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Wismar Umschulen und lernen im Netz
Mecklenburg Wismar Umschulen und lernen im Netz
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06:05 16.09.2017
Die Umschülerinnen Conny Rohde (vorn) und Nicole Harms folgen auf dem Monitor dem Lehrprogramm. Links Referentin Ute Rogge-Saretzki. Quelle: Haike Werfel
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Wismar

Lernen im Netz, im virtuellen Klassenzimmer mit Mitschülern, die aus allen Teilen Deutschlands kommen. Das ist das Konzept der WBS Training AG. Die Abkürzung steht für Weiterbildungsservice. Der Wismarer Bildungsträger, der bislang am Diamanthof tätig war, ist jetzt in die Altstadt umgezogen. Im Gebäude Hinter dem Rathaus 15 stehen ihm im dritten Obergeschoss (ehemals Arbeitsagentur) auf 750 Quadratmetern mehr Räume zur Verfügung.„Die brauchen wir, weil wir Präsenskurse im Sprachbereich anbieten wollen“, berichtet Ute Rogge-Saretzki. Die Referentin für Berufliche Bildung ist gemeinsam mit Organisationsassistentin Nicole Bensch Ansprechpartnerin bei WBS am Standort Wismar. Geplant ist, am 23. Oktober den ersten Integrationskurs zu starten, den die Teilnehmer mit dem Sprachniveau B1 beenden. Der Kurs umfasst 300 Stunden und ist für jene gedacht, die nach 600 Stunden Unterricht die B1 nicht geschafft haben.

Kurse werden gefördert

Die WBS Training AG in Wismar führt vor allem Umschulungen und Weiterbildungen im kaufmännischen Bereich und in der Informationstechnologie (IT) durch. „Wir bieten geförderte Kurse in der Bürokommunikation, für Immobilien- und Industriekaufleute sowie für Kaufleute im Gesundheitswesen an“, informiert Ute Rogge-Saretzki. „Außerdem schulen wir Fachinformatiker in zwei Fachrichtungen – in der Systemintegration, das sind die Bastler, und in der Anwendungsentwicklung, das sind die Programmierer“, erläutert die Referentin.

Sich beruflich neu orientieren

Die Frauen und Männer, die eine Umschulung machen, wollen oder müssen einen neuen beruflichen Weg einschlagen. „Manch einer möchte sein Hobby zum Beruf machen. Ein anderer muss aus gesundheitlichen Gründen einen neuen Beruf erlernen“, sagt Ute Rogge-Saretzki. Conny Rohde zum Beispiel hat noch gar keine Berufsausbildung abgeschlossen. „Dafür sei ich jetzt zu alt, wurde mir gesagt, und mit zwei Kindern würde ich’s auch nicht mehr schaffen“, erzählt die 28-Jährige. Seit Januar schult sie bei WBS zur Kauffrau für Büromanagement um. Der Kurs umfasst anderthalb Jahre Theorie und ein halbes Jahr Praxis und endet mit der Prüfung vor der Industrie- und Handelskammer. „Diese Form des Unterrichts macht viel Spaß“, sagt Mitschülerin Nicole Harms. Die 39-Jährige war in der Hotellerie tätig. „Bei den Arbeitszeiten schaffe ich das mit vier Kindern nicht mehr. Mein Mann reist viel“, erklärt sie, warum sie sich beruflich neu orientiert. Sie hat jetzt schon zwei Arbeitsangebote, will aber das Praktikum abwarten.

Jobangebote schon während der Umschulung

Jobangebote während der Umschulung seien nichts Ungewöhnliches, sagt die Bildungsreferentin. „Die Kursteilnehmer erhalten zwischendurch eine Leistungsbewertung, mit der sie sich bei Firmen bewerben.“ Viele würden von ihren Praktikumsbetrieben übernommen, weil sie ins Team passen.

Auch Bewerbungscoaching möglich

WBS bietet auch ein Bewerbungscoaching an. „Möglicherweise liegt es an den Bewerbungsunterlagen, wenn jemand keinen Job findet. Vielleicht sind sie für den Arbeitgeber nicht ansprechend gestaltet“, sagt Ute Rogge-Saretzki. „Es ist unser hehres Ziel, neben Umschulung und Weiterbildung den Menschen zu helfen, Arbeit zu finden“, erklärt die 63-Jährige. „Wir beraten sie kostenlos, worin sie sich weiterbilden wollen, und stricken dann ein Bildungsangebot.“ Das legen sie den Förderträgern vor – der Arbeitsagentur, dem Jobcenter oder der Deutschen Rentenversicherung. Die entscheiden über den Bildungsgutschein. Bei WBS würden die Kursteilnehmer die familiäre, respektvolle Atmosphäre schätzen. Sie treffen sich, tauschen sich aus, haben immer einen Ansprechpartner vor Ort. Nicht zuletzt verweist die Referentin auf das Business-Training. Das heißt, Betriebe können interne Schulungen bei WBS buchen.

Haike Werfel

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