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Vermeintliche Drogenabnehmer schweigen vor Gericht

Schwerin/Wismar Vermeintliche Drogenabnehmer schweigen vor Gericht

Freund vom Hauptangeklagten Andy A. stellt Aussage des Hauptbelastungszeugen zum Überfall auf Spielothek als Lüge dar.

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Rechtsanwalt Carsten Düwel aus Wismar gestern im Verhandlungssaal im Gespräch mit dem Hauptangeklagten.

Quelle: Cornelius Kettler

Schwerin. Die Liste der geladenen Zeugen war gestern so lang wie nie zuvor in diesem Prozess. Und dennoch wurde nie so langanhaltend geschwiegen im Saal 18 des Schweriner Landgerichtes. Dort zog sich der sechste Verhandlungstag im Drogenprozess bis in die späten Nachmittagsstunden. Vier Männer aus Wismar sitzen auf der Anklagebank, weil sie als Bande über einen Zeitraum von mehreren Monaten mit Kokain und Amphetaminen gedealt haben sollen. Im Sommer 2014 flogen sie auf. Im Tatauto fand die Polizei unter anderem 100 Gramm Kokain.

Fünf vermeintliche Abnehmer des Drogen-Quartetts waren gestern zur Zeugenaussage geladen. Vier Männer aus Wismar und Lübow erschienen, verweigerten aber allesamt die Aussage vor Gericht. Einer der Zeugen hatte sich krank gemeldet. Er wird zu einem späteren Zeitpunkt gehört.

Zu Beginn der Verhandlung hatte Staatsanwalt Thomas Bardenhagen ausgeführt, dass gegen alle Zeugen in diesem Fall wegen Verstoß gegen das Betäubungsmittelgesetz ermittelt wurde. Einer von ihnen sitzt derzeit in Bützow in Untersuchungshaft, die Ermittlungen gegen die anderen Männer mussten wegen Geringfügigkeit der Beweismittel eingestellt werden. Um sich selbst nicht zu belasten, machten alle von ihrem Aussageverweigerungsrecht Gebrauch. Auch die Verlobte des Hauptangeklagten Andy A., die ebenfalls als Zeugin geladen war, sagte gestern nichts. Dünn waren auch die Aussagen von Stefan B., einem Freund des Hauptangeklagten, dem außer Drogenhandel ein Überfall mit räuberischer Erpressung vorgeworfen wird. Tatzeit: die Nacht vom 6. auf den 7. Juli 2014. In eben jener Nacht feierte Stefan B. in seinen 30. Geburtstag rein. „Andy kam wie immer zu spät, etwa zehn Minuten nach Mitternacht. Wir hatten gerade angestoßen“, erklärte der Wismarer. Rückblick: Der Hauptbelastungszeuge der Staatsanwaltschaft, Sven B., hatte am zweiten Verhandlungstag am 12. Januar ausgesagt, dass Stefan B. ihm auf seiner Geburtstagsparty im Vertrauen gesteckt hatte, dass Andy A. den Überfall zugegeben hat. Stefan B. saß an diesem Tag als Zuschauer im Verhandlungssaal. Daraufhin wurde er von Richter Norbert Grunke gebeten, den Saal zu verlassen, da er als Zeuge in Frage kommt.

Alles Unsinn, meinte Stefan B. gestern zu der Aussage des Hauptbelastungszeugen. Sven B. sei nicht bei dem Geburtstag gewesen. „Ich habe ihn nicht gesehen. Ich habe auch nie mit irgendeinem Menschen über den Überfall geredet.“ Die Info, das eine Spielothek, die er selbst auch öfter besucht, überfallen wurde, hätte er seinerzeit nach der Tatnacht im Radio gehört und sich dann nie wieder für den Vorfall interessiert.

„Ich glaube Ihnen nicht“, konfrontierte Staatsanwaltschaft Thomas Bardenhagen den Zeugen und wies ihn mehrmals auf seine Wahrheitspflicht hin. Der aber blieb dabei: „Ich weiß nichts. Mir ist nichts bekannt.“

„Wenn in den paar Minuten seine Nase gewachsen wäre, wäre die schon einen halben Meter lang“, kommentierte Bardenhagen die Aussagen kopfschüttelnd.

 



Ina Schwarz

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