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Sturm: Pappel kracht am Kino auf drei Autos

Wismar Sturm: Pappel kracht am Kino auf drei Autos

Tief „Elon“ hat in Wismar mindestens vier Bäume gefällt. Zudem kam es auf der A 20 zu drei Unfällen wegen Aquaplaning. Veranstaltungen wurden abgesagt.

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Am Kino in der Schweriner Straße in Wismar stürzte eine Pappel auf parkende Autos und verursachte erhebliche Schäden.

Quelle: Heiko Hoffmann

Wismar. Das Sturmtief „Elon“ hat gestern erhebliche Schäden in Nordwestmecklenburg angerichtet. Bäume krachten auf Autos, durch Aquaplaning kam es zu Unfällen.

Besonders schlimm traf es Autobesitzer, die ihre Fahrzeuge hinter dem Cinestar-Kino in der Schweriner Straße in Wismar abgestellt hatten. Eine große Pappel krachte um die Mittagszeit um und auf drei Autos. „An zwei Fahrzeugen entstand wirtschaftlicher Totalschaden. Der Sachschaden wird auf 30000 Euro geschätzt“, teilte Polizeisprecher André Falke mit. Einsatzkräfte der Berufsfeuerwehr zerlegten die Pappel mit Kettensägen, damit die Zufahrt wieder frei wurde. Zu den Leidtragenden zählen Mitarbeiter der Kindertagesstätte im früheren Volkshaus. Betroffene stellten die Frage, ob die Stadt die Bäume regelmäßig begutachten lasse.

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„Wir rechnen mit keiner größeren Gefähr- dung aufgrund der Wetterlage.“ Wolfgang Schmidt, Leiter der Berufsfeuerwehr Wismar

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Die Pappel am Kino war nicht der einzige vom Sturm gefällte Baum. Zuvor musste die Feuerwehr am Neptunring die Motorsäge einsetzen. Eine umgestürzte Pappel hatte einen Schuppen zerlegt. Ein dritter Baum versperrte die Rohlstorfer Straße und ein vierter einen Hinterhof in der Lübschen Straße.

Einen weiteren Einsatz hatte die Feuerwehr in der Stockholmer Straße. Dort hatten einige hölzerne Fensterluken an den alten Speichern dem Sturm nicht widerstanden. „Es bestand die Gefahr, dass sie auf die dort geparkten Autos fielen“, sagte Thomas Golde vom Einsatzleitdienst der Berufsfeuerwehr.

Der Sturm riss zudem den Baustellenzaun am Polizeirevier um und etliche Straßenschilder. Auch die Umgebung von Wismar blieb nicht verschont. So entwurzelten Sturm und Nässe in Zierow eine Tanne.

Begleitet wurde das Tiefdruckgebiet mit Orkanböen von starken Regenfällen. Die wiederum führten zu drei Unfällen auf der A 20 im Minutentakt. Der Grund: Aquaplaning. Gegen 11.40 Uhr kam der 21 Jahre alte Fahrer eines VW nach dem Überholen kurz hinter der Anschlussstelle Wismar-Mitte nach rechts von der Fahrbahn ab. Auf dem Seitenstreifen überschlug sich der Wagen mehrmals. Eine Untersuchung durch einen Arzt lehnte der leicht verletzte Fahrer jedoch ab. Der VW war nicht mehr fahrbereit.

Gegen 11.42 Uhr geriet der VW eines 53-jährigen Fahrers nahe der Anschlussstelle Zurow wegen Aquaplaning ins Schleudern. Das Heck stieß gegen die äußere Leitplanke. Der Schaden: etwa 1500 Euro.

Nur Augenblicke später schleuderte ganz in der Nähe ein 42-Jähriger mit seinem Audi in die Mittelleitplanke. Den Schaden am Fahrzeug schätzt die Polizei auf 4000 Euro. In beiden Fällen blieben die Fahrer unverletzt.

Das Wetter beeinflusst auch die für heute geplanten Veranstaltungen. In Neukloster, Neuburg, Stove, Kirchdorf, Losten, Hornstorf, Zierow, Naschendorf und im Boltenhagener Ortsteil Redewisch sollten heute die Tannenbäume verbrannt werden. Die Gemeinden haben abgesagt. Auch in Dorf Mecklenburg, das seine Weihnachtsbäume schon gestern in Flammen aufgehen lassen wollte. „Bei dem Wind ist es einfach zu gefährlich, selbst wenn die Feuerwehr direkt daneben steht“, sagte Birgit Neumann vom Ordnungsamt des Amtes Dorf Mecklenburg-Bad Kleinen. Zudem würde keiner kommen, wenn‘s in Strömen regnet. Die Feuerwehr in Bad Kleinen entscheidet heute ganz spontan, ob das Tannenbaumbrennen stattfindet.

Wie Wilhelm Gratopp (Feuerwehr Stove), Kai Rosenberg (Feuerwehr Neuburg), Bodo Köpnick (Feuerwehr Poel) und Frank Schuldt (Feuerwehr Losten) mitteilten, werden die Tannenbäume aber abgeholt. „Wir lagern die Bäume dann bei uns zwischen“, so Wilhelm Gratopp. In den meisten Gemeinden soll das Tannenbaumverbrennen am Sonnabend, 17. Januar, nachgeholt werden. In Neuburg steht noch kein Alternativtermin fest.

Abgesagt wurde wegen des Sturms auch das Drei-Königs-Baden im Grevesmühlener Freibad am Ploggensee. Es soll ebenfalls am 17. Januar nachgeholt werden.

Trotz der Wetterlage, die nach wie vor kritisch ist, geht Wolfgang Schmidt, Leiter der Berufsfeuerwehr Wismar, von „keiner größeren Gefährdung“ aus. Auch Hafenamtsleiter Harald Forst bleibt gelassen. „Wir drehen regelmäßig unsere Runden und haben die Bootseigner über die Gefahrenlage informiert“, sagt er. Allerdings würden einige Schiffe, die weiterfahren könnten, den Sturm in Wismar abwarten. Joachim Müller, Vorsitzender des Vereins „Poeler Kogge“, geht sogar davon aus, „dass wir das Schlimmste überstanden haben“. Dennoch wird ein Vereinsmitglied an Bord der Kogge übernachten.

„Nur für den Fall, dass doch etwas sein sollte“, sagte Joachim Müller.

 



Heiko Hoffmann und Sylvia Kartheuser

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