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Unbekannte sägen geschützte Bäume mit Greifvogelhorsten ab

Seefeld Unbekannte sägen geschützte Bäume mit Greifvogelhorsten ab

Arbeitsgemeinschaft vermutet: Jemand will an Windkraftanlagen mitverdienen

Seefeld. Die Mitglieder der Arbeitsgemeinschaft Naturschutz Testorf-Steinfort sind sauer. Seit Jahren setzen sie sich gegen den Bau von Windkraftanlagen ein und sichten dazu die Horste des Rotmilans, von Seeadlern oder anderen Greifvögeln. Denn von diesen Nestern müssen Windkraftanlagen mindestens 1000 Meter Abstand haben. Nachdem bekannt wurde, dass ein weiterer Windpark zwischen Seefeld, Dalliendorf und Alt Meteln entstehen könnte, haben Unbekannte nun eine gut 20 Meter hohe Esche abgesägt. Der Baum war Brutstätte eines Rotmilans und nur einen Steinwurf vom Windeignungsgebiet entfernt.

„Wir wissen nicht wer, fest steht nur, dass der Baum abgesägt wurde, obwohl er bereits als Horstschutz Klasse I mit grüner Farbe markiert wurde“, erklärt Uta Rogge. Sie ist die zweite stellvertretende Bürgermeisterin der Gemeinde Testorf und in der Arbeitsgemeinschaft aktiv tätig. Auch Ornithologe Rico Giese findet nur eine Erklärung: „Hier will jemand am Windpark mitverdienen, ganz klar."

Der Eigentümer des kleinen Flurstückes, Landwirt Jens Bothmann, bestreitet hingegen, etwas von der Fällung gewusst zu haben. „Die vielen kleinen Flurstücke sind verpachtet und werden von Landwirten bearbeitet“, erklärt er. Ihm sei bewusst, dass derzeit Brennholz aus Pappeln gemacht werde, doch von der Fällung der Esche wisse er nichts, sagt Bothmann. Die Mitglieder der Arbeitsgemeinschaft hingegen sind sich sicher, dass der Baum nicht gefällt wurde, um daraus Brennholzes zu machen.

„Es ist es der einzige Baum auf diesem Flurstück, der gefällt wurde, und das nachweislich früher als die anderen. Zuletzt sind die Pappeln auf den Nachbargrundstücken bereits zu Brennholz gesägt worden, die Esche nicht“, erklärt Rainer Strehlow, ebenfalls Mitglied der Arbeitsgemeinschaft. Auch Landwirtschaftsminister Till Backhaus (SPD) sieht in der Aktion ein Fehlverhalten. „Dass jemand den Baum mit einem Horst absägt, heißt allerdings nicht automatisch, dass das Windeignungsgebiet genehmigt wird“, erklärt er.

Diesen Hoffnungen geben sich jetzt auch die Mitglieder der Arbeitsgemeinschaft hin, denn in der Umgebung sind zudem zwei Seeadlerhorste katalogisiert. Die sind allerdings seit dem vergangenen Jahr verlassen. „Erst kam das eine Paar nicht mehr, nachdem wir keine Jungvögel sichteten, dann kamen die beiden anderen nicht mehr zurück, obwohl Junge im Nest zu sehen waren“, erklärt Uta Rogge. Einen genauen Grund kennt sie nicht, doch es reiche, wenn jemand ein vergiftetes Huhn in die Nähe wirft, erklärt Rogge. „Wer weiß, wer hier keine Greifvögel haben möchte“, sagt die Harmshagenerin. Denn der Abstand eines Windeignungsgebietes zu einem Seeadlerhorst muss sogar 2000 Meter betragen.

Maik Freitag

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