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Theater wird ab Mai komplett saniert

Wismar Theater wird ab Mai komplett saniert

St. Georgen, das Zeughaus und die Markthalle werden in der Zwischenzeit zur Bühne. Für kleinere Veranstaltungen wird noch die Kammer- und Puppenbühne genutzt.

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Alt, antiquiert und bauf�llig zeigt sich das Theater der Hansestadt in der Nachbarschaft der Hochschule.

Quelle: hoff

Wismar. Die Tage des alten Wismarer Theaters sind gezählt. „Für die Sanierung wird es zwei Bauabschnitte geben“, sagt Frank Junge. Der Sprecher der Stadtverwaltung erläutert: „Zunächst wird das alte Foyer abgerissen. Nach dem Einrüsten und Ausräumen des Theatersaal- und Bühnengebäudes werden dort die Rohbauarbeiten durchgeführt, zeitgleich wird mit dem Anbau an der Nordseite begonnen.“

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Die Spielzeit wird voraussichtlich im Mai 2015 wieder aufgenommen.“Frank Junge, Sprecher der Wismarer Stadtverwaltung

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Im zweiten Bauabschnitt wird der jetzige Verwaltungsanbau mit der Kammer- und Puppenbühne abgerissen. Junge: „Dies gestattet insgesamt nur einen eingeschränkten Spielbetrieb. Die Spielzeit im großen Theatersaal wird am 30. April beendet und voraussichtlich im Mai 2015 wieder aufgenommen.“

In der Zwischenzeit werden alternativ das Zeughaus, St. Georgen, die Markthalle und der Bürgerschaftssaal zur Bühne. Den Anfang macht am 3. Mai das Sommerkonzert der Norddeutschen Philharmonie Rostock in der Georgenkirche. Junge: „Wir wollen das Repertoire an die Gegebenheiten anpassen. Theaterbesucher müssen nicht befürchten, dass während der Bauzeit nichts stattfindet.“ Einfach wird das aber nicht, weckt der Sprecher keine falschen Erwartungen und sagt: „Es ist sicher mit Einschnitten zu rechnen. Wir wollen die Übergangszeit so optimal wie möglich nutzen, aber die Ersatzvarianten sind nicht geeignet, ein Theater zu ersetzen.“

Die Sanierung des Theaters war und ist wegen der enormen Mehrkosten von fast 2,5 Millionen Euro umstritten. Dennoch: Die Bürgerschaft stimmte für das Vorhaben. Erst im letzten Dezember hatte sich die Politik mehrheitlich dazu durchgerungen, dass die Stadt abermals Mehrkosten in Höhe von diesmal 359 000 Euro für die geplante Instandsetzung, Modernisierung und Erweiterung auffängt.

Die Kosten belaufen sich auf nunmehr 5,04 Millionen Euro und sind damit fast doppelt so hoch wie ursprünglich angenommen. Bereits in der Vergangenheit musste die Politik zweimal über erhebliche Mehrkosten beim Theater beschließen. Der Eigenanteil der Stadt beläuft sich auf rund 2,3 Millionen Euro. Darüber hinaus liegt der städtische Zuschussbedarf für die Unterhaltung des Theaters bei jährlich rund 600 000 Euro. Den Anfang der Theatersanierung hatte vor Jahren das Foyer gemacht. Dieses kostete 675 000 Euro. Fördermittel gab es dafür nicht.

Die unmittelbar nächsten Schritte für die Sanierung sind der Abschluss der Ausführungsplanung und die Vorbereitung der Ausschreibungen für die einzelnen Lose. Wegen der massiven Mehrkosten in der Vergangenheit hatte die Stadt zwischenzeitlich ein neues Planungsbüro verpflichtet. Dieses ermittelte im letzten Jahr zunächst zusätzliche Kosten von 806 000 Euro. Durch planerische Änderungen wurden 447 000 Euro gespart, so blieb die Restsumme von 359 000 Euro. Beauftragt mit der Planung ist die Arbeitsgemeinschaft Architekturbüro Albert und Planer sowie Baumanagement Ulrich (beide Rostock).

Folgende Sparmaßnahmen sollen umgesetzt werden: Der Neu- bzw. Anbau wird komplett umgeplant, dadurch entfällt das Kellergeschoss fast gänzlich. Die Puppenbühne wird im Neubau realisiert und die Lüfterzentrale im Saal unter der Seitenbühne eingeordnet. Die Theaterklause kann im neuen oder alten Foyer realisiert werden, die sanitären Anlagen werden bereits im neuen Foyer genutzt.

Dass zuletzt dennoch Mehrkosten entstanden sind, wird von den Planern so begründet: Es wurden durchweg keine auskömmlichen Preise angesetzt; die Statik war nicht in die Genehmigungsplanung eingearbeitet mit der Folge, dass allein die Deckenkonstruktion 200 000 Euro teurer wird; die Maßnahmen zum Abdichten des Bauwerks sind als unzureichend eingeschätzt worden; der propagierte Passivhausstandard des neuen Anbaus wurde nicht erreicht.

Ja-Stimmen und Enthaltungen zur Theatersanierung kamen in der Wismarer Politik zuletzt von SPD, Linke und CDU, dagegen lehnten FDP, Für Wismar und Bürgerfraktion dies ab. Vielfach herrscht die Sorge, dass das Ende der Fahnenstange bei den zusätzlichen Kosten noch nicht erreicht ist.

Dreimal finanzieller Nachschlag

5,04 Millionen Euro betragen die Gesamtkosten für Sanierung und Umbau des Theaters. Zunächst sollte dies 2,56 Millionen Euro kosten.

Im April 2010 die erste Hiobsbotschaft: Das damalige Planungsbüro beziffert die Mehrkosten auf 1,79 Millionen Euro. Im Juni 2011 ergibt eine Prüfung unter Beachtung der Baupreisentwicklung Mehrkosten von 331 000 Euro. Und 2012 kommen weitere 359 000 Euro dazu.


Finanzierung: 349 000 Euro von der Deutschen Bundesstiftung Umwelt; 892 000 Euro Fördermittel; 1,477 Millionen Euro als Darlehen aus dem Kommunalen Aufbaufonds (zinsgünstig 2,5 Prozent).


Die Differenz von 2,322 Millionen Euro muss die Stadt aufbringen.

Heiko Hoffmann

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