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Studienreise nach Südafrika: Aufbruch in ein fernes Land

Wismar Studienreise nach Südafrika: Aufbruch in ein fernes Land

Wismarer Hochschüler bauen Werkstätten und Häuser in Port Elizabeth

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Die Kommunikations-Designer Janice Bockstiegel und Lukas Frangart reisten mit 18 Architekturstudenten ins afrikanische Port Elizabeth.

Quelle: Foto: Carolin Riemer

Wismar. Gerade noch in Wismar und nun schon im afrikanischen Port Elizabeth: Janice Bockstiegel (22) und Lukas Frangart (23), Studenten der Hochschule Wismar, brachen in dieser Woche zu einer außergewöhnlichen Studienreise auf.

Ihr Ziel: Port Elizabeth (Südafrika). Dort wollen sie Häuser um- und Werkstätten aufbauen. Zusammen mit 18 Architekturstudenten und zwei Professoren planten die beiden Kommunikations-Designer das Gemeinschaftsprojekt mit der Universität Potsdam. „In den sogenannten Townships am Rande der Stadt leben die Menschen in winzigen Bungalows – oft ohne Wasser und Strom“, erzählt Lukas Frangart. Die Menschen dort verdienen ihren Lebensunterhalt auf ungewöhnliche Art, jedenfalls aus europäischer Sicht. Janice Bockstiegel und ihre Kommilitonen beschäftigten sich mit dem Alltag der Bewohner und stießen auf interessante Geschichten. Ein Tischler beispielsweise baut aus Paletten Möbel. „Aber das macht er nicht in seiner Werkstatt, sondern vor seinem Haus im Freien“, berichtet der Student.

Für ihn wollen die Hochschüler nun eine Werkstatt bauen.

Eine Frau stellte wiederum in einem großen Teil ihres kleinen Hauses Spielautomaten für Kinder auf und bestreitet mit diesen Einnahmen ihren Lebensunterhalt. Für sie planten die Studenten nun einen Anbau, damit sie mehr Raum für ihre Privatsphäre hat. In den kommenden drei Wochen wollen die Studenten ihre Pläne umsetzen. Eine hiesige Baufirma hilft ihnen dabei, denn die jungen Deutschen wollen die Projekte eigenhändig verwirklichen.

Statisch geprüft und aus „normalen Baustoffen“, wie Lukas Frangart erzählt. „Natürlich haben die Bewohner großes Mitspracherecht. Wir bauen ja nichts, was sie nicht wollen“, sagt er. Gerade für die Architekturstudenten sei diese Erfahrung kaum mit Gold aufzuwiegen. Sie wollen funktionale Bauten mit geringen finanziellen Mitteln schaffen. Bezahlt wird das ehrgeizige Projekt aus Spenden und Fördermitteln. „Zum Glück benötigt man in Afrika keine Bauanträge. Das würde unser Zeitfenster sprengen“, sagt Janice Bockstiegel. Sie wird das Projekt dokumentieren, denn die Hochschüler wünschen sich, dass nach ihnen auch weitere Studenten nach Port Elizabeth fahren und kreativ werden, Erfahrungen sammeln und gleichzeitig den Menschen dort zu besseren Arbeits- und Lebensbedingungen verhelfen. Und das geht nur, wenn die jüngeren Studienjahrgänge mit eigenen Augen sehen, was in Port Elizabeth entstanden ist.

Den Hochschülern war es freigestellt, ob sie an der Studienreise teilnehmen wollen. Den 700 Euro teuren Flug müssen sie nämlich allein bezahlen. Lukas Frangart brauchte trotzdem nicht lange überlegen: „Ich bin sehr gespannt auf die Zusammenarbeit und auf den Einblick in das Leben der Menschen. Es wird ein kleines Abenteuer und eine neue Erfahrung.“ Janice Bockstiegel freut sich zusätzlich noch auf etwas anderes: „Ich sehe schon die Freude und Dankbarkeit in den Augen der Menschen, wenn wir ihnen bessere Möglichkeiten geschaffen haben.“ Zurzeit herrschen in Port Elizabeth Temperaturen bis zu 30 Grad. Einer der Gründe, warum die Studenten nach getaner Arbeit noch ein paar Urlaubstage an die Studienreise ranhängen.

Carolin Riemer

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