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Wismar Teiche sollen wieder Teiche werden
Mecklenburg Wismar Teiche sollen wieder Teiche werden
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00:01 19.05.2017

Die Karte von Warkstorf, einem Ortsteil der Gemeinde Benz, weist mehrere Teiche aus. Doch manche führen kaum noch Wasser, andere sind schon ausgetrocknet. Zudem wurden offene Gräben verrohrt. Gemeindevertreter Dietmar Hocke möchte nun, dass die Gemeinde ein Konzept zur Renaturierung der Gewässer erstellen lässt, zumal es Fördermittel dafür gibt. Bürgermeister Elmar Mehldau (ptl.) lehnte ab. „Mein Hauptproblem ist, dass in der Vorlage die finanziellen Auswirkungen auf die Gemeinde fehlen. Sie hätten aber in Euro ausgewiesen werden müssen“, sagte er. Und er wies darauf hin, dass die Gemeinde keinen genehmigten Haushalt habe, daher auch keine Mittel für überplanmäßige Ausgaben aufnehmen könne.

„„Aus meiner Sicht müsste man auf konkrete Projekte zurückgreifen können, um an die Fördermittel zu kommen. Das ist bei uns nicht der Fall. Darum sollte das Ganze erst in den Bauausschuss.“ Elmar Mehldau Bürgermeister von Benz

Das Konzept würde die Gemeinde unter Umständen keinen Cent kosten, erklärte Dietmar Hocke. „Je nach Förderprogramm werden die Planungs- und Investitionskosten hoch bezuschusst“, sagte er. In einem ersten Schritt sollte das von der Landesregierung anerkannte Umweltplanungsbüro „biota“, das schon mit vielen staatlichen Ämtern und Verbänden zusammengearbeitet hat, bis August das Konzept für die Renaturierung der Gewässerläufe in Warkstorf erstellen, so das Ansinnen des Gemeindevertreters. Nach einer ersten Grundlagenrecherche solle es im Anschluss die Gemeindevertretung informieren, welche Möglichkeiten zur Renaturierung bestehen und aus welchen Fördertöpfen die Gemeinde schöpfen könnte.

Unterstützung für sein Ansinnen bekam Dietmar Hocke von Andrea Oleak. Die Einwohnerin von Benz kennt sich als Geschäftsführerin des Wasser- und Bodenverbandes Obere Warnow bestens mit der Problematik aus. Es gebe zwei Fördermöglichkeiten, erklärte sie. Zum einen sei da die Richtlinie zur Förderung nachhaltiger wasserwirtschaftlicher Vorhaben. Maßnahmen zur Renaturierung von Gewässern würden zu 90, an Teichen und Söllen zu 80 Prozent gefördert. Eine sogar 100-prozentige Förderung vom Land kann es bei Projekten nach der Förderrichtlinie des Naturschutzes geben. „Und das Tolle an diesen Förderungen ist, dass die Erarbeitung eines Konzeptes mit dem gleichen Prozentsatz gefördert wird, wie anschließend Maßnahme selbst“, sagte Andrea Oleak.

Die Geschäftsführerin des Wasser- und Bodenverbands Obere Warnow wies die Benzer Gemeindevertreter auch darauf hin, „dass gemäß der Wasserrahmenrichtlinie des Landes die Gemeinde verpflichtet ist, ihre Gewässer bis 2021 in einen guten ökologischen Zustand zu bringen“. Dennoch sträubte sich Elmar Mehldau, der Anregung von Dietmar Hocke zuzustimmen. „Die konkrete Durchführung solcher Projekte ist sehr aufwändig und eine Renaturierung könnte Millionen kosten. Das Geld hat die Gemeinde einfach nicht“, argumentierte der Bürgermeister. Die Vorlage war ihm auch zu ungenau, da sie alle Gewässerläufe der Ortslage Warkstorf einschloss.

Mehldau schlug vor, den Antrag im Bauausschuss zu beraten. Dessen Mitglieder könnten dann mit Uwe Brüsewitz, Geschäftsführer des zuständigen Wasser- und Bodenverbands Wallensteingraben-Küste, und gern auch mit Andrea Oleak und einem Vertreter des Umweltplanungsbüros festlegen, welche Gewässer in Warkstorf konkret renaturiert werden können und sollen. Der Vorschlag wurde mehrheitlich angenommen.

„Ich habe das Konzept hauptsächlich gemacht, weil ich finde, dass wir uns als Gemeinde zu einer nachhaltigen, ökologischen und naturnahen Entwicklung bekennen sollten“, sagte Dietmar Hocke. In den 1980er Jahren sei der Natur- und Wasserhaushalt in Warkstorf durch Meliorationsmaßnahmen zur Bodenverbesserung, in diesem Fall die Entwässerung von Feldern in Zurow, nachhaltig geschädigt worden. Mit seinem Vorschlag möchte der Landwirt versuchen, die in gut 30 Jahren aufgetretenen Schäden rückgängig zu machen.

Sylvia Kartheuser

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