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Von Wismar nach Gambia mit 24 Jahre altem Ford

Wismar Von Wismar nach Gambia mit 24 Jahre altem Ford

Jan Kaminski und Philipp Augustinowski haben in 20 Tagen fast 8000 Kilometer nach Westafrika zurückgelegt / Im Gepäck Geld- und Sachspenden

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Wismar. 7765 Kilometer Abenteuer. Durch Sand, Wasser und über Stein und Geröll. Jan Kaminski (37) und Philipp Augustinowski (33) haben ihre erste Rallye als „Team Dudes“

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Jan Kaminski und Philipp Augustinowski haben in 20 Tagen fast 8000 Kilometer nach Westafrika zurückgelegt / Im Gepäck Geld- und Sachspenden

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So viele Menschen in Deutschland jammern. Sie wissen gar nicht, wie gut es uns geht.“Philipp Augustinowski

erfolgreich gemeistert — wenn auch nicht komplett mit Eigenantrieb. Von Wismar sind die beiden „Dudes“ nach Gambia in Westafrika gefahren, um dort ihren 24 Jahre alten Ford Sierra zu versteigern.

20 Tage unterwegs, davon einen Großteil durch viele unbekannte Länder wie Senegal und Mauretanien. Das prägt. Die beiden Rallyefahrer sind braun gebrannt, die Bärte abrasiert. „Sand und Bart, das ist keine gute Kombination“, meint Kaminski mit einem Lachen. Doch nicht nur äußerlich hat die Tour Spuren bei den beiden hinterlassen. „Das, was wir quasi bei einer Autoüberführung erlebt haben, das erleben manche ein ganzes Leben nicht“, fasst Philipp Augustinowski zusammen. Von absoluten Glücksmomenten bis zu schockierenden Erlebnissen war alles dabei.

Bereits zum zehnten Mal wurde die Rallye vom Dresdner Verein Breitengrad organisiert. Sinn der Challenge: Meist alte, aber noch fahrtüchtige Autos, werden in die gambische Hauptstadt Banjul gefahren und dort für einen wohltätigen Zweck versteigert. Zusätzlich zu ihrem Ford hatten die beiden Wismarer Geld- und Sachspenden im Wert von mehr als 4000 Euro im Gepäck, die sie in Banjul persönlich übergeben konnten.

Ganz ohne Pannen sind die Schrauber allerdings nicht am Ziel angekommen. In Marokko musste das Auspuffrohr wieder angeschweißt werden, die beiden Ersatzreifen kamen ebenfalls zum Einsatz und 500 Kilometer vor Schluss versagte dann auch noch die Zündspule. „Das war natürlich enttäuschend für uns“, meint Jan Kaminski. Um kurz vor dem Ziel keinen Motorschaden zu riskieren, ließ sich das Team Dudes also nach Gambia schleppen. „Das war ein anstrengender Tag! Wir hatten 51 Grad im Auto. Das war Rekord“, erzählt er. Doch die beiden haben die Situation mit afrikanischer Gelassenheit ertragen.

Das Auto konnte am nächsten Tag in der Kfz-Ausbildungswerkstatt der DBO — die Hilfsoganisation in Banjul, die sich unter anderem auch für die Ausbildung von Jugendlichen einsetzt — wieder fit gemacht werden. „So konnten wir immerhin aus eigener Kraft zur Auktion fahren“, erzählt Philipp Augustinowski. Und diese verlief mehr als gut: 1777 Euro bezahlte der neue „Dude“ für den Ford.

Insgesamt wurden durch den Verkauf von 36 Fahrzeugen 83760 Euro für die Hilfsoganisation eingenommen. „Es war zudem eine super Erfahrung zu sehen, was mit dem Geld gemacht wird.“ Die Spende der Gymnasiasten aus Grevesmühlen kommt beispielsweise einer Schule in Banjul zu Gute, das Geld von Egger fließt in die neue Schreinerwerkstatt.

„Die Reise hat uns gezeigt, wie gut es uns in Deutschland geht“, meint Philipp Augustonowski. Eingebrannt hat sich ihm ein Bild von einer Mutter in Mauretanien, die abends am Straßenrand stand und ihnen, den Europäern, ihr Baby mitgeben wollte. „Wie schlecht muss es einer Mutter gehen, dass sie ihr Kind weggeben würde? Das fand ich krass!“ Doch die beiden haben auch sehr viel Herzlichkeit und Gastfreundschaft von den Afrikanern erfahren. „Und dazu der Teamgeist, der sich unter den Rallyefahrern entwickelt hat“, erzählt Jan Kaminski. „Das lässt sich mit Bildern und Worten gar nicht beschreiben.“ Deshalb können sich beide sehr gut vorstellen, in ein paar Jahren wieder an der Rallye teilzunehmen. Auch um zu sehen, ob ihr Ford noch durch Gambia rollt.

Die Dudes sagen Danke

Das Team wurde untersützt von: Autohaus Mai, Bayer Crop Science Biologics GmbH, Boundless Spirits, Die Zahnmediziner Dr. Uwe Stranz, Egger Holzwerkstoffe Wismar GmbH & Co KG, GAT Gymnasium am Tannenberg (insbesondere Elisa Kröger und Leonie Kramp), Hochbau Krentz, Möwen Apotheke, Ostseee Bau Nord GmbH, Sanierung & Bau Robert Winkelmann, Sport Duwe, Sport & Therapiezentrum Stefan Taube, SV Bad Kleinen Alte Herren, Vobis Com2Pero, Würth, Paddelteam „Eisern Vorfach“ sowie zahlreichen anonymen Spendern.

Von Vanessa Kopp

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