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Streit um Windkraft spaltet Gemeinde

Wismar Streit um Windkraft spaltet Gemeinde

Neue Abstimmung in Gägelow am 27. September geplant / Einwohner kritisieren Pläne für eine weitere Anlage bei Stofferstorf

Wismar. In der Gemeinde Gägelow geht der Streit um die Errichtung weiterer Windkraftanlagen in eine neue Runde. Denn nachdem Bürgermeister Uwe Wandel (Liste SPD) sein Veto gegen zwei Entscheidungen der Gemeindevertreter vom 31. Mai eingelegt hatte, scheint der Weg für zumindest eine, wenn nicht sogar drei weitere Anlagen im Windpark bei Stofferstorf frei zu sein.

 

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Wird im Gägelower Ortsteil Stofferstorf eine weitere Windkraftanlage errichtet?

Quelle: Holger Marohn
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Was treibt die Personen an, die in un- serer Gemein- de noch mehr Windräder errichten lassen wollen?“Ingolf Litzner, Gägelow

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Es geht nicht mehr darum, ob Windräder ge- baut werden, sondern wer sie baut und wie.“Simone Oldenburg, Gemeindevertreterin

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Unsere Gemeinde hat die Chance, von einer Windkraftan- lage zu profi- tieren. Nutzen wir sie!“Uwe Wandel, Bürgermeister Gägelow

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Ich bin nicht gegen eine neue Anlage bei Stofferstorf, sondern gegen den Stahlgittermast.“Alexander Fenner, Gemeindevertreter

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Wird im Gägelower Ortsteil Stofferstorf eine weitere Windkraftanlage errichtet?

Quelle: Holger Marohn
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Unsere Gemeinde hat die Chance, von einer Windkraftan- lage zu profi- tieren. Nutzen wir sie!“Uwe Wandel, Bürgermeister Gägelow

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Ich bin nicht gegen eine neue Anlage bei Stofferstorf, sondern gegen den Stahlgittermast.“Alexander Fenner, Gemeindevertreter

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Es geht nicht mehr darum, ob Windräder ge- baut werden, sondern wer sie baut und wie.“Simone Oldenburg, Gemeindevertreterin

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Was treibt die Personen an, die in un- serer Gemein- de noch mehr Windräder errichten lassen wollen?“Ingolf Litzner, Gägelow

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Rückblick: Während der Sitzung am 31. Mai hatte Hugo Denker von der Wind am Krähenberg GmbH & Co. KG aus St. Michaelisdonn (Schleswig-Holstein) seine Pläne im Gägelower Gemeindezentrum vorgestellt.

Der 71-Jährige möchte eine Zwei-Megawatt-Anlage mit Stahlgittermast mit einer Nabenhöhe von 130 Metern und einem Rotor-Durchmesser von 82 Metern auf gemeindeeigenes Land stellen (die OSTSEE-ZEITUNG berichtete). Der Gemeinde Gägelow versprach der Investor als Pacht war eine Einmalzahlung von 320000 Euro. Außerdem hatte Denker erklärt: „Ich bin bereit, der Gemeinde oder gemeindeansässigen Bürgern bis zu fünfzig Prozent Beteiligung an der Forschungs- und Entwicklungsmaschine auf Basis offener Rechnungslegung anzubieten. Als Minimalanlage für die Kommanditisten schlage ich aufgrund des enormen Verwaltungsaufwandes 3000 bis 4000 Euro vor.“ Enttäuschung dann nach der Abstimmung: Die Gemeindevertreter hatten die Pläne von Hugo Denker mit fünf zu fünf Stimmen abgelehnt, der Investor daraufhin eine Klage nicht ausgeschlossen.

