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Wismar Urnen auf Wismarer Friedhof bevorzugt
Mecklenburg Wismar Urnen auf Wismarer Friedhof bevorzugt
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06:00 05.09.2017
Marion Matzek von der Wismarer Friedhofsverwaltung weist auf eine Insel, die eine Gemeinschaftsgrabstelle bildet. Hier können einfache Liegesteine eingesetzt werden, aber auch Auffälligeres – je nach Geschmack. Quelle: Michaela Krohn
Wismar

Urnen- oder Erdbestattung – diese Frage stellt sich für viele Wismarer dann, wenn ein Angehöriger verstirbt. Weil es auf dem Friedhof der Hansestadt aber viele Möglichkeiten für die letzte Ruhestätte gibt, bietet die Friedhofsverwaltung zweimal im Jahr eine Führung zu den verschiedenen Grabstätten an – mit großem Andrang. Auffällig dabei: Der Trend geht auf dem Friedhof weiterhin immer mehr zum Urnengrab hin. Knapp 90 Prozent der Bestattungen sind Urnenbestattungen.

Das bestätigt der Vorsitzende vom Bestatterfachverband in MV, Torsten Lange: „Es hat sich in den vergangenen zehn Jahren so eingepegelt – vor allem auf dem Wismarer Friedhof ist dieser Trend zu erkennen.“ Nur in den dörflicheren Gegenden des Landkreises wählen noch etwas mehr Menschen die klassische Erdbestattung. Die Ursachen sind vielfältig: „Urnengräber sind pflegeleichter, können individueller gestaltet werden und sind vor allem kostengünstiger – ein wichtiger Punkt in einer einkommensschwachen Region“, betont Lange, der in Warin tätig ist. Denn zwischen Feuer- und Erdbestattungen gebe es erhebliche Kostenunterschiede.

Urnengräber sind am günstigsten

Am günstigsten ist eine Urnenbestattung in Reihengrabstätte für 390 Euro für 20 Jahre inklusive Pflege. Am meisten kostet eine sogenannte Erdwahlgrabstätte in Rasen oder Rabatte: 3990 Euro für 25 Jahre inklusive Pflege.

Und dazwischen gibt es viele Möglichkeiten: Besonders gut angenommen werden derzeit Urnengemeinschaftsanlagen. Der Vorteil: „Dieses Grabmodel wird von Friedhofsgärtnern gepflegt – Angehörige brauchen und sollen dies dann nicht mehr tun – und der Name des Verstorbenen taucht auf einem Grabstein auf“, sagt Marion Matzek von der Wismarer Friedhofsverwaltung.

Und genau das ist für viele wichtig. „Sie wollen den Namen des Verstorbenen vor sich sehen, wissen, an welchem Ort sie trauern können“, weiß Matzek. Denn viele Menschen kämen zu ihr und erkundigen sich nach anonymen Gräbern. „Oft, weil die Kinder weit weg gezogen sind und in der Nähe keine Verwandten mehr leben. Sie wollen niemandem zur Last fallen“, berichtet Marion Matzek.

Verwaltung rät von anonymen Gräbern ab

Vielen rate sie dennoch genau davon ab: „Ich sage immer, reden Sie mit Ihren Kindern. Fragen Sie sie, was sie wollen, ob sie sich nicht ein richtiges Grab für ihre Eltern wünschen.“ Denn viele Menschen würden es im Nachhinein bereuen, ein anonymes Grab gewählt zu haben. „Sie kommen dann nicht damit klar, den Namen ihrer Lieben nicht zu lesen, keinen Ort zum Trauern zu haben,“, sagt die Friedhofsverwalterin.

Im Trend: Letzte Ruhestätte unter Bäumen

Viel zu tun hat Simone Schernell. Sie ist unter anderem für die Pflege der Gräber auf dem Wismarer Friedhof zuständig. Dieser ist 22 Hektar groß. „Das ist eine Menge“, sagt Simone Schernell. Ob Unkraut zupfen, Hecken schneiden oder Pflanzenpflege – die Friedhofsgärtner gehen dabei systematisch vor. Immerhin gebe es Tausende Gräber auf dem Ost- und Westfriedhof. „Wir wissen aber genau, welche wir pflegen müssen und welche von den Angehörigen selbst gepflegt werden“, sagt die Friedhofsgärtnerin. Und: Einen Teil der Pflegearbeiten teilen sich die städtischen Friedhofspfleger mit beauftragten Firmen.

Tag des offenen Friedhofs

Interessante Gespräche mit Besuchern und Interessierten bei Beköstigung und Melodien aus den 1920er- und 1940er-Jahren soll es am Tag des Friedhofs geben. Besucher sind am Sonnabend, 16. September, zum Schlendern, Plaudern und Lauschen eingeladen. Der Aktionstag beginnt um 14 Uhr.

Die Gräber Wismarer Persönlichkeiten können bei einem Rundgang über den denkmalgeschützten Friedhof betrachtet werden. Bei dieser Gelegenheit können auch die verschiedenen Grabstätten angeschaut werden. Die Veranstaltung ist kostenfrei.

Gräber, die von Angehörigen gar nicht gepflegt werden müssen, sind unter anderem jene an Bäumen. In Wismar gibt es dafür sogar gleich mehr Möglichkeiten. Angeboten werden zum Beispiel Urnenwahlgrabstätten an Apfelbäumen, Birnenbäumen und in sogenannter naturnaher Baumgrabgemeinschaft – unter alten und hohen Bäumen.

„Immer mehr Menschen wollen sich im Wald beerdigen lassen“, sagt Marion Matzek. „Wer in Wismar gelebt hat, möchte aber vielleicht auch lieber hier bestattet werden. Wir haben einen großen Friedhof mit genügend Bäumen zur Auswahl. Bei uns geht das auch“, sagt die Friedhofsverwalterin. Begräbniswälder gibt es in der Region außerdem bei Grevesmühlen, Lübstorf, Wiligrad und Schwerin.

Friedhofsverwaltung bietet auch persönliche Führungen an

Die nächste öffentliche Führung über den Wismarer Friedhof ist erst im Frühjahr geplant. Wer aber keine öffentliche Führung mitmachen möchte, für den bietet die Wismarer Friedhofsverwaltung auch persönliche Führungen an. Denn: „Uns ist es wichtig, dass die Menschen die richtige Entscheidung für sich treffen. Sie müssen die Grabanlagen sehen, dann fällt die Entscheidung oft leichter.“

Michaela Krohn

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