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Stabile Mitgliederzahlen bei den Anglern

Grevesmühlen/Wismar Stabile Mitgliederzahlen bei den Anglern

Der Kreisangelverband zieht eine positive Bilanz, was die Zahl der Mitglieder betrifft. Nur im Vorstand fehlt Personal.

Grevesmühlen. Die Zahlen können sich sehen lassen: 1381 Mitglieder hat der Kreisangelverband Nordwestmecklenburg aktuell. Dabei umfasst der Verband längst nicht das gesamte Kreisgebiet, sondern das Gebiet das Altkreises Grevesmühlen plus Teile von Rehna.

„Was die Mitgliederzahlen anbetrifft, läuft es wirklich gut“, betont Michael Engling, Vorsitzender des Kreisverbandes. „Sorgen bereitet uns nur die Besetzungen der Vorstandsposten.“ Denn Angler gibt es genügend, nur wollen die meisten von ihnen lieber in aller Ruhe ihrem Hobby nachgehen, als sich mit Behörden und Papierkram zu befassen. „Unsere Kassiererin ist über 70, nachvollziehbar, dass sie die Aufgabe nicht mehr machen möchte“, sagt Engling. Eine Lösung indes ist nicht in Sicht.

Gute Nachrichten gibt es aus dem Jugendbereich, 143 Mitglieder unter 18 Jahre zählt der Verband. Laut Engling hat es sich durchaus positiv bemerkbar gemacht, dass die Prüfung für den Fischereischein erst ab 14 Jahre notwendig ist. „So können die Kinder sich in aller Ruhe entscheiden, ob das Hobby etwas für sie ist oder nicht. Und ganz ehrlich, die Prüfung ist nicht so einfach. Die Entscheidung, das Alter auf 14 Jahre heraufzusetzen, war genau richtig.“

Die hohe Zahl der organisierten Angler in der Region sagt allerdings nicht sehr viel darüber aus, wie viele Petrijünger es wirklich gibt. Engling vermutet, dass vielleicht die Hälfte aller Angler in Vereinen und Verbänden organisiert ist. Die anderen nutzen den Touristenfischereischein oder konzentrieren sich ausschließlich aufs Fischen in der Nord- und Ostsee.

Der Kreisverband Nordwestmecklenburg ist lediglich für den Vielbecker See in Grevesmühlen verantwortlich. Zwar hat der Landesangelverband insgesamt 16 Gewässer mit 96 Hektar Fläche in der Region gepachtet. Doch für die Grevesmühlener Angler ist der Vielbecker See das interessanteste Gewässer.

2013 wurden für 1100 Euro Jungaale in den See eingesetzt. Da die Tiere sich ohne den Zugang zum Meer nicht vermehren können, ist Besatz das einzige Mittel. „Und das haben wir auch genutzt“, betont Engling. Aus diesem Grund wird auch nur eine begrenzte Zahl an Seekarten herausgegeben, um die sogenannten „Kochtopf-Angler“ in Grenzen zu halten. Gemeint sind jene Angler, die alles mitnehmen, was sie fangen. Dabei ist Nachhaltigkeit das einzige Mittel, um langfristig attraktive Bedingungen für die Angler zu schaffen. „Denn wir können nicht jedes Jahr für viel Geld Besatz beschaffen.“

Der wäre beispielsweise in der Stepenitz dringend notwendig. Während Umwelt- und Naturschützer mit großer Begeisterung die wachsenden Schilfgürtel und das glasklare Wasser betrachten, sehen die Angler die Entwicklung mit gemischten Gefühlen. „Der Fischbestand in der Stepenitz ist inzwischen völlig unattraktiv geworden“, sagt Engling. „Wir wissen nicht genau, woran das liegt. Aber es liegt uns schwer im Magen.“

Dass die Fischotter den Petrijüngern Konkurrenz machen, damit können Michael Engling und seine Kollegen leben. Doch auf Dauer ist die Stepenitz kein Angelgewässer mehr. Das Problem: Wenn sich die Angler nicht mehr um das Biotop kümmern, wer macht es dann?

 



Michael Prochnow

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