Volltextsuche über das Angebot:

14 ° / 10 ° Regenschauer

Navigation:
„Student und Vater wurde ich gleichzeitig“

Gamehl „Student und Vater wurde ich gleichzeitig“

„Soko-Wismar“-Schauspieler Udo Kroschwald erzählte intime Geschichten am Kamin

Voriger Artikel
Polizei lieferte sich Verfolgungsjagd mit Rostocker Fahrer
Nächster Artikel
71-jährige Wismarerin spendet 25 Euro für Kinder

Gamehler Geschichten: Gisela Steinhauer versuchte Udo Kroschwald private Geschichten zu entlocken. FOTO: PETER TÄUFEL

Gamehl. Schauspieler Udo Kroschwald ist in der Hansestadt bekannt wie ein bunter Hund. „Unerkannt kann ich nicht mehr durch die Straßen gehen“, sagt der Schauspieler lachend. Der Darsteller von Hauptkommissar Jan-Hinrich Reuter in der ZDF-Erfolgsserie „Soko Wismar“ stellte sich am Sonnabend im Kaminzimmer von Schloss Gamehl den Fragen von WDR-Moderatorin Gisela Steinhauer.

Kein unbekannter Ort für ihn. Vor einiger Zeit wurde auf dem Schloss eine Soko-Folge gedreht. Damals fand der Ermittler im Herrenzimmer zwei Leichen. Von Anfang an, also seit zwölf Jahren, spielt Kroschwald den Reuter. „Ich bin ganz normal durch ein Casting dazu gekommen“, erinnert sich der 61-Jährige. Kroschwald ist in Freiberg/Sachsen geboren und stark durch seinen Großvater mütterlicherseits geprägt. Dieser hatte eine Schmiede, in der er sich als Kind oft aufhielt. „Wahrscheinlich ist das der Grund, warum ich mich zum Handwerk hingezogen fühle“, meint der Schauspieler, der in Nettelbeck in der Prignitz ein altes Hallen-Bauernhaus eigenhändig sanierte. Auch sein anderer Großvater war Handwerker. Ein Steinmetz in der Lausitz. Sein Vater ein Dreher.

In einer Band spielte Kroschwald schon als Jugendlicher Gitarre und nach dem Abitur entschied er sich für ein Elektrotechnik-Studium an der Verkehrshochschule in Dresden. Kybernetik nannte sich das damals – ein Vorläufer des heutigen Informatik-Studiums. „Ich dachte, ich kann das für meine Band gebrauchen, um Verstärker und Mischpulte selbst zu bauen. So was gab es ja damals in der DDR noch nicht so einfach zu kaufen“, berichtet der Schauspieler.

Doch schon bald merkte Udo Kroschwald, dass das Studium ihn nicht erfüllte. „Wir hatten damals so ein blaues Lehrbuch über Wellenlehre, das nannten wir das blaue Wunder. Für mich ist es das ganze Leben ein blaues Wunder geblieben“, scherzt der Mime.

Zufällig kam er dann durch sein Gitarrenspiel zur Studentenbühne der Technischen Universität Dresden und schlug dort sehr erfolgreich ein. In den Semesterferien tingelten sie durch die Dörfer und spielten in den Gaststätten und Kulturhäusern. „So auch im Sommer 1979, wie ich aus unserem kurzen Vorgespräch weiß. Was war denn da los, was ist da passiert?“, fragt Gesprächsleiterin Gisela Steinhauer und versucht damit tiefer ins Privatleben von Udo Kroschwald einzudringen. Fehlanzeige. Der Schauspieler verrät nicht allzu viel. Nur soviel: Es habe eine kleine Liaison gegeben, aus der 1980 eine Tochter hervor ging. „Die Nachricht, dass ich Vater werde und die Immatrikulationszusage der Schauspielschule in Leipzig, kamen ziemlich gleichzeitig“, erinnert sich Kroschwald. Im Hans-Otto-Theater Leipzig hatte er am Eignungstest teilgenommen. Obwohl ihm damit ein gewisses Talent für die Schauspielerei attestiert wurde, stand er während seines Studiums doch kurz vor der Exmatrikulation. „Es herrschte ein unglaublicher Druck von einigen Dozenten, und unter Druck konnte ich mein Talent nicht zeigen“, erklärt der „Soko Wismar“-Star. Eine Gnadenfrist bei einem Szenen-Studium mit einem neuen Dozenten war dann die Rettung. Von da an ging's bergauf.

Nach Engagements an den Theatern Magdeburg und Stendal folgte er dem Ruf ans Deutsche Theater Berlin. Dort blieb er 13 Jahre. „Das reichte dann auch. Ich wollte etwas Neues machen“, erklärt Kroschwitz. Und so folgte die erste Serienrolle für ihn. Schon damals spielte er einen Polizisten in der RTL-Produktion „Zwei Engel auf Streife“. Wismar sei ihm im Laufe der Jahre vertraut geworden, auch wenn ein Großteil der Szenen in einem Berliner Studio gedreht werden. „Ich liebe Wismar und ich liebe die See. Wenn ich die See sehe, brauche ich kein Meer mehr“, scherzt Udo Kroschwald.

In puncto Zukunft der Serie „Soko Wismar“ hat der Schauspieler eine gute Nachricht für alle Fans: „Im kommenden Jahr wird es nicht nur 28, sondern 30 Folgen der Serie geben.“ Und bereits am heutigen Montag beginnen die Dreharbeiten auf dem Wismarer Weihnachtsmarkt für einen 90-minütigen „Soko Wismar“-Film, der dann im kommenden Jahr in der Weihnachtszeit ausgestrahlt wird.

Peter Täufel

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr zum Artikel
Gamehl
Das Herrenhaus Gamehl wurde von Architekt Heinrich Thormann im neogotischen Stil entworfen. FOTO: JENS BÜTTNER

Moderatorin Gisela Steinhauer empfängt Chef-Ermittler von „Soko Wismar“

Kostenpflichtiger Inhalt mehr
Mehr aus Wismar
Verlagshaus Wismar

Mecklenburger Straße 28
23966 Wismar

Öffnungszeiten:
Montag bis Donnerstag 10.00-17.00 Uhr
Freitag 10.00-16.00 Uhr

Leiterin Lokalredaktion: Kerstin Schröder
E-Mail: wismar@ostsee-zeitung.de
Telefon: 0 38 41 / 415 65

Ticket- und Anzeigenverkauf: 03841 / 41550.

Städtewetter
Heute -° / -° -
- -°/-° -
- -°/-° -
RSS-Feeds

Wissen, was in Rostock und der Welt los ist

Benjamin Barz Ostsee-Zeitung Ostsee-Zeitung Lererbriefe, Meinung, Teaser der den User auf die Seite "Leserbriefe" führen soll image/svg+xml Image Teaser „Leserbriefe“ 2015-09-23 de Meinung Ihre Leserbriefe Über unser Kontaktformular können Sie uns gern Lob, Kritik, Ideen oder andere Anmerkungen zu aktuellen Themen aus Ihrer Region, MV und der Welt zusenden. Wir freuen uns auf Ihre Meinung. Hier geht es zum Formular.