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Stille Demo: Studenten fordern vom Land mehr Geld für Bildung

Wismar Stille Demo: Studenten fordern vom Land mehr Geld für Bildung

Die jungen Leute stellten gestern 26 Tafeln auf der Campuswiese vor dem Hauptgebäude der Wismarer Hochschule auf. „Schilderwald - Brett vorm Kopf“ nannten sie die Aktion.

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Korbinian Schmidt (24), der Betriebswirtschaftslehre studiert, und die Wirtschaftsrecht-Studentin Antje Diederichs (25) stellten Schilder auf der Campuswiese vor dem Hauptgebäude der Wismarer Hochschule auf. Sie protestierten gegen die Finanzpolitik des Landes. Fotos (8): Norbert Wiaterek

Wismar. Während die ersten Studenten zu den Hörsälen eilten, hallten unentwegt Hammerschläge über den Campus der Wismarer Hochschule. Stephanie Bachmeier (25), angehende Maschinenbau-Ingenieurin, Carolin Buck (23) und Antje Diederichs (25), die Wirtschaftsrecht studieren, und Korbinian Schmidt (24), Student der Betriebswirtschaftslehre, rammten gestern ab 7.30 Uhr auf der Wiese vor dem Hauptgebäude 26 Schilder in die Erde. Darauf waren Worte wie „Spart an unserer Bildung, dann spart ihr an eurer Rente“, „Hochschulpaktmittel — und danach?“, „In Thailand sind die Nutten billig, in Deutschland die Bildung“, „kik und Takko bald mehr wert als unsere Bildung“ sowie „20 % auf alles — außer auf Bildung“ zu lesen. Vor einigen Holztafeln lagen flach ausgebreitet Hosen, Pullover, Socken, Schuhe. In der Mitte des Schilderkreises stand ein schwarzes Kreuz mit den Jahreszahlen 2014 und 2015.

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Wir wollen den Politikern ins Gewissen reden: Geht der Sparwahn so weiter, fehlen bald die Studenten an Unis und Hochschulen.“Studentin Stephanie Bachmeier (25)

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Mit dieser „stillen Demo“ protestierten die Mitglieder des Allgemeinen Studierendenausschusses (AStA) gegen die aus ihrer Sicht unzureichende finanzielle Ausstattung der Hochschulen und Universitäten in Deutschland und speziell in Mecklenburg-Vorpommern. „Das Land gibt vor, wie viele Stellen die Hochschulen besetzen dürfen. Dies ist ziemlich eng gestrickt. Im Haushaltsplan werden jede Menge Stellen gestrichen. Dann ist aber die Qualität nicht mehr gegeben“, empörte sich Stephanie Bachmann. „Wir wollen den Politikern ins Gewissen reden: Wenn ihr mit eurem Sparwahn so weitermacht, habt ihr, so wie hier zu sehen, bald nur noch leere Hüllen und Schilder und keine Studenten mehr, die die Schilder halten können.“

Bachmeier war am 5. November bei der lauten Demo in Schwerin dabei. 2000 Studenten und Mitarbeiter von Bildungseinrichtungen aus ganz Mecklenburg-Vorpommern hatten vor der Sitzung des Finanzausschusses des Landtages mehr Geld für die Universitäten und Fachhochschulen gefordert (OZ berichtete). Sie kritisierten überfüllte Räume, veraltete Ausstattungen und fehlende Lehrkräfte. „Der Geldmangel lähmt den Uni-Betrieb. Man ist permanent mit Finanzierungsfragen beschäftigt“, meinte der Rostocker Politikwissenschafter Prof. Nikolaus Werz. Der Protest gestern in Wismar unter dem Motto „Schilderwald — Brett vorm Kopf“ war eine Fortsetzung der Schweriner Demonstration.

„Neben den fehlenden finanziellen Zusagen des Koalitionsvertrags stehen in etlichen Bundesländern massive Kürzungen an, die in den anstehenden Landtagssitzungen beschlossen werden sollen”, erklärte Katharina Mahrt vom Vorstand des freien Zusammenschlusses der Studentenschaften. „In Anbetracht der ohnehin allgegenwärtigen Unterfinanzierung ist die Lage verheerend. Bildung braucht Zukunft!“

In Schwerin soll heute der Doppelhaushalt 2014/15 beschlossen werden. „Mit unserer Aktion möchten wir die Politiker für unsere Belange sensibilisieren“, so Stephanie Bachmeier. „Man darf nicht nur das Grundstudium finanzieren.“ Carolin Buck sagt: „Es darf nicht sein, dass Hochschulen und Unis so wenig Geld bekommen. Mit der ,stillen Demo‘ machen wir noch einmal auf die prekäre Lage aufmerksam.

Die Leute sollen merken, dass das Geld nicht vom Himmel fällt.“

Die Aktion fand viel Zustimmung. Es gab aber auch Stirnrunzeln. „Ich kann diese Schilder nicht verstehen. Das Elektrotechnik-Studium in Wismar ist gut, alle Arbeitsmittel sind da, es gibt genügend Professoren und eine ausreichende Betreuung. Ich kann nicht klagen“, sagte Robert Schwinkendorf (29).

Man ist in der Uni perma- nent mit Finan- zierungsfragen beschäftigt.“Prof. Nikolaus Werz

 

Norbert Wiaterek

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