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Steigende Schülerzahlen am Grevesmühlener Gymnasium

Grevesmühlen Steigende Schülerzahlen am Grevesmühlener Gymnasium

Schulleiterin Ute Debold über die Gerüchte, dass immer weniger Schüler sich für Grevesmühlen entscheiden würden und angeblich 13 Lehrer das Haus verlassen

Grevesmühlen. Der Kreistag Nordwestmecklenburg hat sich in seiner letzten Sitzung vor der Sommerpause mit dem Thema Schülerzahlen beschäftigt. Grund war die Anmeldung von zusätzlichen Schülern in den Wismarer Gymnasien, dort musste aufgrund der großen Nachfrage die Kapazität erhöht werden. In diesem Zusammenhang wurde die Frage gestellt, ob das Gymnasium in Grevesmühlen Schüler verliert?

„Nein“, sagt Ute Debold, die als Schulleiterin nach den Sommerferien ins Staatliche Schulamt wechselt und seit 2006 das Grevesmühlener Gymnasium leitet. „Ich kenne die Gerüchte und ich kann verstehen, wenn Schüler aus Gägelow und Proseken den kürzeren Weg nach Wismar wählen. Aber trotzdem haben wir aus diesem Bereich immer noch viele Anmeldungen.“ 606 Schüler zählte das Tannenberg-Gymnasium zum Ende des abgelaufenen Schuljahres. Mit Beginn des neuen Schuljahres im September wird die Zahl steigen. „Wir haben vier siebte Klassen, die 29 bis 30 Schüler haben. Im Vergleich dazu haben in den zwölften Klassen 75 Schüler die Abiturprüfungen abgelegt.“

Die 52-Jährige kennt die Gerüchte über angeblich sinkende Schülerzahlen in Grevesmühlen zur Genüge. „Ich kann dazu nur sagen, dass das ebenso wenig stimmt wie die angebliche Nachricht, dass 13

Lehrer die Schule verlassen.“ Tatsache sei, dass drei Pädagogen aufhören, weil entweder die Verträge auslaufen, oder „wirklich wichtige Gründe ausschlaggebend sind“.

Dass fünf Referendare ihre Zeit beenden, hänge mit den Rahmenbedingungen der Ausbildung zusammen. „Natürlich hätten wir gern einige der Referendare behalten, wenn wir gewusst hätten, wie die Personalsituation sich entwickelt. Aber das war vor einigen Monaten nicht absehbar“, erklärt die Schulleiterin, die derzeit Personalgespräche führt, um die entstandenen Lücken zu schließen. „Wir tun alles, damit der Schuljahresbeginn geordnet über die Bühne gehen kann.“

Dass fast 120 Jungen und Mädchen mit Beginn der siebten Klasse auf das Tannenberg-Gymnasium wechseln, sieht die scheidende Schulleiterin mit gemischten Gefühlen. Denn die Tatsache, dass in diesem Jahr 75 Schüler die Abiturprüfungen abgelegt haben – drei haben das Abitur nicht bestanden – zeigt, wie hoch die Hürden sind. „Es ist kein Geheimnis, dass auch Schüler auf das Gymnasium wechseln, die den Anforderungen nicht immer gewachsen sind. Aber wir haben den Anspruch, dass wir alle Schüler mitnehmen wollen. Die Frage, die man sich als Schule stellen muss, ist die, wo man die Grenzen ziehen soll.“

Spielraum ist ein weiteres Stichwort: Eltern hatten moniert, dass die Zensierung am Tannenberg-Gymnasium bisweilen strenger sei als an anderen vergleichbaren Schulen. Ute Debold: „Es gibt trotz der strengen Richtlinien immer einen Spielraum, den der Lehrer hat bei der Erteilung von Zensuren. Aber dass bei uns generell strenger zensiert würde als an anderen Gymnasien, glaube ich nicht.

Ich denke, dass sich der relativ kleine Entscheidungsspielraum der Lehrkräfte letztlich irgendwie ausgleicht. An jeder Schule gibt es bezüglich der Benotung eher strenge und weniger strenge Lehrer.“

Natürlich hänge viel von dem Verhältnis zwischen Lehrer und Schüler ab. „Aus meiner Sicht und nach meinem Empfinden haben wir am GAT ein sehr familiäres und gutes Lehrer-Schüler Verhältnis. Das war besonders deutlich bei der Verabschiedung unserer Abiturientia zu merken.“

Michael Prochnow

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