nichts.

Und seit der Gala?

Knothe: Da hat sich einiges getan. Ich habe mich im Fitnessstudio angemeldet und gehe da regelmäßig trainieren. Häufig gehe ich auch mit Antonia oder alleine laufen. Am Wochenende treffe ich mich mit Leuten von unserer neuen Köln-Laufgruppe, wenn es die Zeit zulässt.

Am letzten Sonntag bist Du beim Strandlauf in Wismar erstmals 12 Kilometer gelaufen und als Letzter nach einer Stunde und 30 Minuten im Ziel angekommen. Ist der Ehrgeiz ungebrochen?

Knothe: Ich war sehr froh, dass ich die Strecke gut geschafft habe. Die Zeit war auch nicht so schlecht. Ein wenig Muskelkater war natürlich vorhanden, aber das geht vorbei.

Was war bis zum November 2015 dein bisher längster Lauf?

Knothe: Höchstens drei Kilometer zu Schulzeiten. Ich mochte das nie.

Ich verrate sicher kein Geheimnis, wenn ich sage, dass Du ein paar Kilos zu viel hast. . .

Knothe: Das ist leider so, aber ich bin auf einem guten Weg. Bei der Sportgala habe ich noch 140 Kilo gewogen. Das ist bei meinen 1,78 Meter natürlich zu viel. Jetzt wiege ich 125 Kilo. Bis zum Lauf im Oktober will ich knapp unter 100 Kilo schaffen.

Hast Du Deine Ernährung umgestellt?

Knothe: Das muss man zwangsläufig, wie ich von vielen Seiten gehört habe. Es gibt viel Salat und gesündere Kost. Zudem verzichten wir häufiger auf Kohlenhydrate. Antonia unterstützt mich dabei.

Vom Nichtsportler zum Läufer: Wie schwer fällt die Umstellung?

Knothe: Inzwischen habe ich mich daran gewöhnt und es macht mir sogar Spaß. Anfangs musste ich meinen inneren Schweinehund doll überwinden.

Wer sind Deine größten Skeptiker beim Projekt Halbmarathon?

Knothe: Es klingt sicher sehr lustig. Der größte Skeptiker ist mein eigener Vater. Als er im letzten November in der OZ über unsere verrückten Wette gelesen hat, hat er allen Geschwistern und Antonia eine Mail geschrieben, dass ich bisher nicht einmal 21 Kilometer zu Fuß in meinem Leben gegangen bin. Allerdings findet er das gut, was ich mache und drückt die Daumen.

Wer motiviert Dich?

Knothe: Auf jeden Fall meine Freundin. Aber auch Frank Junge und Du als Laufpartner. Aber auch ein Kumpel in Lübeck motiviert mich und läuft häufig mal mit mir in Lübeck, wo ich ja arbeite und wohne. Andreas von Thien schickt auch Motivationsnachrichten. Was ich am besten finde, ist, dass aus unserer Vier-Mann-SchnapsIdee so ein großer Hype geworden ist. Wir sind mittlerweile eine Gruppe von 28 Leuten, die mit nach Köln kommen. Einige laufen Marathon, einige Halbmarathon, einige die Marathonstaffel. Wir haben sogar schon einen Bus, der nach Köln fährt. Und sogar unser Busfahrer Holger Voss läuft in Köln! Für den war Sporttreiben bis vor wenigen Wochen auch ein Fremdwort.

Kommen manchmal Zweifel auf, dass Du den Halbmarathon schaffst?

Knothe: Ich packe das! Ein halbes Jahr Zeit für das Training ist ja noch. Zudem wiege ich bis dahin deutlich weniger.

Letzte Frage: Glaubst Du, dass das jetzige Training und die Ernährungsumstellung ein Strohfeuer ist oder der Einstieg in eine bewusstere Lebensweise?

Knothe: Ich glaube nicht, dass es nur ein Strohfeuer ist. Erstens habe ich viel Spaß am Sport und zweitens will ich sehen, wie sich meine drei Wettpartner vor 500 Leuten auf der Gala abstrampeln müssen, weil sie die Wette verlieren.

Die Wette

Die Wette lautet: Andreas Knothe läuft in diesem Jahr einen Halbmarathon (21,1 Kilometer). Als Datum wurde der 2. Oktober in Köln ausgeguckt.

Wenn er schneller als zwei Stunden ist, müssen Andreas von Thien, Frank Junge und Heiko Hoffmann 10 km auf dem Hometrainer absolvieren.

Wenn Andreas Knothe in einer Zeit bis zwei Stunden und 30 Minuten ins Ziel kommst, ist alles im neutralen Bereich.

Wenn er aufgibt oder länger als zwei Stunden und 30 Minuten benötigt, muss er auf der Sportgala in Wismar am 19. November 2016 zehn Kilometer auf dem Hometrainer zurücklegen.

Von Heiko Hoffmann

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