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Ungewöhnliche „Schätze“ geborgen

Wismar Ungewöhnliche „Schätze“ geborgen

Geocacher holen Müll aus dem Gewässer der Frischen Grube

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Mit Wathosen und Greifern brachten sie den Müll wieder ans Tageslicht. Fotos (7): Nicole Hollatz

Wismar. Sie sind die modernen Schatzsucher, die mit Handy oder GPS-Empfänger kleine Plastikdosen im Wald oder an anderen öffentlichen Orten aufspüren.

OZ-Bild

Geocacher holen Müll aus dem Gewässer der Frischen Grube

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Nicht um den Inhalt zu bekommen, sondern um sich im analogen oder digitalen Logbuch des Schatzes zu verewigen — Geocacher.

Am Wochenende trafen sich gut 30 Menschen mit diesem ungewöhnlichen Hobby in Wismar zur sehr ungewöhnlichen Schatzsuche. Ihr Gebiet war die Frische Grube, statt Plastikdöschen als Cache wartete dort säckeweise Wohlstandsmüll auf seine Hebung und fachgerechte Entsorgung.

Unter dem Slogan „CITO — Cache in, Trash out“ zogen die Geocacher in Wathosen und Gummistiefeln durch die Frische Grube. Schatz rein — Müll raus: Der CITO-Tag ist in der Geocaching-Szene international. In Wismar fischten die Frauen und Männer unzählige Bierflaschen, ein Fahrrad, einige Radkappen, ein Skateboard und sehr, sehr viel Plastik aus der Frischen Grube.

Diese Aktion wurde zum zweiten Mal in Wismar organisiert. „Wir müssen unseren Ruf verteidigen“, erklärt Sven Pietschmann, wieso er mitmacht. Denn oft denken Außenstehende, dass die Geocacher wild in der Natur umhertrampeln und diese dabei schädigen. „Das ist nicht so, wir schützen die Natur“, erzählt Pietschmann weiter.

Der internationale Tag ist eine Aktion von vielen. Manch einer der modernen Schatzsucher sammelt den Müll, über den man mitunter beim Wandern durch die Natur stolpert, einfach mit auf und wirft ihn in den nächsten Papierkorb. So wie in der Frischen Grube, auch wenn dort kein Cache versteckt ist.

Der Entsorgungs- und Verkehrsbetrieb Wismar hatte einen Container gesponsert. Kletternd und recht vorsichtig auf dem glitschigem Untergrund gingen die Geocacher die Frische Grube ab und reichten „ihre Fundstücke“ nach oben. Selbst vom Regenschauer ließen sie sich nur kurz aufhalten. Jürgen Oehler kam aus der Nähe von Rostock nach Wismar. „Wir waren vorher schon in Müggenburg und haben dort auf einen Baum einen Cache geloggt“, sagte der 72-jährige. „Geloggt“ heißt, dass der dortige Cache gefunden wurde, man sich ins ganz analoge Logbuch vor Ort eingetragen hat, dazu meist auch im Internet den Cache als „gefunden“ markiert. Dazu hat manch eine dieser Plastikdosen kleine Gegenstände zum Tauschen in sich. Manchmal sogar eine besondere Metallmünze, die von Cache zu Cache um die Welt wandert und deren Reise dank Nummer verfolgt werden kann.

Jürgen Oehler ist seit vier Jahren Geocacher, weil ihn die Rätsel in Verbindung mit dem Erleben in der Natur interessieren. Davon schwärmen die Geocacher— mit einem Ziel und manch einem Code, den es beispielsweise zu knacken gibt, eine Landschaft oder Stadt entdecken und „erobern“. „Bei unserem Einsatz in der Frischen Grube in Wismar haben wir vieles entdeckt“, so Jürgen Oehler.

Schatzsuche

Wismar ist reich an „Schätzen“, zumindest für Geocacher. Alleine 534 dieser „Caches“ listet die Seite

www.opencaching.de für die Hansestadt und die nähere Umgebung auf.

Viele Schätze, die es so zu finden gilt. Für die ganze Region schätzen die Geocacher, dass es gut 3500 Caches gibt.

Seit 16 Jahren grassiert das höchst ansteckende Geocachingvirus — seitdem sind die GPS-Koordinaten auch für Zivilisten auf zehn Meter genau.

Wer es einmal ausprobieren möchte, sollte sich auf opencaching.de oder geocaching.com registrieren und so seinen ersten Cache am Heimatort suchen und finden. Man braucht entweder ein GPS-Empfänger oder eine entsprechende App für das Smartphone.

Von Nicole Hollatz

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