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Jugendwehr Friedenshof testet 24 Stunden den Alltag einer Berufsfeuerwehr / Mitglieder haben das volle Programm gefahren

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Mit dem Spreizer ran ans Auto, um eine Person zu bergen: Beim 24-Stunden-Berufsfeuerwehrtag testeten die Mitglieder der Jugendfeuerwehr Friedenshof den Alltag.

Quelle: Fotos: Feuerwehr Friedenshof (3)/norbert Wiaterek

Wismar. Gut ein Dutzend Mitglieder der Jugendwehr der Freiwilligen Feuerwehr Wismar-Friedenshof haben 24 Stunden lang den Alltag von Berufsbrandschützern getestet. Einmal rund um die Uhr standen sie auf Abruf für Einsätze bereit – und sie haben ihre Fans auf Facebook daran teilhaben lassen.

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Jugendwehr Friedenshof testet 24 Stunden den Alltag einer Berufsfeuerwehr / Mitglieder haben das volle Programm gefahren

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Der erste Einsatz ließ nicht lange auf sich warten. „Wir waren gerade mit Erster Hilfe und Gerätekunde beschäftigt, als der Alarm kam“, schreiben die jungen Feuerwehrleute auf Facebook. Ihr Einsatz:

Zwei Personen waren einen Abhang runtergerutscht und nicht mehr ansprechbar. Zudem gab es eine hilflose Person auf einem Baum. Am Einsatzort schritten die Jugendlichen sofort zur Tat. Sie sicherten sich mit Seilen und rückten zu den bewusstlosen Menschen vor. „Auch die hilflose Person haben wir mittels Steckleiterteil erfolgreich vom Baum geholt und dem Rettungsdienst übergeben“, teilt die Jugendwehr mit, deren 28 Mitglieder im Alter von zehn bis 15 Jahre sind. Das sei ein sehr spannender Einsatz gewesen. Anschließend habe ein aktiver Kamerad gezeigt, wie er sich im Ernstfall abseilen würde. „Auch das war sehr faszinierend.“

Nach dem anstrengenden Einsatz gab es zur Stärkung Nudeln mit Tomatensoße – und eine kleine Ruhepause. Doch um 14 Uhr kam der nächste Einsatz: ein schwerer Verkehrsunfall mit einem eingeklemmten Fahrzeuginsassen. „Das war eine sehr große Herausforderung, die Person zu befreien. Aber wir hatten zum Glück die tatkräftige Unterstützung von einigen aktiven Kameraden.“ Schritt für Schritt hätten sie den Jugendlichen gezeigt, wie zur Bergung ein Auto auseinanderschnitten wird. Dabei durften die Mädchen und Jungs auch selbst Hand anlegen. „Das war echt mal was Neues und wir haben selbst gemerkt, wie schwer einige Gerätschaften wirklich sind.“ Nach dem Einsatz, wieder auf der Wache, waren die jungen Feuerwehrleute gespannt, was sich ihre aktiven, großen Kameraden noch alles hatten einfallen lassen. Allmählich war es Abend geworden. Die Mädchen und Jungs vertrieben sich die Zeit mit verschiedenen Spielen und posteten auf Facebook: „Wir bleiben gespannt, was der Abend noch so bringt und sind jede Zeit bereit.“

Und die erwachsenen Feuerwehrkameraden ersparten den Jugendlichen nichts. Gegen 21 Uhr mussten sie wieder ausrücken. Diesesmal zu einem Wohnungsbrand mit zwei vermissten Personen. Die Suche gestaltete sich durch den Rauch etwas schwierig, dennoch wurden beide schnell gefunden. Erst im Anschluss konnte das Wasser aufgedreht werden. „Wir mussten einen umfassenden Löscheinsatz von außen durchführen, da das Betreten der Wohnung nicht mehr möglich war“, heißt es bei der Jugendfeuerwehr Wismar Friedenshof. Und wie bei der richtigen Feuerwehr musste das Fahrzeug nach dem Einsatz gleich für den nächsten vorbereitet werden. Erst danach durften sich die müden Brandbekämpfer zur Ruhe legen. „Was auch wirklich gut tat nach so einem anstrengenden Tag.“

Die Kollegen hatten den 24-Stunden-Berufsfeuerwehrtag hart an der Realität geplant. Und so währte die Nachtruhe nur kurz. Kurz nach zwei rief der nächste Alarm die jungen Brandschützer schon wieder aus den Federn. Sie wurden zu einer Vermisstensuche gerufen. „Es war sehr schwer, die Personen ausfindig zu machen, da sie sich in ein Waldgebiete befand“, beschreiben die Jugendlichen den Einsatz.

Doch nach einer Stunde war der Vermisste gefunden und dem Rettungsdienst übergeben, „so dass wir wieder einrücken konnten und zurück in die Betten“.

Um sechs Uhr war die Nacht für die Jugendfeuerwehr dann wirklich vorbei. Nach dem Aufräumen und gemeinsamen Frühstück war der „Dienst“ beendet. „Wir möchten uns bei allen recht herzlich bedanken, die uns den Tag ermöglicht haben. Das waren wieder unvergessliche 24 Stunden.“

Auch Jugendwart Christian Rodat ist mit dem Ablauf sehr zufrieden. „Es war anstrengend, aber es hat allen wieder großen Spaß gemacht.“

Sylvia Kartheuser

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