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Wismar Vom Wähler zum Politiker

Azubis fordern beim Planspiel kostenlose Kita-Plätze / Dafür soll das Kindergeld nicht mehr erhöht werden

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Wer sich politisch engagiert, kommt auch um Bürokratie nicht herum. Am Wahlkampftisch der Demokratischen Integrationspartei müssen die Kandidaten viele Zettel für die Landeswahlbehörde ausfüllen. Fotos (3): Nicole Buchmann

Wismar. . Löhne in der Ausbildung, niedrige Milchpreise oder Kita-Gebühren. Beim Planspiel „Wahlen“ gestern im „Schwips“ waren Azubis gefragt, als Parteien, Interessengruppen oder Einzelkandidaten politische Inhalte zu erarbeiten und an den Wähler zu bringen.

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Azubis fordern beim Planspiel kostenlose Kita-Plätze / Dafür soll das Kindergeld nicht mehr erhöht werden

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Ergebnisse der Wahl

Beim Planspiel „Wahlen“ zur Landtagswahl 2016 haben 55 junge Leute gewählt:

Partei               Stimmen

PUC (Partei Unabhängiger

Christen):               14

DiP (Demokratische

Integrationspartei):           35

Direktkandidaten       Stimmen

Maximilian Quasdorf (PUC)     5

Johann Fokuhl (DiP)           17

Einzelkandidatin       Stimmen

Denise Heß               33

Wahlbeteiligung:     94,83 Prozent

Max Bläsing ist Journalist. Wenigstens für einen Tag. Er und seine Kollegen von der Zeitung „Wahlitzer News“ beobachten den Kampf der Parteien und Einzelbewerber um den Einzug in den Landtag. Bläsing ist 18 Jahre alt. Im September will auch er sein Kreuz auf dem Wahlzettel machen. „Weil ich mitbestimmen will. Aber ich habe immer weniger das Gefühl, dass das noch geht“, sagt der Landwirtschaftslehrling, der mit seinen Mitschülern vom Berufsschulzentrum Nord am Planspiel teilnimmt. Die Parteien versprächen immer viel – doch dann werde nur wenig davon gehalten.

Deshalb will er ganz genau hinsehen, was der Spitzenkandidat der DiP (Demokratische Integrationspartei) ihm in den Block zu diktieren versucht. Kostenlose Kita-Plätze würden sie durchsetzen wollen, sagt Johann Fokuhl. Wie das finanziert gehen soll, will Bläsing wissen. „Keine weitere Erhöhung des Kindergeldes“, sagt Fokuhl. Geht es nach der DiP, werden auch die Renten künftig nicht erhöht. Weil sonst das Renteneintrittsalter auf 70 Jahre steige. Altersgerechtes Wohnen – ein weiterer Punkt, mit dem sich die jungen Leute um Fokuhl auseinandersetzen. Woher das Geld dafür kommt? „Da holen wir uns Fördermittel vom Bund.“ Bläsing lacht: „Also wie alle anderen auch.“

Über Wahlkampf und Wahlen zu berichten, sei nicht so leicht, sagt Lena Rethmeyer. Die 21-Jährige sitzt vor dem Aufmacher der nächsten Ausgabe. Gedruckt wird im „Schwips“ fast im Stundentakt.

Schließlich müssen Parteigründung, Wahlkampf und Wahl in sechs Stunden über die Bühne gebracht werden. „Es ist wichtig, die Wahrheit nicht zu verdrehen“, sagt Lena. Was das sei – Wahrheit. Sie überlegt. „Naja. Die Parteien und ihre Programme objektiv zu bewerten, den Menschen eine Informationsgrundlage zu liefern.“

Ein paar Meter weiter formuliert die PUC (Partei Unabhängiger Christen) ihre Ziele. Familie und Sicherheit stehen dort auf dem Programm. Die PUC will Start-ups fördern, so mehr Arbeitsplätze schaffen und damit die Steuereinnahmen erhöhen. Das Geld soll in die Sozialpolitik fließen. „Ich denke, dass sich viele Menschen nach einem Leben sehnen, in dem sie sich keine Sorgen machen müssen um die Familie und den Arbeitsplatz“, sagt Lena Mölleken Mit dem christlichen Glauben hat die 24-Jährige nichts am Hut. Die Planspiel-Leitung hat die jungen Leute den Parteien und Interessengruppen zugelost. „Wir haben ihnen die Idee und Richtung der Parteien und Gruppen vorgegeben als Orientierung“, erklärt Katharina Bluhm von der Beteiligungswerkstatt, die das Planspiel organisiert. Das sei wichtig, habe die Erfahrung gezeigt.

Lukas Kiencke sucht derweil Verbündete. Der 21-Jährige setzt sich in einer Interessensgruppe für Familien ein und findet sie in der DiP. „Die PUC hat erst gesagt, sie unterstützt Familien, dann wieder nicht. Da scheinen die von der DiP verlässlicher.“

Am Ende entscheiden die Schüler als Wähler, wer ihre Stimme erhält. Wahlbenachrichtigung per Post, Wahlzettel, Wahlurne – der Ablauf einer ganz normalen Landtagswahl. „Wir versuchen, dieses Planspiel in jeder Wahlperiode anzubieten“, sagt Lars Ruttke vom Kreisjugendring Nordwestmecklenburg. So sollen die jungen Menschen auch die andere Seite kennenlernen. Den Kampf um die Wähler, den Kampf innerhalb der eigenen Partei um Programme, die Schwierigkeit, Ideen umzusetzen.

Reporter Max Bläsing kann am Nachmittag in den „Wahlitzer News“ einen Sieger verkünden. Die DiP wird deutlich vor der PUC liegen. An der Einzelkandidatin Denise Heß kommt weder der eine noch der andere Direktkandidat vorbei. Bei einer Wahlbeteiligung von fast 100 Prozent.

Nicole Buchmann

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