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Wismar Wismars fotografischer Schatz
Mecklenburg Wismar Wismars fotografischer Schatz
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06:03 08.11.2018
Hanjo Volster mit einer der alten Glasplatten aus seiner Sammlung. Quelle: Nicole Hollatz
Wismar

„Guck mal, da sieht man es genau. Die Wolken wurden mit einem Wattebausch auf die Platte gezaubert“, zeigt Hanjo Volster das Digitalisat der alten belichteten Glasplatte. Eine Wismarer Hafenansicht von der Kaikante aus. Fischerboote und Schiffe liegen im Päckchen, die Segel sind gesetzt. „Das Bild muss um 1860, 1870 entstanden sein. Man sieht keine Eisenbahnschienen und auch keine Dampfschiffe“, zeigt er auf das Bild. Nur ein Bild aus der großen Sammlung von Hanjo Volster. Und eine von Tausenden Geschichten, die er rund um die Fotografie, seine Arbeit, die Sammlung und damit auch die Wismarer Geschichte erzählen kann.

Seine fotografische Sammlung wächst ständig weiter. Denn natürlich zieht Hanjo Volster immer wieder fotografierend durch sein Wismar. „Das ist doch eine Verpflichtung“, kommentiert er den eigenen Anspruch an die Arbeit. Wie viele Wismarbilder Hanjo Volster so in seiner Sammlung hat? „Die sind nicht zu zählen“, schmunzelt er. Was früher die Kisten voller Negative waren, sind jetzt die vollen Festplatten.

Mit 15 Jahren zur Fotografie

Das mit Graphit und dem Wattebausch auf der Glasplatte, um dem Himmel eine wolkenähnliche Struktur zu verleihen, kennt er noch. „Hinten am Fenster, da saßen die, die Retuschen gemacht haben“, erzählt er vom Laden seines Lehrmeisters Hans Prüß in der Krämerstraße. Fotografiert hat die ganz alten Stücke Carl Michaelsen. Ab 1870 – und damit vergleichsweise früh – hatte der sich in Wismar als Fotograf selbstständig gemacht.

Jahrzehnte später konnte Hanjo Volster durch eine schwere Lungenentzündung nicht die Lehre auf der Werft fortsetzen, sollte sich was anderes suchen und kam als Lehrling beim Wismarer Fotografenmeister Hans Prüß unter. Der 15-Jährige war begeistert vom Handwerk. Und vom Archiv des Fotografen mit Regalen voller Glasplatten und Negativen, bis unter die Zimmerdecke. „Als Lehrling habe ich in der Mittagspause oft dort geschmökert“, lächelt Hanjo Volster.

Erhalt für die Nachwelt

Hochzeiten auf dem Dorf, die gute Stube des Gutsherren, die stilvoll eingerichteten Zimmer des heutigen Welt-Erbe-Hauses, die Kirchen von innen und von außen, der Hafen, die Schiffe, die Männer beim Arbeiten auf der Werft oder am Hafen, Trümmerfotos aus der Zeit nach den Bombennächten – unglaublich, was Volster alles in seiner Sammlung hat. Das, was er von Prüß an Wismaransichten übernehmen und damit vermutlich für die Nachwelt retten konnte, wurde erweitert durch die eigene Arbeit, Nachlässe und Zufallsfunde.

Älteste Bild zeigt Stadtmauer

„Das könnte das älteste Bild der Sammlung sein“, erzählt er und zeigt den Blick aufs Stadtzentrum von der Kuhweide aus. Aus heutiger Sicht der Digitalfotografie fast unvorstellbar, welche Arbeit und welches handwerkliches Können in den alten Fotos steckt, als noch auf Glasplatten und nicht auf Filmstreifen oder gar Sensoren belichtet wurde. „Da stand die Stadtmauer noch, 1870 ist die abgerissen worden“, erzählt Volster weiter zur Wismaransicht. Aber so genau könne er selten ein Bild datieren. Die Sammlung wurde bisher nicht wissenschaftlich aufgearbeitet, katalogisiert oder verschlagwortet im Sinne eines Archivs. Dafür fehlte die Zeit neben der normalen Arbeit im Familienunternehmen in der Lübschen Straße.

Um 1903 entstand wohl das Hafenpanorama vom Wasser aus, belichtet auf drei Glasplatten, die dann zusammen das Bild ergeben. Der Landschaftsfotograf Carl Oehmke hat das Meisterstück gemacht, genauso wie sein Blick auf die Kirchen. „Wahrscheinlich vom Wasserturm oder dem Dach der katholischen Kirche aus fotografiert“, erzählt Hanjo Volster.

Moderne Retusche

Die Glasplatten der Sammlung sind in die Jahre gekommen und waren zum Teil in einem schlechten Zustand. „Wir haben sie über die Jahre bearbeitet“, erzählt der Fotografenmeister. In manch einem dieser alten Schätze steckt nun eine ganze Woche digitale Retuschearbeit, um das Motiv wieder ansehnlich zu machen.

Nicole Hollatz

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