Am 1. Juni folgte zu dieser Entscheidung der Widerspruch von Wandel. Darüber stimmten die Gemeindevertreter im nicht öffentlichen Teil der jüngsten Sitzung ab. Es gab sechs Ja- und eine Nein-Stimme sowie eine Enthaltung. Punkt für Wandel. Noch klarer war zuvor die Abstimmung über das Mitwirkungsverbot von befangenen Gemeindevertretern. Hier befürworteten sieben Abgeordnete den Widerspruch von Uwe Wandel. Eine Enthaltung und eine Gegenstimme wurden registriert.

„Ich habe nichts anderes erwartet“, äußerte sich der Bürgermeister, „weil es rechtlich so sein muss. Sonst wäre die Kommunalaufsicht eingeschritten. Ich bin froh, dass wir die Rechtssicherheit wieder hergestellt haben. Schön, dass die Mehrheit der Gemeindevertreter es auch so sieht wie ich. Unschön ist natürlich, dass es zu einer weiteren Verzögerung kam.“ Wie Wandel betonte, habe die Gemeinde jetzt die Chance, von einer Windkraftanlage zu profitieren.

Während der nächsten Gemeindevertretersitzung am 27. September soll es nun eine weitere Abstimmung zur Errichtung einer Windkraftanlage geben. Unklar ist, ob die Wind am Krähenberg GmbH & Co. KG zum Zuge kommt oder ob es noch weitere Angebote von Bewerbern geben wird. Ortrun Hünemörder (Liste CDU), sie ist Gemeindevertreterin und als Geschäftsführerin der Wendenfeld Verwaltungs GmbH Expertin für erneuerbare Energien, darf dann nicht wieder mit abstimmen. Auch ihr Schwager Jörg Hünemörder (WG) gilt als befangen, ebenso wie Bernd Kolz (WG), Obmann der Jagdpächter.

Der Streit um Windkraft spaltet die Gemeinde. Mehrere Bürgerinnen und Bürger sprechen sich gegen weitere „Spargel“ aus. „Es ergeben sich im Zusammenhang mit der Errichtung von Windkraftanlagen in der Gemeinde Gägelow immer mehr Fragen. Und die Antworten werden immer unglaubwürdiger“, so Diether Schmidt, Ingolf Litzner und weitere Unterzeichner eines offenen Briefes. „Das Land hat ein Raumordnungsprogramm vorgelegt, nach dem verschiedene Dinge überregional in Einklang gebracht werden, hier konkret die Förderung und Nutzung von alternativen Energien und der Tourismus. Beides unbeschränkt nebeneinander verträgt sich nicht und ist nicht zulässig. Gägelow gehört danach zum Gebiet, in dem der Tourismus Vorrang hat. Damit müssen zum Beispiel die Nutzung und der Ausbau von Windrädern zurücktreten. Aber was geschieht bei uns? Genau das Gegenteil! Statt die Entscheidung (vom 31. Mai, Anm. d. Red.) zu akzeptieren, will Bürgermeister Wandel den Beschluss kippen. Wieder soll der Weg freigekämpft werden für mindestens drei neue Anlagen.“ Enttäuschung auch bei einem Gägelower, der seit dem Jahr 2000 in der Straße Zur Wenning wohnt. Der Mann, der seinen Namen nicht in der Zeitung lesen möchte, stört sich am Lärm, den die Windkraftanlagen bei Stofferstorf verursachen: „Wenn ich mal Musik hören will und der Wind Richtung Gägelow bläst, muss ich mir Kopfhörer aufsetzen. Diese Belästigung ist nicht zuzumuten. Ein Windrad neben dem anderen sorgt nicht für Lebensqualität. Hätte ich die Entwicklung gekannt, wäre ich nie nach Gägelow gezogen.“ Der Bürgermeister verwies auf Schallgutachten von vereidigten Gutachtern sowie Umweltverträglichkeitsgutachten und versicherte: „Es wurden alle Bestimmungen eingehalten. Wir sind aber nicht Herr des Verfahrens. Da muss man sich beim Land beschweren, nicht bei der Gemeinde.“

Norbert Wiaterek

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