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Traditionspflege auf der „Wissemara“

Wismar Traditionspflege auf der „Wissemara“

120 ehemalige Marinesoldaten der Fregatte „Emden“ nutzten Erlebnistörn auf der Poeler Kogge

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So viele Gäste wie die der „Emden“-Reservisten nebst Angehöriger gab es an Bord der „Wissemara“ selten. Doch dann wurde die Großgruppe für zwei Törns halbiert. Indessen erlebte der an Land gebliebene Rest eine interessante Stadtführung.

Quelle: Hans-Joachim Zeigert

Wismar. Selten bewegte sich so ein massiver Besucherstrom am Alten Hafen in Richtung Poeler Kogge. Am Ende summierte sich die Gruppe auf gut 120 Leute, alles Ex-Marinesoldaten mit ihren Angehörigen. Vor dem Schiff begrüßte sie Cheforganisator Joachim Müller. Das Vorstandsmitglied im Koggenförderverein hatte dank seiner spaßig lockeren Art keine Mühe, die ohnehin motivierte und unternehmungslustige Truppe der Altgedienten auf den Törn einzustimmen.

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120 ehemalige Marinesoldaten der Fregatte „Emden“ nutzten Erlebnistörn auf der Poeler Kogge

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Genau genommen zwei Törns, denn die allgemeinen Bestimmungen müssen laut Fahrterlaubnizertifikat schon eingehalten werden. Für das gemeinsame Erinnerungsfoto der gesamten Truppe, die selten das Vorschiff so füllte, gab es natürlich keine Bedenken. Markantestes Zeichen der Ex-Mariners im Seniorenalter: Mützen und Jacken mit dem Kennzeichen ihres einstigen Dienstschiffes, der Fregatte „Emden“.

Die Idee des mehrtägigen Kameradschaftstreffens im Raum Wismar, zu der auch der Wunsch des Koggentörns gehörte, reifte bereits im Vorjahr. „Das war während der Bremerhaven Sail, wo einige von uns die Kogge ‚Wissemara' und ihre Besatzung kennenlernten“, erzählten Joachim Killus aus der Nähe von Husum und Erich Stenz aus Bayern. Der Nordfriese, weil am nahesten dran, knüpfte die Kontakte mit dem Förderverein. „Ich merkte sofort bei der ersten Begegnung mit Herrn Müller, hier stimmt die Chemie und das mit der Kogge wird eine ganz tolle Sache“, sagte Namensvetter Joachim. Sein Fazit am Ende:

„Wir wurden nicht enttäuscht, wurden von einer fest mit der Kogge verwachsenen Crew hervorragend betreut und hatten nebenbei tolle Gespräche und ein schönes Segelerlebnis auf mittelalterlichen Spuren.“

Joachim Killus organisatorisch zur Seite stand der einstige bayrische Hauptbootsmann. Der fand nach zwölf Jahren Bundesmarine, davon drei Jahre auf dieser Fregatte, dass auch danach Kameradschaftsgeist und maritime Traditionen der „Emden“-Familie erinnerungswert seien. So rief der heute 69-Jährige im Jahre 1990 diese lose Kameradschaftsvereinigung ins Leben. Inzwischen finden die Treffen alle zwei Jahre an verschiedenen Orten bundesweit statt. Der Begriff Familie deshalb, weil es bisher insgesamt vier Fregatten namens „Emden“ gab, darunter einen kleinen Kreuzer der Kaiserlichen Deutschen Kriegsmarine. Damit setzen auch nachfolgende Generationen die Traditionspflege fort.

„Für uns ist es eine große Ehre, dass der letzte Kommandant der vierten ,Emden’, Kapitän zur See Vito Houselle, unter uns weilt und für dieses Treffen die Schirmherrschaft übernommen hat“, sagte Erich Stenz. Der inzwischen 75-jährige ranghöchste Marineoffizier a. D. hatte als damaliger Fregattenkapitän von 1980 bis 1983 das Kommando des Kriegschiffes inne, das 1961 in Dienst gestellt wurde.

Es folgten weitere Schiffe dieser Klasse wie die Fregatten „Köln“, „Augsburg“ und „Lübeck“. „Für mich wurde allerdings die allerletzte Fahrt zur traurigen Pflicht, denn im September 1983 mussten wir das Schiff in die Türkei überführen“, erinnert sich der letzte Kapitän. Dort wurde es im Rahmen der Nato-Verteidigungsstruktur in die dortige Marine eingegliedert.

Ältester Teilnehmer des Kameradschaftstreffens war übrigens mit fast 98 Jahren Herbert Panke. Er ist zehn Jahre auf der letzten „Emden“ gefahren und war bereits bei der Indienststellung an Bord.

Hans-Joachim Zeigert

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