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Strandkörbe sollen Touristen in die Kirchen locken

Wismar Strandkörbe sollen Touristen in die Kirchen locken

Die Nordkirche startet eine neue Werbeaktion in Wismar

Wismar. Nanu?! Ein Strandkorb auf dem Wismarer Marktplatz. Der hat gestern viele Blicke auf sich gezogen – und genau das sollte er. Denn er ist Teil einer großen Marketingaktion der Nordkirche. Die will damit Touristen an die Nord- und Ostsee locken und in die Gotteshäuser. Insgesamt 31 auf der Insel Usedom gefertigte Strandkörbe werden dafür auf der „Weltausstellung Reformation“ in Wittenberg (Sachsen-Anhalt) aufgestellt. Sie sollen als Ruheoasen für die etwa 1,2 Millionen Besucher dienen, die dort von Mai bis September erwartet werden. Die Kirchen wollen künftig verstärkt Touristen locken – nicht in die Häuser an sich, sondern zu den Veranstaltungen. Denn die Gebäude üben bereits jetzt eine große Faszination aus. Wie Roger Thomas, Pastor der St. Nikolai-Kirche in Wismar berichtet, schauen sich jedes Jahr schätzungsweise 150000 Gäste das Bauwerk in der Altstadt an. Darunter seien auch Skandinavier, Japaner und Amerikaner.

Manchmal würden auf einem Schlag bis zu 150 Leute durch die Kirche gehen, Reisegruppen, Radwanderer, Tagesgäste. „Das kann man nicht als stillen Ort bezeichnen“, ergänzt der Pastor. Doch genau solche Ruheoasen würden immer wichtiger werden. Das bestätigt Martin Spantig, Geschäftsführer der Bayern Tourismus Marketing GmbH mit Sitz in München: „Wir vermarkten die Stille erfolgreich.“ Und nicht nur im Advent, sondern das ganze Jahr über. Angesichts des rasant wachsenden Lebenstempos in der Gesellschaft werde es für immer mehr Menschen wichtiger, zu entschleunigen und zu verweilen. „Dafür bieten wir erfolgreich stille Landschaften, Baumhäuser und Iglus an und Hotels, in denen keine Parties, kein Remmidemmi stattfinden“, berichtet Spantig. In St. Nikolai soll es bald auch einen Ort der Ruhe geben. Eine Kapelle wird dafür künftig genutzt. Die Arbeiten laufen, in drei Monaten sollen sie abgeschlossen werden. „Wir planen eine schalldichte Tür, Kniebänke und eine Fußbodenheizung“, berichtet Pastor Thomas. Letzte soll dafür sorgen, dass sich die Besucher auf dem Boden setzen können. Denn Stühle soll es nicht geben. Damit alles sauber bleibt, soll ein Betreten mit Straßenschuhen nicht möglich sein. Und auch die Menschen, die mal nur gucken wollen, sollen von der Kapelle ferngehalten werden.

„Jede Kirche hat etwas, das Menschen ansprechen, zur Ruhe bringen und gegebenenfalls auch zum Gebet führen kann“, sagt der Wismarer Propst Karl-Matthias Siegert. Und Beispiele für gelungene Tourismusarbeit gebe es bereits. In der Kirchgemeinde Rerik (Kreis Rostock) würden viele Urlauber die Gottesdienste besuchen. Es gebe Gute- Nacht-Geschichten für Kinder, geführte Radtouren, Konzerte. Das könnte in anderen Regionen nachgemacht werden. Gerade in ländlichen Gebieten würden die Öffnungszeiten der Gotteshäuser nicht immer den Wünschen von Touristen entsprechen. Ob man noch mehr von ihnen mit den Strandkörben erreicht, wird sich zeigen. Ab 2018 sollen die in Ferienorten an Nord- und Ostsee eingesetzt werden, um Kontakt zu Touristen herzustellen. Geplant sei auch eine Selfie-Aktion mit Bildern aus den Strandkörben.

Kerstin Schröder

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