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Wismar Stadtteilfest am Kagenmarkt mit Feuerwehr und Kunst
Mecklenburg Wismar Stadtteilfest am Kagenmarkt mit Feuerwehr und Kunst
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16:11 06.05.2018
Für die Bewohner des Stadtteils Kagenmarkt ist ein neuer Platz als Ort der Begegnung entstanden. Quelle: Nicole Hollatz
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Wismar

Sonne satt zum Stadtteilfest am Kagenmarkt. Jüngere schieben die Kinderwagen über den neu gestalteten Platz an der Professor-Frege-Straße, Ältere die Rollatoren. Dazwischen: Kuchenstände, Zuckerwatte, Kunst und viele Kinder. Der Stadtteil lebt!

Bewohner im Stadtteil Kagenmarkt feierten am Sonnabend ein Fest. Auf dem wurde der neue Platz zwischen Feuerwehr, Kita und Einkaufsmarkt eingeweiht. Mit Sitzgelegenheiten, Spielplatz und Kunst soll er zum neuen Treffpunkt werden.

Bürgermeister eröffnet Fest

„Der Tag der Städtebauförderung wird in ganz Deutschland gefeiert“, begrüßte Bürgermeister Thomas Beyer (SPD) am Sonnabend die Umstehenden und schilderte den Hintergrund zum Fest. Den Kindern der Rudolf-Tarnow-Grundschule, die sich zum Singen positioniert hatten, erklärte er die Städtebauförderung: „Wir bekommen vom Bund und vom Land Geld, um die Stadtteile aufzuwerten. Denn mit einem Wohngebiet ist es so wie mit einem Auto. Es kommt mit der Zeit in die Jahre.“

Stadtteil in 1970er-Jahren entstanden

In den 1970er-Jahren entstand der Kagenmarkt mit seinem Plattenbau als damals heiß begehrter Wohnraum. Aber während das Auto irgendwann ersetzt werden muss, muss ein Wohngebiet saniert, aufgewertet und den aktuellen Bedürfnissen der Menschen entsprechend weiter entwickelt werden. „Damit es weiterhin Spaß macht, dort zu leben. Die Menschen hatten mit den Füßen abgestimmt, sie sind weg gezogen“, so der Bürgermeister. Der Kagenmarkt hatte 2004 um die 12,5 Prozent Leerstand, jetzt liegt er immer noch bei acht Prozent.

Mit Städtebaumitteln gefördert

Beim „attraktiver werden“ helfe das Förderinstrument der Städtebauförderung – Wismar war mit der Altstadt, dem Friedenshof und eben dem Kagenmarkt Teil des Programms. Acht Millionen Euro sind aus dem Förderprogramm in das Wohngebiet geflossen. Die Kita wurde saniert, ein Hort gebaut, die neue Schule entstand, die Freiwillige Feuerwehr Altstadt fand ein neues Domizil, der Supermarkt wurde saniert, der Stadtteilplatz zwischen Feuerwehr, Kita und Einkaufsmarkt wurde geschaffen – mit Sitzgelegenheiten, Spielplatz und Kunst soll er zum neuen Treffpunkt werden.

Bronzefigur enthüllt

Kinder der Rudolf-Tarnow-Grundschule enthüllten am Sonnabend auch die Bronzefigur von Künstler Nando Kallweit aus Badow im Südwesten des Landkreises. „Darf ich das anfassen“, fragte Lotte (7) den Künstler. „Die Ziege streicheln bringt Glück, wie bei den Schweinchen“, antwortete der Bildhauer. Und erzählte den Hintergrund der Figurengruppe: „Ida und Martha haben auf dem Kagenmarkt den störrischen Ziegenbock Franz entdeckt.“ In Wismars Vergangenheit, weit vor dem Wohngebiet, wurde auf dem Kagenmarkt das kränkliche und alte Vieh gehandelt. „Der alte und sturköpfige Bock ist“, so erzählt Kallweit weiter, „der König des Marktes. Doch niemand braucht einen alten Ziegenbock. Nur die beiden Freundinnen haben sich in ihn verguckt.“

Umbau des Wohngebiets hält an

Zurück in die Gegenwart und Zukunft des Stadtteils. Denn die Bauarbeiten sind nicht abgeschlossen. „Ich wohne seit 1973 am Kagenmarkt“, erzählt Karin Dinse (72). Sie freut sich über die positive Entwicklung ihres Viertels. Aber: „Jetzt sind wir dran!“ Sie hat Sorgen, dass der Stress und Dreck zu viel werden für die älteren Bewohner wie sie. Ihr Block wird saniert und „abgestockt“, so wie es anderen Wohnblöcken im Gebiet schon erging. In der Summe werden so bis 2020 fast 700 Wohnungen vom Markt genommen und der Leerstand reduziert. Karin Dinse und ihr Mann ziehen so lange in eine Ferienwohnung.

Nicole Hollatz

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