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Wismar Streit um Schwerlastverkehr
Mecklenburg Wismar Streit um Schwerlastverkehr
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09:35 03.12.2018
Seit September 2011 ist die Wismarer Hochbrücke für den Schwerlastverkehr - hier eine ältere Aufnahme - gesperrt. Für Linienbusse, Rettungs- und Müllfahrzeuge gelten Ausnahmeregelungen. Quelle: Heiko Hoffmann
Wismar

Die Wismarer Hochbrücke ist seit Herbst 2011 wegen statischer Mängel für den Schwerlastverkehr gesperrt. Für Busse sowie Rettungs- und Müllfahrzeuge gibt es Ausnahmeregelungen. Daran soll sich nach dem Willen von FDP/Grüne auch dann nichts ändern, wenn die Hochbrücke neu gebaut wird.

Das Ablaufdatum der Brücke ist 2022. Das Land, zuständig für den Neubau, plant die Vorzugsvariante (die OZ berichtete).

Freigabe würde verleiten

René Domke, Fraktionschef FDP/Grüne: "Eine Freigabe würde dazu verleiten, LKW mit schweren Ladungen wieder durch die Stadt zu führen." Quelle: Dietmar Lilienthal

Der Vorstoß von FDP/Grüne, dass sich die Bürgerschaft gegen eine Freigabe des Ersatzbaus der Hochbrücke für den LKW-Schwerlastverkehr ausspricht, wurde von der Bürgerschaft in den Bauausschuss verwiesen. Fraktionschef René Domke hatte vorab argumentiert, dass eine Freigabe dazu verleitet, „LKW mit schweren Ladungen wieder durch die Stadt zu führen. Dies bedeutet erneut ein höheres Fahraufkommen in der Innenstadt mit höheren Abgaswerten und zäher fließendem Verkehr sowie eine erhebliche Belastung der Straßensubstanz“.

Sobald es diese Sperrung nicht mehr gibt, so Domke, „werden Speditionen aufgrund des Kostendrucks durch die Autobahnmaut ihre Routen neu kalkulieren“.

Die Verwaltung hält dagegen. Mit der Fertigstellung der A 20, der Westtangente, dem Nordostzubringer und der A 14 in den Jahren 1997 bis 2006 seien im Raum Wismar „außerordentlich gute Voraussetzungen geschaffen worden, um den Durchgangsverkehr nicht mehr durch die Innenstadt zu führen“. Das sei auch beim Schwerlastverkehr zu merken.

Wismars Bürgermeister Thomas Beyer (SPD): „Wir sind Industriestadt und leben davon." Quelle: Heiko Hoffmann

Dennoch gibt es einen bestimmten Anteil an Schwerverkehren mit Fahrzeugen ab 3,5 Tonnen. Annahmen gehen davon aus, dass der Anteil des Schwerlastverkehrs 5,3 Prozent am Gesamtverkehr der zukünftigen Hochbrücke ausmachen wird. Bürgermeister Thomas Beyer (SPD): „Wobei als Größe für eine gute wirtschaftliche Entwicklung allgemein ein Schwerverkehrsanteil von fünf bis acht Prozent auf Hauptverkehrsstraßen als notwendig anzusehen ist. Somit kann eine Sperrung der Hochbrücke für den Schwerverkehr nicht unterstützt werden, zumal diese mit einer Verlegung auf den Philosophenweg/Poeler Straße/Nordring einhergehen würde.“

Macht das Sinn?

Christa Hagemann, Fraktionschefin der Linken, drückte ihr Unverständig gegenüber einem Verbot mit einem Beispiel aus. Der Firmensitz von Schottel befindet sich in der Nähe der Hochbrücke. Bei einem weiter bestehenden Verbot müssen die Laster quer durch die Stadt fahren – über die Schweriner Straße, Dr.-Leber-Straße bis zur Kanalstraße. Hagemann: „Macht das Sinn?“

Nach Meinung von Bausenator Michael Berkhahn (CDU) mache es keinen Sinn, an einer Stelle den Verkehr künstlich zu minimieren, wenn es dann an anderer Stelle mehr Verkehr gibt. Michael Tiedtke (SPD) wies auf einen weiteren Punkt hin. Wenn der Schwerlastverkehr von der Hochbrücke verbannt wird, könnte sie von einer Landesstraße auf eine Stadtstraße abgestuft werden. Dann wäre Wismar für die die Bauunterhaltung zuständig. Allerdings möchte das Land das ohnehin.

Wismar ist Industriestadt

Der Bürgermeister machte deutlich: „Wir sind Industriestadt und leben davon.“ Das sei ein Standortvorteil. Er sei nicht bereit, das aufzugeben. Es gehe nicht darum, zusätzlichen Schwerlastverkehr in die Stadt zu bekommen. „Wir werden weiterhin das Ziel verfolgen, dass die Durchgangsverkehre auf den Trassen der Ortsumgehung verbleiben und die Belastungen der Stadt durch den Schwerverkehr auf das notwendige Maß reduziert bleibt“, so Beyer.

Dazu sagt Domke: „Offen bleibt, wie er dies ohne Verbot erreichen will, wenn der Hochbrückenersatzbau genau für diese Verkehre freigegeben wird.“ Ob es sich um Durchgangsverkehr oder Quelle-Ziel-Verkehr handelt, sei nicht feststellbar.

Heiko Hoffmann

Der Wismarer Wochenkalender ist in seiner 24. Auflage erschienen. Schon jetzt werden Aufnahmen für den Jubiläumskalender gesucht.

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