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Wismar Viele Helfer beim Frühjahrsputz am Wendorfer Strand
Mecklenburg Wismar Viele Helfer beim Frühjahrsputz am Wendorfer Strand
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17:36 24.03.2019
Viele Hände, schnelles Ende - die Teams waren schnell und effizient unterwegs. Quelle: Nicole Hollatz
Wismar

„Es war doch Sonne angesagt“, sagte Tilo Gundlack lachend und freute sich, dass trotz kühler Nebelluft 40, 50 und zeitweise noch mehr Helfer zur ersten Strandaktion des Jahres gekommen sind.

Reifen, Kleidung, sehr viel Plastik und sogar ein Teil eines Wildschweinunterkiefers – bei der Aufräumaktion am Wendorfer Strand haben die Helferinnen und Helfer einiges gefunden.

Müll und Seegras entsorgen

Mit Gummistiefeln, Handschuhen, großen Müllsäcken, Schaufeln und Harken, Greifern, zwei großen Containern und einem Bagger für das angeschwemmte Seegras sollten am Sonnabend die Spuren des letzten Hochwassers und die des müllproduzierenden Menschen beseitigt werden. Der Bürgerschaftspräsident Tilo Gundlack gehört zu den Mitinitiatoren der Bürgerinitiative „Wendorfer Strandbelebung“. „Nicht nur meckern, sondern auch machen“, kommentierte er und wunderte sich, dass viele der lauten Meckerer beim Arbeitseinsatz fehlen.

„Man merkt, wo weniger Müll rumliegt, werfen die Leute auch selbst weniger weg“, sagte Therese Wilken (63). Sie gehört genauso zum festen Team. „Es ist weniger Müll geworden in den letzten fünf Jahren“, fuhr sie fort. Und schüttelte den Kopf: „Aber ich hab schon hunderte Bonbonpapiere aufgehoben. Wieso wirft jemand das in die Natur?“

Auch Jugend engagiert sich

Das hatten sich Luisa Jahn und Jette Rath sicherlich auch gefragt, sie haben Scherben auf und unter der Hochbrücke gesammelt. Gefährlich, wenn da jemand mit seinem Hund spazieren geht. „Wir waren auch bei der Wismarer ,Fridays for Future’-Demo“, erzählte Jette (16). Und begründete: „Die Vermüllung nimmt immer weiter zu. Dagegen muss man was tun! Und wenn viele Leute an vielen Orten vieler solcher kleinen Dinge wie wir heute tun, dann kann man richtig viel erreichen.“ Ihre Freundin Luisa (16) ergänzte: „Wir wollen zeigen, dass auch wir Jugendliche uns für die Umwelt interessieren.“ Und zwar nicht nur am Freitag in der Schulzeit, sondern auch Samstag frühmorgens und ganz praktisch!

Pflegedienst packt mit an

Und die dafür sogar den freien Samstag „opfern“. Bennet Hoop vom gleichnamigen Pflegedienst hat sich mit seinem Team – alle, die den Samstag frei haben und nicht im Dienst sind – zum ungewöhnlichen Betriebsausflug anstecken lassen. „Wenn man zusammen als Kollektiv helfen kann, macht man das gerne!“, begründete der junge Unternehmer. Ralph zur Nedden hatte sich von seiner Frau – die gehört zum Hoop-Team – mitreißen lassen und hofft, dass noch mehr Betriebe dem Beispiel folgen.

„Wir sind mit unseren Klienten regelmäßig hier an der Seebrücke oder am Strand unterwegs“, begründete Annet Klebba vom Pflegedienst. Und solche Ausflüge machen ohne Müll mehr Spaß. Das Lachen von Annet Klebba und Annett Westendorf war weithin hörbar. Sie hatten im Gebüsch erst einen alten Schlüpfer, dann den Unterkiefer eines Wildschweins gefunden. Und kämpften dann gut gelaunt mit den Plastikfetzen in den Sträuchern und Bäumen, die offensichtlich das letzte Hochwasser mit viel Kraft reinSgedrückt hat.

Wir essen Plastik

„Es ist immer mehr Plastik am Strand und im Meer. Das wird immer weiter zerkleinert durch die Naturgewalten und landet als Mikroplastik im Fisch und bei uns auf dem Teller!“, machte Helferin Kristin Müller deutlich, wie wichtig es ist, diesen Müll einzusammeln und richtig zu entsorgen. Oder besser noch, ihn gar nicht entstehen zu lassen und in die Umwelt zu bringen. Die 29-Jährige studiert Verfahrens- und Energietechnik an der Wismarer Hochschule. „Wir müssen diesem Plastik Herr werden, wir stehen am Ende der Nahrungskette! Es kommt alles wieder bei uns an“, so ihr Aufruf.

Aber es wird zumindest am Wendorfer Strand und im Park beziehungsweise Wäldchen drum herum deutlich weniger. „Wir haben es geschafft, dass die Kleingärtner nicht mehr so viel Müll dort abladen“, erzählte Ingeborg Schellbach (79), selbst Kleingärtnerin. Die „schwarzen Schafe“ fallen auf. Mehr und mehr Kleingärtner engagieren sich und halten auch die Flächen um die eigene Parzelle sauber. Aber: der Fahrradweg zurück in die Stadt durch die Kleingartenanlage, vorbei an der Kläranlage, zeigt ein anderes Bild mit Massen an Plastik und Müll.

Nicole Hollatz

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