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Stadt erhält weitere Finanzspritze fürs Welterbe-Besucherzentrum

Wismar Stadt erhält weitere Finanzspritze fürs Welterbe-Besucherzentrum

Europäische Union, Bund und Land fördern die 430 000 Euro teure Ausstellung zu 60 Prozent und die Ostdeutsche Sparkassenstiftung will 130 000 Euro geben.

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Der Raum im Obergeschoss des Kemladens ist nach Norden abschüssig, was durch einen Steg sicht- und erlebbar gemacht werden soll.

Wismar. Für 3,6 Millionen Euro saniert die Hansestadt das Gebäudeensemble in der Lübschen Straße 23, zwei Giebel-Vorderhäuser und einen Kemladen. Zum 1. Juni 2014, dem Welterbe-Tag, soll im Haus mit dem Kemladen das Besucherzentrum der Welterbestadt öffnen. Im Nachbarhaus entstehen Gewerbe- und Wohnräume, deren Mieteinnahmen zur Instandhaltung genutzt werden.

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Martin Bohnebeck arbeitet an einem Fensterpfosten. Die Scheiben werden hinterm Holz eingesetzt.

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„Ohne die 95-prozentige Förderung des Bundes hätten wir diesen großen Bau nicht so schnell instandsetzen können“, sagt Norbert Huschner, der Welterbe-Beauftragte der Stadt. Das sind 3,42 Millionen Euro, die Wismar aus dem Förderprogramm „Investitionen in nationale Unesco-Welterbestätten“ erhält. Jetzt gibt es zusätzlich Geld für die Ausstellung. Von den 430 000 Euro bezahlen die Europäische Union, der Bund und das Land aus der Gemeinschaftsaufgabe Ost 60 Prozent. Das sind 260 000 Euro.

Huschners Freude war riesig, als ihm Bürgermeister Thomas Beyer (SPD) diese Nachricht aus Schwerin überbrachte. Er sieht mit der Förderung auch die touristische Bedeutung des Besucherzentrums gewürdigt. „Es wird eine Türöffnerfunktion für den Eingang in die Welterbe-Altstadt haben. Hier im Haus machen wir die Gäste mit dem Welterbe-Gedanken vertraut und weisen sie auf Sehenswertes in der Altstadt hin“, erklärt Huschner. Wismar wird nach Stralsund und Regensburg erst das dritte Welterbe-Besucherzentrum bundesweit haben.

Ferner hat die Ostdeutsche Sparkassenstiftung angekündigt, die Ausstellung mit 130 000 Euro zu finanzieren. Damit bleiben rund 40 000 Euro, die die Stadt selbst aufbringen muss.

Das erste Ausstellungsstück ist das Giebelhaus selbst samt Kemladen. „Wir zeigen damit Bauspuren aus sieben Jahrhunderten“, erläutert Norbert Huschner. Im Mittelalter hatte das Vorderhaus eine hohe Diele, wie sie noch im „Weinberg“ und im „Alten Schweden“ erhalten ist, und darüber Lagergeschosse. Gewohnt wurde im Kemladen. Anfang des 19. Jahrhunderts ließ Bürgermeister Gottfried Lembke als Bewohner Umbauten vornehmen und unter anderem eine Decke in der Diele einziehen. So entstand der „Tapetensaal“ im Obergeschoss, die Tapete wird zurzeit restauriert.

Im Erdgeschoss werden die Besucher zur Stadtgeschichte eingeführt, hier wird künftig der Treff für Stadtführungen sein. Im hinteren Teil wird ein Welterbe-Raum eingerichtet, in dem sich der Grundriss der denkmalgeschützten Altstadt befinden wird. Daran schließen sich weitere Themenräume im Kemladen an, unter anderem zu den Unterschieden von Weltkultur- und Weltnaturerbe sowie zur Deutschen Stiftung Welterbe, die Wismar und Stralsund 2002 gegründet haben. Hier befindet sich auch die barocke Einschubdecke aus Holz, die während der Arbeiten im Juni entdeckt wurde. Ein sensationeller Fund. Im Hof sollen eine Schwindgrube als Abfallgrube im Mittelalter sowie ein Abbild des Wasserleitungssystems von Wismar als plastische Betonfläche gezeigt werden.

Im Obergeschoss wird der Besucher den „Tapetensaal“ besichtigen, sich über das Dielenhaus, das Lübsche Baurecht, Handelswege und über Bürgermeister Gottfried Lembke informieren können. Ein Raum soll dem Handwerk in der Denkmalpflege gewidmet werden.

Das barrierefreie Besucherzentrum wird über einen Fahrstuhl, der zurzeit auf der Hofseite entsteht, zu erreichen sein. Ins Dachgeschoss mit Balken aus dem Jahr 1351 zieht Norbert Huschner mit der Stabsstelle für Stadtentwicklung und Welterbe ein.

 

Haike Werfel

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