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Verhängnisvolle Komödie um einen Zauberstein

Wismar Verhängnisvolle Komödie um einen Zauberstein

Niederdeutsche Bühne spielte „Steenriek“. Die Premiere im Wismarer Theater war ausverkauft. Donnernder Applaus für den jüngsten Darsteller Marinus Fislage.

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Detlev Kuß, Elke Rohlfs, Juliane Gössel und Marinus Fislage (v.l.) bei der Premiere von „Steenriek“ im Wismarer Theater.

Quelle: Nicole Hollatz

Wismar. Es war eine gelungene Premiere am Samstagabend im Wismarer Theater. Vor ausverkauftem Haus zeigte die Niederdeutsche Bühne die Komödie „Steenriek“ und ließ die Gäste herzhaft lachen. Im Zentrum stand die Frage: Wie mag es sein, wenn ein Mann sich nur für Steine und nicht so wirklich für seine Frau interessiert?

Friedhelm Griebel und sein Freund Kai sind solche Männer. Hobbygeologen. Friedhelms Frau Jutta platzt irgendwann der Kragen. „Wenn ick tofällig mit eenen annern Kierl barfoot bät an‘n Hals an denn‘n Strand liggen wüür un näben mi leeg een besünner Steen, denn wüür dien Vadder oever mi wegstiegen, ahn wat gewohr to warden, üm nah den Steen to snappen“, beschwert Jutta sich bei Tochter Lena.

Auch als der träumerische Friedhelm — Detlev Kuß zeigte wunderbar, wie der Mann sich im Laufe der Geschichte verändert — einen besonderen Stein findet, hat Jutta kein Verständnis. Und dann beginnt das amüsante Verhängnis: „Minsch, wat wier dat schön, wenn disse Fru endlich mal ehr Snut holln wüür“, wettert Friedhelm vor sich hin. Daraufhin leuchtet der Stein mysteriös — er hat anscheinend besondere Kräfte. Jutta ist stumm. Für einen großen Teil der Komödie. Zum Glück, denn Schauspielerin Elke Rohlfs hatte sich bei den letzten Proben so stark erkältet, dass sie heiser war.

Das Sprechen fiel ihr hörbar schwer. Dafür „sprach“ sie gestenreich und überzeugte in ihrer Rolle der plötzlich verstummten, wütenden und gleichzeitig ängstlichen Frau. Sie haben einen Zauberstein gefunden, wird es Friedhelm und Kai schnell klar. Sie wünschen weiter. Zum Beispiel: „Wat wier dat schön, wenn Marga een Bort wassen wüür.“ Marga ist die nervige Nachbarin, die wie der „Running Gag“ immer wieder ins Zimmer stolpert, mal ein paar Kräuter, mal eine Kopfschmerztablette braucht. Und schließlich auch einen Rasierer. Marion Balbach spielte die Marga, als ihr Mann Horst überzeugte Klaus Bernhard. Horst ist ein richtig uncharmanter Typ, der Wirtschaft studiert — „ümmer een Gastwirtschaft nah de anner“, wie es im Stück heißt.

Die Wünsche gehen weiter. Denn Kai ist schon lange verliebt in Friedhelms Tochter Lena, aber die beachtet ihn gar nicht. Der „Zaubersteen“ hilft. Marinus Fislage spielte den schüchternen Steinsammler Kai und erntete donnernden Applaus für die Leistung als jüngster auf der Bühne. „Plattdütsch läwt, is uns‘ Mudderspraak“, sagt er und beweist es auf der Bühne. An seiner Seite spielte Lena alias Juliane Gössel als verzauberte Verliebte. Und dann kommt da noch eine Traumfrau ins Spiel — Skadi Nicke. Und ein Polizist — Willi Kuß in einer kleinen Rolle. Nach der gelungenen Premiere war das Stück gestern ein zweites Mal zu sehen. In der Hansestadt sind vorerst keine weiteren Aufführungen geplant.

Autorin Regine Wroblewski war Premierengast
Das Stück „Steenriek“ stammt von Regine Wroblewski und ist das Erstlingswerk der jungen Autorin aus Schleswig-Holstein. Diese war am Samstag mit einigen Aktiven ihrer Theatergruppe „Die lustigen Wagrier“ Premierengast. Vor mehr als drei Jahren hatte Regine Wroblewski das Stück ihren Schauspielern auf den Leib geschrieben. „Es ist klar, wenn eine andere Gruppe das spielt, wird es anders“, meinte sie im Holsteiner Platt nach der Premiere. „Jede Gruppe macht es zu ihrem Stück.“ Regisseur Rudolf Korf ließ Dinge weg, fügte andere dazu. „Es ist wunderbar geworden“, lobte sie die Arbeit der Hobbyschauspieler.


Am 13. und 14. April spielen die Maaten der Niederdeutschen Bühne ihr Stück „Steenriek“ im Theater Süsel (Schleswig-Holstein), danach erst wieder im November in Kröpelin. Dazwischen zeigen sie ihr Stück „Football is mien Läben“ in Rostock, Ribnitz, Güstrow und Bad Kleinen.

Nicole Hollatz

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