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Einstiegsqualifizierung der Agentur für Arbeit bringt junge Menschen aus Nordwestmecklenburg in die betriebliche Ausbildung

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Janice Minner (19) hat in Neukloster nach Praktikum und Einstiegsqualifizierung einen Ausbildungsplatz als Kfz-Mechanikerin erhalten.

Wismar. Janice Minner und Pascal Hellmanzik (beide 19) sind glücklich. Endlich haben sie ihre Lehrverträge unterschrieben. Pascal macht bei Erwin Hirschner in Rüggow eine Ausbildung zum Tierpfleger, Janice lernt in Neukloster bei Thomas Löwe Kfz-Mechanikerin. Beide haben ihre Lehrherrn durch die Einstiegsqualifizierung der Agentur für Arbeit überzeugt.

OZ-Bild

Einstiegsqualifizierung der Agentur für Arbeit bringt junge Menschen aus Nordwestmecklenburg in die betriebliche Ausbildung

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„Durch die sechs Monate bis ein Jahr dauernde Qualifizierungsmaßnahme wollen wir junge Menschen in betriebliche Ausbildungen bringen, die zum Beispiel wegen eines schlechten Schulzeugnisses kaum eine Chance dazu hätten“, sagt Edgar Macke, Geschäftsführer der Agentur-Geschäftsstelle in Wismar.

Der Einstiegsqualifizierung (EQ) ist ein Praktikum vorgeschaltet, bei dem sich Arbeitgeber und möglicher Lehrling erst einmal kennenlernen. „Das ist die Zeit, in der beide entscheiden müssen, ob es passt“, sagt Edgar Macke. Durch den vergleichsweise langen Zeitraum der anschließenden EQ lernt der Arbeitgeber dann, die Leistungsfähigkeit des Lehrstellenaspiranten besser einzuschätzen.

So war es auch bei Janice Minner aus Neukloster. Im Autohandel von Thomas Löwe lernt sie Kfz-Mechanikerin – und wie sie mit der Knarre die Schrauben an der Ölwanne löst sieht schon sehr professionell aus. „Eigentlich wollte ich Maler und Lackierer werden“, erzählt die 19-Jährige. Sie hatte auch mehrere Bewerbungen geschrieben, aber nur Absagen erhalten, eine mit der Begründung: bitte keine Brillenträger. „Was für ein Unsinn“, sagt Edgar Macke. Auch Brillenträger könnten gute Maler und Lackierer sein.

Durch die Vermittlung ihres Freundes kam sie für ein Praktikum zum Autohandel von Thomas Löwe. „Dabei habe ich meine Liebe zu Autos entdeckt. Ich wollte immer etwas machen, wo keine Routine eintritt.

Das ist hier der Fall“, sagt Janice. Schließlich gebe es so viele verschiedene Automarken. Vor allem aber überzeugte sie in den drei Wochen den Firmenbesitzer und seinen Ausbilder Henry Niemann. Am 1. September 2015 begann ihre von der Arbeitsagentur geförderte Einstiegsqualifikation. Sie läuft noch bis zum 31. August. „Ab 1. September ist sie dann unser Lehrling, der Vertrag ist unterschrieben und das Lernen kommt mit der Arbeit“, erklärt Henry Niemann.

Ganz ähnlich ist der Werdegang von Pascal Hellmanzik. Tierpfleger war schon immer sein Traumberuf. Allerdings war der Weg zur Lehrstelle lang. „Ich habe mich in ganz Deutschland beworben und auch in Österreich – aber nur Absagen bekommen, zum Teil mit absurden Begründungen“, berichtet der 19-jährige Rostocker. Zum Beispiel, dass er mit seinen 2,05 Meter schlicht zu groß sei für die Käfigtüren. Das sei nicht von der Hand zu weisen, sagt Erwin Hirschner, Inhaber des gleichnamigen Hundeservices aus Rüggow. „Zwingertüren sind meist 1,80 Meter hoch, wer dann 2,05 Meter hat, muss Zusatzreflexe aufbauen, damit er auch in gebückter Haltung die Tiere halten kann“, erklärt er. Dennoch hat sich der Hundetrainer, auf dessen Hof von Meerschweinchen bis Pferd noch allerlei andere Tiere leben, für Pascal entschieden. Nicht zuletzt, weil der 19-Jährige sein Engagement für Tiere seit seiner Kindheit unter Beweis stellt. „Es gab für mich nie einen anderen Berufswunsch, als etwas mit Tieren zu machen“, sagt Pascal. Ein zweiwöchiges Praktikum im Tierheim Laage habe ihn eher noch bestärkt. Durch das Jobcenter in Rostock bekam er etwa 200 Adressen – doch nur Erwin Hirschner war bereit, ihm eine Chance zu geben.

Nach der Einstiegsqualifizierung beginnt nun auch für Pascal Hellmanzik die dreijährige Ausbildung. Derzeit denkt er nicht daran, sich selbstständig zu machen. „Ich würde lieber im Zoo arbeiten. Dazu brauche ich dann noch eine Zusatzqualifikation – aber wer weiß? Drei Jahre sind eine lange Zeit“, sinniert der junge Mann. Erwin Hirschner kann sich seinen Lehrling hingegen schon jetzt als seinen Nachfolger vorstellen: „Ich hätte nichts dagegen, wenn er in meine Tapsen gehen würde.“

Die Beispiele von Janice Minner und Pascal Hellmanzik machen Agenturleiter Edgar Macke vor allem eines deutlich: „Diese Lehrverträge zeigen, wie wichtig die Einstiegsqualifikation ist.“

Brücke in die Berufsausbildung

Vorrangige Intention einer Einstiegsqualifizierung (EQ) ist es laut Arbeitsagentur, jungen Menschen Gelegenheit zu geben, berufliche Handlungsfähigkeit zu erlangen. Gleichzeitig lernt der Ausbildungsbetrieb den jungen Menschen nicht nur im kurzen Bewerbungsgespräch kennen, sondern über einen Zeitraum von sechs bis zwölf Monaten im täglichen Arbeitsprozess.

Zielgruppen für EQ-Maßnahmen sind junge Menschen, die keinen Ausbildungsplatz finden konnten sowie junge Menschen, die aktuell noch nicht in vollem Umfang für eine Ausbildung geeignet oder lernbeeinträchtigt und sozial benachteiligt sind.

Ziel der EQ ist es, junge Menschen mit erschwerten Vermittlungsbedingungen in betriebliche Berufsausbildung zu bringen.

Für lernbeeinträchtigte oder sozial benachteiligte Auszubildende kann die Arbeitsagentur im Bedarfsfall ausbildungsbegleitende Hilfen gewähren.

Arbeitgeber, die eine betriebliche EQ durchführen, können durch Zuschüsse zur monatlichen Vergütung gefördert werden.

• Näheres beim Arbeitgeber-Service: Wismar.641-Arbeitgeber-Service@arbeitsagentur.de

Sylvia Kartheuser

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