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Tressow: Aus für integratives Wohnprojekt

Bobitz Tressow: Aus für integratives Wohnprojekt

Alte Gärtnerei darf nicht zur Notunterkunft für anerkannte Asylbewerber umgebaut werden

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Das Wohnprojekt für Asylberechtigte ist vom Tisch. Nun sollen in den Gewächshäusern der Alten Gärtnerei in Tressow, einem Ortsteil der Gemeinde Bobitz, bald exotische Pflanzen wachsen. Zudem ist ein Kunst- und Kulturzentrum geplant. Fotos (3): Peter Täufel

Bobitz. Die Alte Gärtnerei im Ortsteil Tressow wird nicht zum Wohnprojekt umgebaut. Die Gemeindevertreter haben den Antrag auf Nutzungsänderung endgültig abgelehnt. Der Wismarer Verein „DOT•KOM“ (steht für Demokratie, Teilhabe, Kommunikation) als Eigentümer wollte im ehemaligen Verwaltungsgebäude der Gärtnerei eine Notunterkunft für anerkannte Asylbewerber einrichten, für die Zeit zwischen Verlassen der Flüchtlingsunterkunft und eigener Wohnung (die OZ berichtete).

 

OZ-Bild

Unter diesen Voraus- setzungen kann ich diesem Antrag nicht zustimmen.“ Stefanie Uth, Bürgermeisterin Bobitz

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Primär hätten wichtige Unterlagen zum Flucht- und Rettungswegeplan sowie zum Brandschutz gefehlt, hieß es zur Begründung. Diese Unterlagen wurden trotz Aufforderung, auch seitens des Bauamtes des Landkreises, nicht eingereicht. „Unter diesen Voraussetzungen kann ich dem Antrag nicht zustimmen. Schließlich muss ich dafür den Kopf hinhalten, wenn was passiert. Und hier geht es schließlich um Menschenleben“, begründete Bürgermeisterin Stefanie Uth (parteilos) ihre Entscheidung. Generell sei man in der Gemeinde etwas verwundert über die „DOT•KOM“, dass der Verein seit der Bürgerversammlung und der anschließenden Zurückstellung des Beschlusses in der Gemeindevertretersitzung im März nichts mehr von sich hören ließ.

Auch Fragen der Gemeinde nach der Finanzierung des Umbaus seien unbeantwortet geblieben. Hinzu komme, dass eine Meldeanfrage des Jobcenters Nordwestmecklenburg nicht gerade vertrauensbildend gewirkt habe: Danach soll die „DOT•KOM“ für 35 Asylbewerber einen Antrag auf Arbeitslosengeld II gestellt und als Adresse die Alte Gärtnerei angegeben haben. Tatsächlich sollen dort aber nur Briefkästen gehangen haben, die Personen aber anderswo untergebracht worden sein. „Das ist doch alles etwas undurchsichtig und dubios“, gab Bauausschussvorsitzender Hans-Jürgen Quandt (BWG) zu bedenken. Einzig Kristian Karlisch (CDU) sprach sich für den Antrag auf Nutzungsänderung aus: „Mir ist das lieber, wenn da jemand wohnt, als dass dort im Wohngebiet ein Gewerbe betrieben wird“, argumentierte er.

Seine Ja-Stimme war die einzige der neun anwesenden Kommunalpolitiker.

Auf Nachfrage der OZ zeigte sich der stellvertretende Vorsitzende der „DOT•KOM“, Michael E. Deppe, wenig überrascht: „Ich hatte mir sowas schon gedacht, seit ich gehört habe, dass die Landrätin so ein Objekt lieber mit dem DRK als Betreiber haben möchte“, erklärte der Sozialpädagoge. Der Verein habe nicht vor, den Plan einer Notunterkunft für Asylbewerber weiter zu verfolgen. Auf die Frage, wie es nun weitergehen soll mit der Alten Gärtnerei antwortete er: „Wir werden in diesem Jahr auf jeden Fall die Gärtnerei wieder in Betrieb nehmen, in den Gewächshäusern exotische Pflanzen anbauen, die die Flüchtlinge aus ihrer Heimat kennen“, berichtete Deppe. Das Gewächshaus mit festem Boden soll als Kunst- und Kulturzentrum genutzt werden. Perspektivisch plane der Verein die Reaktivierung als Ausbildungszentrum.

Das sehe die Arbeitsagentur laut Bürgermeisterin Uth derzeit kritisch. Da solche Ausbildungsstätten immer mehr zentralisiert werden und es aktuell keine Unterkunft für potenzielle Azubis an diesem relativ abgelegenen Ort mit wenig Angeboten im Öffentlichen Nahverkehr gibt, sei das wenig wahrscheinlich.

Peter Täufel

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