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Wismar Starke Drucke in der Galerie Hinter dem Rathaus
Mecklenburg Wismar Starke Drucke in der Galerie Hinter dem Rathaus
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00:01 13.12.2017
Britta Matthies mit der Druckplatte für das Bild mit dem Marienkirchturm. Quelle: Foto: N. Hollatz
Wismar

Die Kirchen der Hansestadt haben Britta Matthies inspiriert – der St.-Marien-Kirchturm, Sankt Georgen, St. Nikolai. Der Blick von oben auf den Hafen sowie auf Turm und Kirche. Großformatige Aquatinta-Arbeiten sind so entstanden. Eine malerische Tiefdrucktechnik, bei der Grautöne entstehen, im Gegensatz zum Holzschnitt beispielsweise. Wolken, Schattierungen – die Kirchenbilder erinnern auf den ersten Blick an alte Schwarz-Weiß-Fotografien. Der zweite und dritte, der genauere Blick, entlarvt das künstlerische Auge. Die Grafikerin, die verdichtet und reduziert. „Das sind die Platten der Drucke“, zeigt die Künstlerin auf vier große Druckplatten, die sie zum Objekt, zum kleinen Turm gebaut hat.

Vier solcher Türme stehen in der Galerie Hinter dem Rathaus, wo ihre Ausstellung „Grafik“ bis 6. Januar zu sehen ist. Britta Matthies erklärt die Technik Aquatinta. „Man arbeitet mit Säure und Kolophonium auf einer Metallplatte.“ Kolophonium, ein Harz, wird als dünne Staubschicht auf die Platte gebracht, die dann von unten vorsichtig erhitzt wird. Die Harzkörnchen schmelzen an.

Mit einem Abdecklack werden die Strukturen, die weiß bleiben oder geschützt werden sollen, abgedeckt. Die Ätzlösung verteilt sich um die Harzkörnchen und lässt Vertiefungen dort entstehen. In diesen bleibt die Farbe, während beim Holzschnitt beispielsweise die hervorstehenden Flächen drucken. „Kurze Ätzung ergibt helle Töne, in tiefen Ätzungen bleibt die Farbe haften“, so die Künstlerin.

Schicht für Schicht entsteht so die Platte. Die großen Kirchendruckplatten? „Mindestens eine Woche Arbeit“, sagt Britta Matthies und fügt hinzu: „Wenn sie gelingt! Manchmal ist beispielsweise die Säure zu kalt, dann ätzt sie nicht richtig.“ Die Halbtöne, diese Vielfalt an Grautönen, ist das, was die Künstlerin an der Technik reizt. Menschenleere, sehr intensive Stadtansichten entstehen so. Keine Autos, keine Verkehrsschilder – reine Architektur. Eine große Liebeserklärung an Wismar.

Die Menschen fängt Britta Matthies in Holzschnitten ein. 30 Stück – jeweils sechs Zentimeter breit und 30 Zentimeter hoch – hat sie zu einer „Gesellschaft“ zusammengehängt. Männer und Frauen, Liebende und Einsame sind zu sehen. Jeder Druck für sich ein Kunstwerk aus kunstvoll angeordneten schwarzen und weißen Flächen.

Öffnungszeiten: dienstags bis freitags von 12 bis 18 Uhr, samstags von 11 bis 16 Uhr. Eintritt ist frei.

Mit Preisen geehrt

Britta Matthies, 1949 im sächsischen Graupa geboren, studierte an der Hochschule für Grafik und Buchkunst in Leipzig. Nach dem Diplom arbeitete sie als Grafikerin am Landestheater Dessau, bevor sie 1980 nach Hohen Viecheln umzog. Mit ihren Malereien, Grafiken, Illustrationen und auch Buchillustrationen ist sie bekannt, hat zahlreiche Stipendien und Preise bekommen. 2005 wurde sie mit dem Designpreis von MV ausgezeichnet. Im Jahr 2010 erhielt sie den Kulturpreis von Nordwestmecklenburg.

Nicole Hollatz

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