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Von Reinheitsgebot und Reformation

Wismar/Neukloster Von Reinheitsgebot und Reformation

Ortschronisten aus Nordwestmecklenburg treffen sich zur 21. Fachtagung in Neukloster

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Braumeister Stefan Beck liest im Brauhaus am Lohberg den Füllstand an der Maische und Würzpfanne ab. Mit dem Brauereigewerbe in Wismar und dem Reinheitsgebot für Bier befasst sich am Sonnabend der Vortrag von Ralf Bernitt bei der Fachtagung der Ortschronisten in Neukloster. FOTO: HANS-JOACHIM ZEIGERT

Wismar/Neukloster. . Ortschronisten aus Nordwestmecklenburg treffen sich diesen Sonnabend in Neukloster zu ihrer 21. Fachtagung. In der Aula des Gymnasiums Am Sonnenkamp stehen ab 9.45 Uhr sieben Fachvorträge mit kurzen anschließenden Diskussionsrunden auf dem Programm. „Wir rechnen damit, dass zwischen 40 und 50 Ortschronisten kommen werden“, erklärte Klaus-Jürgen Ramisch, Leiter des Sachgebiets Kultur und Archiv in der Kreisverwaltung, gestern in Wismar. Und er betonte: „Wer nicht nach Neukloster kommt, verpasst etwas, schon wegen des schönen Ambientes.“

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Ortschronisten aus Nordwestmecklenburg treffen sich zur 21. Fachtagung in Neukloster

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Nordwestmecklen- burg ist ein Ideal- partner für die Ortschronisten.“Dr. Reno Stutz

Die Fachtagung

wird dieses Mal keine

rein trockene Angelegenheit.“ Klaus-Jürgen Ramisch

Zudem werde es dieses Mal keine rein trockene Veranstaltung, erklärte der Sachgebietsleiter mit einem Lächeln. „Wir nehmen ja gern Jubiläen zum Anlass für bestimmte Themen. Und dass das deutsche Reinheitsgebot für Bier seit 500 Jahren gilt, ist ein würdiger Anlass“, stellte Ramisch fest. Daher werde sich der Vortrag von Ralf Bernitt mit Wismarer Brauereien und ihrem Umgang mit dem Reinheitsgebot befassen. „Dazu wird es mindestens ein praktisches Beispiel geben – vielleicht ja die berühmte Wismarer Mumme.“

Das zweite Jubiläum, an das die Weiterbildung für Ortschronisten erinnert, ist die Reformation. 2017 ist es 500 Jahre her, dass Martin Luther seine 95 Thesen an der Tür der Schlosskirche zu Wittenberg anbrachte. Dr. Reno Stutz, Leiter der Fachtagung, wird über die Reformation in Nordwestmecklenburg und die Grenzen für die Chronistenarbeit referieren. „Auch diese Zeit ist für die Arbeit der Ortschronisten von Bedeutung und hat Auswirkungen auf sie“, erklärte er.

Für den Historiker aus Rostock ist die Tagung in Neukloster fast ein Heimspiel. „Ich bin in Wismar und Alt Farpen bei Neuburg aufgewachsen, daher fühle ich mich dieser Gegend besonders verbunden.“

Aber nicht nur deshalb fällt sein Lob bezüglich der Organisation der Fachtagung überschwänglich aus. Ähnliche Veranstaltungen führt er zwar in allen vier Mecklenburger Landkreisen durch (die beiden Vorpommern-Kreise haben andere Organisatoren). „Aber Nordwestmecklenburg ist der Idealpartner für die Chronistenarbeit“, sagte Reno Stutz und begründete: Schon seit 1994 gibt es im Landkreis die Weiterbildung für die Ortschronisten. Das sei vorbildlich. „Auch bei der Themensuche, der Suche nach geeigneten Räumlichkeiten und auch bei der Öffentlichkeitsarbeit funktioniert die Zusammenarbeit mit der Kreisverwaltung hervorragend“, urteilt der Historiker und Tagungsleiter.

Gefördert wird die Fachtagung durch das Kultur- und Bildungsministerium Mecklenburg-Vorpommern und vom Verband deutscher Archivarinnen und Archivare e.V. unterstützt. Die Veranstaltung richtet sich außer an Ortschronisten und Historiker an alle, die sich näher und intensiver mit der Regionalgeschichte befassen möchten.

Knapp 40 Anmeldungen von Ortschronisten und Interessierten liegen derzeit vor. „Kurzentschlossene können sich aber auch noch am Veranstaltungstag bei uns melden. Wir kriegen das schon hin“, versicherte Klaus-Jürgen Ramisch. Anmeldungen beim Sachgebiet Kultur und Kreisarchiv erfolgen telefonisch unter 03841/30404036 oder per Mail an k.nehls@nordwestmecklenburg.de. Die Teilnahme kostet 15 Euro.

Das Tagungsprogramm

9.30 Uhr: Begrüßung durch Landrätin Kerstin Weiss.

Die Fachvorträge:

9.45 Uhr: „Das Zisterzienserinnenkloster Sonnenkamp“, Tom Clauß, Ventschow.

10.35 Uhr: „Schulstadt Neukloster“, Klaus Becker, Neukloster.

11.05 Uhr: „Guts- und Herrenhäuser“, Dr. Wolf Karge, Schwerin.

12.35 Uhr: „Die Reformation in Nordwestmecklenburg“, Dr. Reno Stutz, Rostock.

13.05 Uhr: „Die Industrialisierung der Brauereien Wismars und deren Umgang mit dem Reinheitsgebot“, Ralf Bernitt, Wismar.

13.55 Uhr: „Weiße Busse – schwedische Hilfsaktion“, Dr. Helga Niet, Schwerin.

14.35 Uhr: „Arbeit des genealogischen Vereins für die Orts- und Regionalgeschichte“, Dirk Schäfer, Berlin.

Sylvia Kartheuser

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