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Verwahrloste Hunde müssen vorerst ins Heim

Wismar Verwahrloste Hunde müssen vorerst ins Heim

17-Jähriger ist mit Fürsorge zweier Tiere so überfordert, dass die Feuerwehr sie nach einer Beiß-Attacke in einen Notzwinger gebracht hat. Das Tierheim Dorf Mecklenburg kümmert sich nun um die Hunde.

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Carsten Gums, Mitarbeiter im Tierheim Dorf Mecklenburg, holt einen Hund vom Notzwinger der Berufsfeuerwehr Wismar ab. Das zweite Tier - im Hintergrund noch im Zwinger - muss er später holen. Es sei sicherer, beide Tiere getrennt zu transportieren.

Quelle: Michaela Krohn

Wismar. Zottelig, verletzt und verwirrt - so haben am Dienstagvormittag zwei Mitarbeiter des Tierheimes Dorf Mecklenburg zwei Hunde im Notzwinger der Berufsfeuerwehr der Hansestadt Wismar vorgefunden. Ein trauriges Bild. Feuerwehrleute hatten die beiden Tiere am Montagabend in den Zwinger am Stadtrand gebracht, nachdem eines der Tiere einen Passanten in der Wismarer Innenstadt in den Unterarm gebissen hatte. „Der 17-jährige Besitzer der Hunde war mit der Fürsorge der Tiere scheinbar völlig überfordert“, heißt es im Polizeibericht. So war einer der Hunde in der Nähe des Wismarer Marktplatzes zunächst - vermutlich aus Erschöpfung - zusammengebrochen.

 

Nachdem der Hund sich dann kurzfristig wieder erholt hatte, wollte ein Passant dabei helfen, das Tier einzufangen. Dabei wurde er jedoch verletzt. Nachdem die Wunde versorgt worden war, konnte er laut Polizei seinen Weg fortsetzen. Mitarbeitern der Tierrettung der Wismarer Feuerwehr gelang es letztlich, die beiden verwahrlosten Hunde einzufangen. Es wurden Ermittlungen wegen des Verstoßes gegen das Tierschutzgesetz sowie fahrlässiger Körperverletzung eingeleitet.

Carsten Gums vom Tierheim Dorf Mecklenburg hat die Tiere zusammen mit einem weiteren Mitarbeiter aus dem Notzwinger abgeholt - eine Aktion, die sich nicht so einfach gestaltete. Beide Tiere waren zunächst unruhig. Carsten Gums' Aufgabe: Beide in den Transporter zu bekommen, ohne dass jemand verletzt wird. „Wir haben immer ein paar Leckerlis dabei, etwas Schönes, auf das sich die Tiere freuen“, erklärt er. Dann der spannende Moment: Gums öffnet den Teil des Zwingers, in dem der anscheinend etwas ruhigere Hund untergebracht ist. Erst gibt es ein bisschen Schinken, dann führt Carsten Gums ganz ruhig die Leine über den Kopf des Tieres. Geschafft. „Jetzt gibt's erstmal eine kleine Gassirunde“, kommentiert der erfahrene Tierheim-Mitarbeiter. Der Hund schnüffelt auf dem kleinen Rasenstück neben dem Zwinger. Carsten Gums prüft, ob der Hund den Befehl „Sitz!“ versteht. „Nee, versteht er nicht.“ 

Gums entscheidet sich, erst einen Hund im Transporter nach Dorf Mecklenburg zu bringen, dann erst den zweiten zu holen. „Es ist schön, wenn sich die beiden noch haben. Der andere scheint aber etwas aufgeregter. Wir transportieren sie lieber getrennt“, sagt er. Kurz hatte der Hund auch die Zähne gefletscht, wurde dann aber auch ruhiger. „Er merkt jetzt langsam, es ist alles in Ordnung“, betont Gums. Dennoch: Sein Leid ist dem Tier anzusehen, es hat verklebtes Fell und eine Verletzung an der Hinterpfote. „Für die Tiere ist das purer Stress. Und Stress ist eigentlich das Schlimmste, was einem Hund passieren kann“, weiß Gums. Und: „Das einzige, was er hat, ist Vertrauen zu seinem Kumpel, dem anderen Hund.“

Beide Hunde werden nun erst einmal im Tierheim Dorf Mecklenburg untergebracht und aufgepäppelt. Vor fünf Monaten gab es schon einen ähnlich extremen Fall: „Damals wurde eine Frau fünf Mal gebissen“, erinnert sich Carsten Gums. Die beiden Hunde, die in den Fall verwickelt waren - ein Cane Corso und ein Ridgeback-Mischling - sind noch immer im Heim.

Michaela Krohn

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