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Wismar Technik zum Anfassen auf dem Schulhof
Mecklenburg Wismar Technik zum Anfassen auf dem Schulhof
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03:33 28.08.2013
Mohamed Ibn Mounajjim, wissenschaftlicher Mitarbeiter der Hochschule Wismar, mit einem Roboter.
Grevesmühlen

Auch wenn die Lehrer etwas anderes behaupten, Mathe, Physik und Informatik sind zumindest in der Theorie staubtrockene Unterrichtsfächer. Damit es nicht nur bei der Theorie bleibt, lassen sich die Pädagogen einiges einfallen. Und zu diesen Ideen zählt das MINT-Mobil (Abkürzung für Mathematik, Informatik und Naturwissenschaften und Technik), das gestern am Grevesmühlener Gymnasium Station machte.

Roboter, künstliche Gelenke und jede Menge andere Bauteile zum Anschauen und Ausprobieren gab es für die Schüler, die gestern klassenweise mit dem Mobil arbeiten konnten. MINT-Road-Show nennt sich die Aktion, die Teil einer Initiative des Bildungsministeriums ist und an zehn Schulen in Mecklenburg-Vorpommern präsentiert wird. Eine davon ist das Tannenberg-Gymnasium. Drei Jahre lang soll das Projekt dauern. Neben der MINT-Road-Show beinhaltet es ein Magazin und einen Blog (http://mint.studieren-mit-meerwert.de). Das Heft „Entdeckergeist“ liegt ab Montag dem Jugendmagazin „Spiesser“ bei.

Seit einigen Jahren trägt das Gymnasium „Am Tannenberg“ den Titel MINT-Schule. Was bedeutet, dass das Gymnasium besonderen Wert auf die genannten Fächer legt. Das Engagement trägt inzwischen Früchte, unter anderem sorgten die Platzierungen von Johannes Mattutat bei den Mathematik-Olympiaden in den vergangenen Jahren für Anerkennung. Johannes hat das Gymnasium zwar verlassen und studiert inzwischen, dafür schickt sich seine Schwester an, in seine Fußstapfen zu treten. Die OSTSEE-ZEITUNG unterstützt das Gymnasium ebenfalls, zusammen mit den Sponsoren (Stadtwerke, DRK-Kreisverband, Seehotel in Boltenhagen und Marktkauf in Grevesmühlen) wird den Schülern jeden Tag ein Stapel Zeitungen in der Leselounge zur Verfügung gestellt.

Seit diesem Schuljahr wurde das Modell der MINT-Klassen am Gymnasium „Am Tannenberg“ durch ein neues ersetzt — eines, bei dem alle Schüler, ganz unabhängig von ihrer Kursuswahl, in die Initiative „MINT Zukunft schaffen“ eingebunden werden. Damit wurde auf Wünsche der Eltern eingegangen, die das Konzept offener gestalten wollten.

„Schön daran ist, dass es Wissenschaft wirklich zum Anfassen bietet“, sagte Schülerin Vivienne Vorlop (16) aus Mühlen Eichsen. Ihre Klassenkameradin Johanna Loos (16) aus Johannstorf fand, dass die Aktion „einen guten Eindruck von dem verschafft, was man machen und erreichen kann“. Neben einem Rennwagen gab es drei Stationen. Unter anderem mussten die Schüler zwei Meter lange Brücken bauen — und zwar ohne Nägel und Kleber. Nur durch ihre Struktur hielten die Bretter zusammen. Lehrerin Antonia Pioch (27) aus Grevesmühlen: „Der Wettbewerbsgedanke ist gut. Die Schüler können Teamarbeit üben.“ Tom Evert (16) aus Grevesmühlen, der an einer der Brücken mitbaute, konnte sich erst gar nicht vorstellen, dass man mit dieser Methode etwas aufbauen kann. „Im ersten Moment denkst du: Das funktioniert nicht, aber dann, dann stand sie auf einmal“, erzählte er.

Darüber hinaus präsentierte Mohamed Ibn Mounajjim, wissenschaftlicher Mitarbeiter der Hochschule Wismar, Lego Mindstorms-Roboter. Mit Hilfe eines Prozessors, Sensoren, Elektromotoren und Lego-Bausteinen können autonome, interaktive Systeme konstruiert und programmiert werden — kleine Roboter eben.

Fünf Hochschulen, Universitäten und Fachhochschulen wirken an der MINT-Road-Show mit. Die Hochschule Wismar war bei der Aktion am Gymnasium „Am Tannenberg“ eingebunden. Weiterhin sind die Uni Rostock und die Hochschulen Neubrandenburg und Greifswald und die Fachhochschule in Stralsund Kooperationspartner. Studierende, Dozenten und Studienberater sind als Experten dabei, um den Schülern zu zeigen, was Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik ausmacht. „Das Ziel war es, einen Hingucker auf dem Schulhof zu bieten“, so Katrin Kasprzack (27) von der Agentur „Orca von Loon“. Mathe- und Physiklehrerin Andrea Großmann sah es ähnlich: „Es ist etwas anderes, Roboter draußen gezeigt zu bekommen.“

MINT und was es bedeutet
Mathematik, Informatik, Naturwissenschaft und Technik — die Bestandteile des Wortes MINT — sollen bei der Initiative „MINT Zukunft schaffen“

gefördert werden, um dem Fachkräftemangel in diesen Bereichen entgegenzuwirken. Die deutsche Wirtschaft

rief die Initiative 2008 ins Leben.


Fünf MINT-Schulen gibt es in MV. Eine davon ist seit 2009 das Gymnasium „Am Tannenberg“. MINT bedeutet nicht nur, dass die Schüler gefördert werden, sondern auch, dass die Lehrer zu Fortbildungen fahren. „Jugend forscht“ und „Roberta — Mädchen

erobern Roboter“ kooperieren beispielsweise mit MINT — um Talente zu fördern und das Segment zu stärken.


Ein Drittel aller Studenten studieren in MINT-Fächern.

Dana Dolata

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