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Wismar Spaziergänger entdecken toten Schweinswal an Poels Küste
Mecklenburg Wismar Spaziergänger entdecken toten Schweinswal an Poels Küste
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16:08 14.01.2019
Ein toter Schweinswal wurde von Spaziergänger an der Küste der Insel Poel entdeckt. Quelle: Kerstin Schröder
Am Schwarzen Busch/Insel Poel

Es stürmt mal wieder heftig an Poels Küste. Trotzdem oder gerade deshalb sind Am Schwarzen Busch Spaziergänger unterwegs. „Das Tier liegt dahinten bei den Steinen“, sagt eine junge Frau und zeigt in Richtung Steilküste. Dort ist am Sonntag ein toter Schweinswal angespült worden. „Meine Kinder wollten ihn unbedingt sehen, er ist ganz schön groß“, ergänzt sie.

Etwa einen halben Meter lang ist der Schweinswal. Trotz seiner Größe ist der Kadaver auf den ersten Blick nicht gleich zu erkennen. Zwar liegt er direkt am Ufer, um ihn herum aber auch jede Menge Seegras. Hinzu kommen viele Steine. Woran das Tier gestorben ist, ist noch unklar. Es soll am Dienstag zur Untersuchung ins Deutsche Meeresmuseum nach Stralsund gebracht werden. Denn das hat den Auftrag, alle Totfunde zu registrieren und zu untersuchen.

73 tote Schweinswale sind im vergangenen Jahr von den Mitarbeitern des Meeresmuseums inspiziert worden. Der Poeler Fund ist der zweite in diesem Jahr. Das Tier soll gut genährt gewesen sein, so die erste Einschätzung der Experten. Bei den Untersuchungen in Stralsund wird nicht nur die Todesursache geklärt, sondern es werden auch Fragen beantwortet wie: Hatten die Tiere Infektionskrankheiten, Parasiten oder vielleicht Plastikmüll verschluckt? Denn durch verschiedenste äußere Einflüsse, wie die Verschmutzung der Meere durch Müll und Giftstoffe, und Veränderungen bei der Häufigkeit von Beutefischen und Unterwasserlärm, sind Schweinswal stark vom Aussterben bedroht.

Sichtungen bitte melden

Das Deutsche Meeresmuseum erforscht seit vielen Jahren die Population des einzigen heimischen Wals in der Ostsee und wertet Sichtungsmeldungen aus. Die Ergebnisse sollen zum Bestandsschutz der Meeressäuger in der Ostsee beitragen. Die Forscher bitten deshalb Wassersportler und Strandbesucher alle Funde zu melden – möglich ist das mit der kostenlosen App „OstSeeTiere“ und unter der Telefonnummer 03831 / 2650 3333.

Wie das Meeresmuseum mitteilt, verenden viele Schweinswale jedes Jahr als unbeabsichtigter Beifang in Stellnetzen, mit denen heute vorwiegend vor der deutschen Ostseeküste gefischt wird. Hätten sich die Tiere einmal in den Netzen verfangen, könnten sie nicht mehr zum Atemholen an die Wasseroberfläche schwimmen und würden ertrinken. Selbst wenn sie das „Glück“ hätten, sich aus den Netzen befreien zu können, erleiden sie meist schwere Verletzungen. Seit einigen Jahren wird nach Möglichkeiten gesucht, Schweinswale davon abzuhalten in die Netze zu schwimmen. Zum einen seien sogenannte Pinger entwickelt worden. Diese Geräte werden an den Netzen angebracht und senden Laute aus, die als Warnung dienen sollen. Die Meere sind inzwischen jedoch voll von unnatürlichen Geräuschen, so dass die „Pingerlaute“ nur ein weiteres Geräusch von vielen und nicht so effektiv sind wie erhofft – auch weil sich die Tiere an sie gewöhnen.

Zum anderen sind Versuche unternommen worden, Netze mit Bariumsulfat zu versetzen, ein Salz der Schwefelsäure. Dadurch können die Schweinswale die Netze rechtzeitig orten. Doch es löst sich nach einer Weile aus den Netzen, was auch schädlich für das Ökosystem ist.

Um auf die Gefährdung der heimischen Walart aufmerksam zu machen, hat das Bundesfinanzministerium eine Sonderbriefmarke „Der Schweinswal – gefährdete deutsche Walart" herausgegeben. Mecklenburg-Vorpommerns Umweltminister Till Backhaus (SPD) hat sie in der vergangenen Woche vorgestellt (die OZ berichtete). 46 Millionen Exemplare soll es davon geben. Die Briefmarke hat einen Wert von 45 Cent und ist in den Verkaufsstellen der Deutschen Post AG erhältlich.

Bereits nach der ersten Sturmflut des Jahres am 2. Januar war ein toter Schweinswal an die Küste zwischen Steinbeck und Redewisch (Nordwestmecklenburg) gespült worden. Auch dieses Tier ist nach Stralsund gebracht worden.

Mehr lesen: Toter Schweinswal in Heiligendamm angespült

Kerstin Schröder

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