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Streik in Wismar: Metaller fordern fünf Prozent mehr Lohn

Wismar Streik in Wismar: Metaller fordern fünf Prozent mehr Lohn

80 Beschäftigte der Lear Corporation und des Schottel-Werkes sowie einige Werftmitarbeiter im Ausstand / Weitere Protestaktionen sind möglich

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Vor dem Werktor der Lear Corporation GmbH in Wismar-Wendorf protestierten gestern etwa 80 Männer und Frauen aus mehreren Betrieben. Die IG Metall hatte zu diesem einstündigen Warnstreik aufgerufen. Der Ausstand verlief friedlich. Fotos (2): Norbert Wiaterek

Wismar. Ein lautes Trillerpfeifen-Konzert und Buh-Rufe für das Angebot der Arbeitgeber: Gut 80 Beschäftigte aus zwei Wismarer Betrieben legten gestern Vormittag für eine Stunde die Arbeit nieder. Dem Warnstreik-Aufruf der IG Metall Küste waren Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Lear Corporation und des Schottel-Werkes gefolgt. Vor dem Werktor der Lear Corporation GmbH an der Erwin-Fischer-Straße unterstützten auch einige Werftarbeiter von Nordic Yards, die noch nicht zur Lloyd Group des neuen Eigentümers Genting gewechselt sind, die Forderung nach mehr Lohn.

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80 Beschäftigte der Lear Corporation und des Schottel-Werkes sowie einige Werftmitarbeiter im Ausstand / Weitere Protestaktionen sind möglich

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Die Streikenden trugen orangene Westen, schwenkten rote IG Metall-Fahnen, hielten Banner und große rote Papphände hoch, auf denen „Wir für 5 %“ stand. Zulieferer, die auf das Firmengelände wollten, mussten sich in Geduld üben. Von Lear waren nahezu alle Beschäftigten der Produktion Frühschicht beim Ausstand dabei.

Die Gewerkschaft möchte fünf Prozent mehr Geld für die 140 000 Beschäftigten der norddeutschen Metall- und Elektroindustrie durchsetzen. Allerdings hatte die dritte Tarifverhandlung am vergangenen Donnerstag in Lübeck keine Annäherung gebracht. Nachdem die Arbeitgeber in der vorherigen Runde 0,9 Prozent mehr Geld für zwölf Monate angeboten hatten, wollen sie später 2,1 Prozent für 24 Monate in zwei Stufen als dauerhafte Erhöhung geben. Dazu gab es in der neuen Variante den Vorschlag für eine Einmalzahlung von 0,3 Prozent für ein Jahr. Aus Sicht der IG Metall-Mitglieder kein tragbares Angebot. „Diese Vorschläge reichen nicht, um ernsthaft über ein Ergebnis zu beraten“, betonte Daniel Friedrich. „Wir haben während der Friedenspflicht dreimal verhandelt. Aber anscheinend haben sich auf Nordmetall-Seite die Hardliner mit ihren Mini-Angeboten durchgesetzt“, kritisierte der Geschäftsführer der IG Metall Lübeck-Wismar.

„Wir unterstützen heute die IG Metall, weiter vernünftige Tarifverhandlungen zu führen“, äußerte sich Michael Dorloff, stellvertretender Betriebsratsvorsitzender beim Schiffsausrüster Schottel. „Die Arbeitgeber halten sich noch stark zurück. Aber unsere Forderungen sind berechtigt. Jetzt müssen wir langsam auf einen Nenner kommen.“

Andreas Schulz, Lear-Betriebsratsvorsitzender in Wismar, forderte: „Wir wollen auch etwas vom Kuchen abhaben, möchten am Gewinn beteiligt werden!“ Der Fahrzeugzulieferer habe, prozentual gesehen, das erfolgreichste Geschäftsjahr seit der Übernahme, in Wismar gebe es das erfolgreichste Werk des Unternehmens mit Sitz in den USA. „Wir haben so erfolgreiche Betriebe wie Lear. Gelddrucken ist nichts dagegen“, spielte Daniel Friedrich auf die guten Umsatzzahlen an. „Aber die Arbeitgeber tun so, als hätten sie nichts. Sie wollen nichts geben.“

Sollten sich die Arbeitgeber nach dem „Küstenaktionstag“ nicht bewegen und ernsthaft verhandeln, versprach Friedrich weitere Aktionen: „Gibt es nach Himmelfahrt keine Einigung, setzen wir die Warnstreiks in der kommenden Woche fort. Und wenn es auch Pfingsten noch kein für uns zufriedenstellendes Ergebnis gibt, rufen wir bundesweit Betriebe zu einem 24 Stunden dauernden Streik auf. Dann bleiben die Werktore zu! Wer die Konfrontation haben will, der kriegt sie auch. Wenn die Arbeitgeber nach Prügel rufen, bekommen sie sie“, so der Gewerkschaftsvertreter.

Auf Nachfrage der OSTSEE-ZEITUNG wollte sich die Geschäftsführung der Lear Corporation GmbH gestern nicht zu dem Warnstreik äußern.

Von Norbert Wiaterek

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