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Wismar Stählerner Gigant zeigt sich vor Wismars Dockhalle
Mecklenburg Wismar Stählerner Gigant zeigt sich vor Wismars Dockhalle
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00:00 30.04.2016
Nur einen kurzen Aufenthalt im Freien verbringt diese hoch aufragende stählerne Konstruktion vor der Wismarer Dockhalle. Dort werden Arbeiten erledigt, die wegen der begrenzten Deckenhöhe drinnen nicht möglich sind. Quelle: Hans-Joachim Zeigert

Gewaltig in der Masse und ebenso bemerkenswert in die Höhe ragend zeigt sich derzeit eine Stahlkonstruktion direkt vor dem geöffneten Dockhallentor am Wismarer Werftstandort. Dabei handelt es sich um ein sogenanntes Jacket, eine von zwei Konstruktionen für die künftige Offshore-Konverterplattform „DolWin gamma“. Das andere Objekt geht zeitgleich am Stralsunder Werftstandort der Fertigstellung entgegen. Auf diesen gigantischen „Stelzen“ wird das Umspannwerk auf See einmal in der Nordsee-Meeresbucht Dollart bei Borkum im etwa 30 Meter tiefen Wasser seinen Platz finden. „DolWin gamma“ soll im kommenden Jahr bis zu 900 Megawatt (MW) Stromenergie aus dem dazugehörigen Windpark bündeln, gleichrichten und verlustarm per Seekabel an Verbraucher an Land weiterleiten.

Am Dienstag verließ die schwimmende Arbeitsplattform mit dem stählernen Koloss, von mehreren Schlepper manövriert, die Wismarer Dockhalle. Unter freiem Himmel wird das Objekt aber nur eine kurze Weile verbringen, um bald wieder zurück unter das schützende Hallendach geschleppt zu werden. Der Grund für den „Freiluft-Aufenthalt“ ist simpel, wie von Werftfachleuten zu erfahren war. Die Hallenhöhe reicht nicht aus, um im oberen Bereich des Jackets stählerne Trossen, sogenannte Stropps, anzubringen. Dafür steht ein mobiler Landkran mit einem entsprechend langen Ausleger bereit. Die Aufhängevorrichtungen sind notwendig, damit ein Anheben und Versenken auf den Nordseegrund an der Zielposition möglich ist.

In der geschützten Dockhalle erfolgen dann die restlichen Arbeiten, bis der schwimmende Transport direkt von der Wismarbucht aus die Reise in Richtung Nordsee bei Borkum antreten soll. Dort beginnt eine ingenieurtechnische Meisterleistung, denn auf den vorbereiteten Seegrund werden beide Tragkonstruktionen mit jeweils sechs stählernen Mammutnägeln fixiert, jeder ist 90 Meter lang. Letztendlich erhält die Konverterplattform darauf ihren Platz.

Am Warnemünder Standort von Nordic Yards fand am 30. Januar 2015 die planmäßige Docklegung der Offshore-Konverterplattform „DolWin gamma“ statt. Wenig später begann auch am Wismarer Standort der Bau einer der beiden Tragkonstruktionen dafür. Mit dem finalen Ausdocken im Mai endet somit die bisherige Ära des Spezialplattformbaus auch in Wismar. Mit der Übernahme der drei einstigen Nordic-Yards-Standorte durch den Genting- Konzern ist auch dort wieder Schiffbau angesagt.

Von Hans-Joachim Zeigert

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