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Wismar Vom Austesten in einen festen Job
Mecklenburg Wismar Vom Austesten in einen festen Job
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00:01 20.10.2016
Ahmad Alhamoud (r.) will im kommenden Jahr eine Ausbildung zum Koch beginnen. Für Hason Bakr sind die Schnittchen eine gute Stärkung für die Arbeit auf dem Bau. Quelle: Fotos: (4) Nicole Buchmann

Im Februar hat Noch-Sozialministerin Birgit Hesse (SPD) den Fördermittelbescheid für „4life“ übergeben. In dem Projekt am Bildungszentrum Wismar (BZW) sollten 20 anerkannte Flüchtlinge in neun Monaten fit gemacht werden für Ausbildung oder Beruf. Nun im Oktober sind sechs der Teilnehmer in Jobs und einer steht kurz vor Beginn einer Ausbildung.

Junge Migranten finden Arbeit oder Ausbildung / Zweiter Durchgang von „4life“ beginnt im November

Der Kfz-Mechaniker aus Afghanistan, der in Schwerin einen Job in einem Autohaus fand und nun noch nach einer Wohnung sucht. Ahmad aus Syrien, der schon seit Monaten im Gutshaus in Stellshagen in der Küche arbeitet und im kommenden Jahr seine Ausbildung zum Koch beginnen will. Ramin aus Afghanistan, der in seiner Heimat Lebensmittel verkaufte und nun ebenfalls in Stellshagen früh morgens Teig in den Ofen der Bäckerei schiebt. Oder Hason, der in Syrien auf dem Trockenbau beschäftigt war und nun bei einem Wismarer Malermeister in Arbeit ist. Fast alle stehen sie nacheinander auf an diesem Vormittag in der Cafeteria im Bildungszentrum. Erzählen von Zufriedenheit über Job, Kollegen, Chefs.

Von anfangs zwanzig Teilnehmern blieben am Ende acht im Projekt. Sechs junge Männer besuchen zunächst einen Integrationskursus, damit sie die deutsche Sprache lernen. Darüber hinaus minimierten Wegzug, Krankheit, mangelnde Mitarbeit die Teilnehmerzahl. Von der Statistik könnte das auch ein Kursus mit deutschen Teilnehmern sein, sagte Markus Pylväläinen. Durchlaufen haben die jungen Männer und eine Frau in den neun Monaten eine Reihe von Maßnahmen. Vom Kennenlernen über das Analysieren der eigenen Fähigkeiten und beruflichen Interessen sowie das Ausprobieren in verschiedenen Werkstätten bis hin zu Praktika und Deutschunterricht. Dabei habe sich gezeigt, dass einige der Projektideen zwar grundsätzlich richtig, aber in Umfang und Inhalt für den zweiten Durchgang von „4life“ angepasst werden müssen, sagte Pylväläinen. Demzufolge wollten die Teilnehmer am liebsten keine Zeit verlieren und recht schnell in Arbeit oder Ausbildung kommen. Auch der Unterricht in eher allgemeinem Deutsch würde sich von nun an mehr an dem jeweiligen Berufsfeld orientieren. Darüber hinaus sollen Beschriftungen in Arabisch und Deutsch etwa an Werkzeugen und Maschinen den Teilnehmern helfen, sich in der Arbeitswelt schneller zurechtzufinden.

Die deutsche Sprache ist es, die Malermeister Jens Kohagen als Knackpunkt ansieht. „Hason ist fleißig und ein guter Charakter – aber Deutsch spricht er noch zu schlecht. Deshalb kann ich ihn nur in bestimmten Bereichen einsetzen.“ Als Arbeitgeber im Projekt „4life“erhält Kohagen vom Jobcenter Nordwestmecklenburg in den ersten drei Monaten eine Förderung der Lohnkosten von 100 Prozent, in den zweiten drei Monaten noch fünfzig Prozent. Seine Motivation sei aber eine andere gewesen, erzählt der Malermeister: „Ich hatte sonst keine Möglichkeiten, bei der Integration zu helfen – das soll mein Beitrag sein.“

Auch für Projektbetreuerin Lydia Fahed stand der Gedanke an Hilfe im Vordergrund. Die pensionierte Lehrerin hat jahrelang in Damaskus gelebt und spricht arabisch. Gerade zu Beginn des Projektes sei das wichtig gewesen, sagt sie. Doch die Masse der Probleme außerhalb des Projektalltags konnten die Betreuer von „4life“ allein nicht schultern. Unterstützung erhielten sie deshalb vom Verein „Das Boot“.

Im November beginnt der zweite Durchgang für weitere zwanzig Teilnehmer. Finanziert wird „4life“ aus Mitteln des Europäischen Sozialfonds. Die gut 173000 Euro für das Bildungszentrum seien eine Festfinanzierung – egal, ob am Ende 40 Teilnehmer das Projekt absolviert haben, erklärte Geschäftsführer Sigfried Rakow. Das Bildungszentrum müsse das Personal dafür vorhalten.

„4life“ in Wismar

Das Projekt richtet sich an anerkannte Flüchtlinge und Langzeitarbeitslose mit Migrationshintergrund im Alter von 18 bis 35 Jahren.

Mit Hilfe von Tests, Ausprobieren und Praktika sollen insgesamt 40 Teilnehmer zum einen eine berufliche Perspektive finden und sich zum anderen im Alltag in Deutschland zurechtfinden.

Gefördert wird das Projekt aus Mitteln des Europäischen Sozialfonds und kofinanziert vom Jobcenter Nordwestmecklenburg.

Nicole Buchmann

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