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Wismar Stadt und Bahn verhandeln über Fußgängertunnel
Mecklenburg Wismar Stadt und Bahn verhandeln über Fußgängertunnel
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00:00 06.12.2017
Wird der Tunnel in der Rostocker Straße geschlossen oder wird es eine neue Unterführung geben? Das wird geprüft. Quelle: Foto: Heiko Hoffmann
Wismar

Das Aus für den Tunnel in der Rostocker Straße ist noch nicht beschlossene Sache. „Wir haben Einspruch erhoben, dass der Tunnel ersatzlos zurückgebaut wird“, so Wismars Bürgermeister Thomas Beyer (SPD). Daraufhin sei die Stadt zu Gesprächen eingeladen worden. Im nächsten Schritt werden Fakten von der Bahn erstellt. Dann muss die Stadt entscheiden.

In der Rostocker Straße geht es um Schließung und Neubau

Der Bahnübergang in der Rostocker Straße kann von Fußgängern und Radfahrern genutzt werden. Für den Autoverkehr ist er seit Jahrzehnten gesperrt. Wenn die Schranken unten sind, kann der Tunnel genutzt werden. Nervige Wartezeiten werden so vermieden.

Die OZ hatte im Sommer über die Pläne der Deutschen Bahn berichtet, den Tunnel schließen zu wollen. Die Stadt und auch die Kreisverwaltung hatten ihre ablehnenden Gründe der Bahn mitgeteilt.

Nach Angaben des Bürgermeisters kann sich die Bahn inzwischen eine Kreuzungslösung vorstellen. „Das würde nach dem Eisenbahnkreuzungsgesetz erfolgen und für die Stadt bedeuten, dass wir uns zu einem Drittel an den Kosten beteiligen müssen“, so Beyer. Die Bahn wolle jetzt Eckdaten für eine Variante erarbeiten. „Wir können dann entscheiden, ob es uns das wert ist oder eben doch nicht.“

Entscheidender Punkt sind die Kosten. Die Bahn habe in den Gesprächen deutlich gemacht, dass eine Sanierung nicht infrage komme. In dieser Hinsicht sei in der Vergangenheit einiges unternommen worden.

Klar sei auch, dass der Bahnübergang nicht für den Autoverkehr geöffnet werde. Eine Brücke stehe ebenfalls nicht zur Debatte – diese müsste eine Höhe von rund sieben Metern haben. Also geht es um eine Kreuzungsvariante, wo der Fuß- und Radverkehr unter die Gleise durchgeführt wird. Die erforderliche Barrierefreiheit ist mittels Rampen oder Fahrstuhl zu erreichen. All das werde jetzt geprüft.

Die Rostocker Straße ist die Verbindung von der Altstadt in Richtung Kagenmarkt/Dargetzow. Der Bürgermeister sieht den Bereich durch den Neubau der Kreisverwaltung, den neuen Parkplatz und die künftige Kita an der Ecke Gerberhof stärker frequentiert als früher.

Die Schließung des Tunnels war aus Sicht der Bahn eigentlich für das nächste Jahr vorgesehen. Die Eisenbahnüberführung sei baulich stark verschlissen, so Bahnsprecher Gisbert Gahler. In den vergangenen Jahren seien umfangreiche Arbeiten zur Instandsetzung durchgeführt worden. Die Bahn spricht von vergleichbar kurzen und geringen Schließzeiten am Bahnübergang. Daher wäre ein „Rückbau der Fußgängerunterführung aus wirtschaftlicher Sicht begründbar“.

Der Landkreis sieht im Fall des Rückbaus ein erheblich erhöhtes Unfallrisiko. „Der Tunnel ist eine sichere Querungsmöglichkeit. Bei einem Wegfall ist zu befürchten, dass Fußgänger trotz Verbotes die Gleisanlagen überqueren“, so Sprecherin Petra Rappen. In einer Stellungnahme an die Bahn hatte der Kreis auf den Erweiterungsneubau in der Rostocker Straße 76 und den gestiegenen Besucherverkehr sowie auf der anderen Seite der Bahngleise auf den neuen Parkplatz für Besucher und Mitarbeiter verwiesen. „Dieser Standort wurde auch gewählt, da der Personentunnel vorhanden ist und die Besucher und Mitarbeiter jederzeit die Bahngleise (ohne Wartezeiten bei geschlossenen Schranken) gefahrlos passieren können“, schrieb der Kreis an die Bahn.

Erfahrungen mit dem Eisenbahnkreuzungsgesetz macht Wismar aktuell in der Poeler Straße. Dort wird die Querung von Bahn sowie Autos, Fußgängern und Radfahrern ein Ende haben. Die Unterführung wird 2019/2020 gebaut. Die Kosten teilen sich Bahn, Bund und Stadt zu je einem Drittel. Die Stadt bekommt Fördermittel vom Land.

Heiko Hoffmann

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