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VR-Bank schließt fünf Filialen

Wismar/Neukloster/Neuburg/Kirchdorf VR-Bank schließt fünf Filialen

Neukloster und Neuburg bleibt nicht mal ein Bankautomat / Einwohner sind entsetzt

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Die Filialschließung wird viele Einwohner von Neukloster hart treffen.Frank Meier Bürgermeister Neukloster (parteilos)

Wismar/Neukloster/Neuburg/Kirchdorf. Die Umstrukturierungspläne der Volks- und Raiffeisenbank treffen die Region Wismar am härtesten. Hier werden die Filialen im Burgwallcenter, in Kirchdorf auf der Insel Poel, in Bobitz, Neuburg und Neukloster geschlossen. Tausende Kunden sind in den vergangenen Tagen auf dem Postweg darüber informiert worden. Während im Burgwallcenter, in Kirchdorf und Bobitz noch Selbstbedienungsautomaten erhalten bleiben, wird es auch die in Neukloster und Neuburg künftig nicht mehr geben.

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Neukloster und Neuburg bleibt nicht mal ein Bankautomat / Einwohner sind entsetzt

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„Das ist fürchterlich ärgerlich“, sagt Karl- Otto Woest (55). Der Fischer aus Neuburg hat schon länger befürchtet, dass die Filiale schließt, verstehen kann er die Entscheidung aber nicht.

„Neuburg ist eine kleine Zentrale für die umliegenden Dörfer, das Einzugsgebiet der Bank ist groß.“ Viele Einwohner aus den Nachbargemeinden würden hierher kommen, um ihre Bankgeschäfte zu regeln.

Falle das weg, leide die gesamte Lebensqualität: „Das Schöne an Neuburg war immer, dass wir ein kleines, funktionierendes Zentrum haben mit Kaufmannsladen, Bäcker, Frisör und eben auch noch einer Bank“. Das werde nun zerstört. Auch Tatjana Daschke- Saß, die den Friseursalon „Haarmonie“ betreibt, ist frustriert: „Künftig muss ich jeden Tag meine Einnahmen nach Wismar fahren.“

Für Neuburgs Bürgermeisterin Heidrun Teichmann (Die Linke) sind die Pläne der VR-Bank „ein harten Einschnitt in die Infrastruktur des Ortes und ein großer Verlust vor allem für die älteren Einwohner“. Die hätten bisher nur ein paar Schritte gehen müssen, um Bargeld zu bekommen, künftig müssten sie dafür weit fahren. „Es ist schlimm, dass sich die Bank so radikal aus der Fläche zurückzieht“, betont Heidrun Teichmann. Das hätte weitreichende Folgen – nicht nur für viele Einwohner, sondern auch für das Amt Neuburg, das die Filiale für Geldgeschäfte nutzt. „Außerdem hängt ein Gebäude dran, das sicherlich verkauft werden soll. Und das wird schwierig, also haben wir wieder Leerstand“, vermutet die Bürgermeisterin. Ihr Amtskollege aus Neukloster Frank Meier (CDU) ist verärgert, dass die Stadt vor vollendete Tatsachen gestellt worden sei und keine Gespräche im Vorfeld stattgefunden hätten, um eventuell eine andere Lösung zu finden. „Die Filialschließung wird viele Kunden hart treffen“, ist der Bürgermeister sicher. Ganz ohne Bank wäre Neukloster zwar nicht, weil sich ein anderes Geldinstitut genau gegenüber des VR-Geschäftes befinde. Aber es sei ein Hohn, dass die VR-Bank mit folgendem Motto werbe: „Meine Bank ist da, wo ich bin.“

20000 Kunden hat die VR-Bank in Nordwestmecklenburg, 18000 in der Wismar-Region, unter anderem auf der Insel Poel. Monika Seitz (parteilos), stellvertretende Bürgermeisterin der Gemeinde Ostseebad Insel Poel, bedauert die Filiale-Schließung in Kirchdorf. Dann gebe es dort keine Bank mehr. „Das ist für mich eine Servicewüste“, sagt sie. Viele ältere Einwohner hätten kein Auto, außerdem seien im Sommer viele Touristen im Ort. Deshalb wolle man Gespräche mit anderen Bankinstituten aufnehmen, ob sie vielleicht eine Filiale eröffnen wollen. „Wenigstens bleibt ein Geldautomat erhalten“, ergänzt Monika Seitz.

Jan-Arne Hoffmann, Vorstandsvorsitzender der Volks- und Raiffeisenbank, verteidigt die Umstrukturierungspläne: Im Durchschnitt würden nur noch zwei bis drei Kunden pro Stunde die Öffnungszeiten der kleinen Geschäftsstellen nutzen, um Dienstleistungen im Service in Anspruch zu nehmen. Dafür werde der Telefon-Service immer stärker nachgefragt. Im vergangenen Jahr seien mehr als 800 Anrufe täglich eingegangen und abgearbeitet worden. Zudem würden etwa 60 000 Transaktionen monatlich über die Internetseite durchgeführt. „Dort, wo wir eine Filiale schließen, ist das nächstgelegene Regionalzentrum oder eine Geschäftsstelle überwiegend in 15 Minuten Fahrtzeit mit dem Pkw zu erreichen“, ergänzt Hoffmann.

Wie eine Sprecherin der VR- Bank mitteilt, bedeuten die Filialschließungen im Bereich Wismar nicht, dass auch die dortigen Mitarbeiter alle entlassen würden. Einige würden umgesetzt, andere Betroffene in den Ruhestand gehen.

Kerstin Schröder und Carolin Riemer

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