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Wismar Von außen ein Gutshaus, im Innern ein Kloster
Mecklenburg Wismar Von außen ein Gutshaus, im Innern ein Kloster
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00:01 22.01.2015
Ab dem Jahr 2000 wurde das Haus, das seit 1985 dem Verfall und der Plünderung preisgegeben war, saniert. Fotos (4): Vanessa Kopp
Saunstorf

Stille. Einige Gäste huschen auf Socken durch das Foyer des Gutshauses Saunstorf. Schweigen. Buddha blickt von der Wand und dem Kaminsims, es riecht nach Räucherstäbchen.

Ruhe. „Unsere Gäste suchen dies bewusst“, erklärt Martina Bartels. Sie gehört der Stiftung „Gutshaus Saunstorf — Ort der Stille“ an. Seit 2010 hat das moderne Kloster bei Bobitz seine Türen für Menschen, die auf der Suche nach persönlichen Antworten sind, geöffnet.

Die Vision für den spirituellen Ort gab es schon lange. „Ich hatte früher einen Job als Betriebswirtin, habe meine Kinder und Familie“, erzählt Martina Bartels. „Aber ich fühlte mich innerlich leer.“

Während eines dreiwöchigen Aufenthaltes auf der Nordseeinsel Amrum lernte die 50-Jährige Om Cedrik Parkin kennen. „Er hatte Antworten auf meine Fragen“, blickt die Hamburgerin zurück. Die Neugierde ist geblieben und die Vision war geboren. Einen Verbündeten fand Martina Bartels in Rüdiger Porep. „Ich habe als Kind schon immer sehr viel in der Bibel gelesen, um den Zweck des Menschseins zu finden“, erklärt der 74-Jährige. Die Erfahrungen mit ihrem Meister Parkin wollten die beiden an andere Suchende weitergeben.

In Hamburg wurde aus der Vision ein Verein. „Eine Großstadt, in der alles laut und schnell ist, gestaltete sich für so eine Sache schwierig“, sagt Martina Bartels. Also wurde ein ruhiger Ort gesucht — und in Saunstorf gefunden. „Das Gebäude war ein Trümmerhaufen, als wir 2000 mit der Arbeit hier begonnen haben“, erinnert sie sich. „Lediglich die Hülle steht noch“, ergänzt Porep. „Alles, aus dem irgendwie Geld gemacht werden konnte, wurde geplündert.“ Stück für Stück ließ der Verein das Gebäude wieder restaurieren. „Von den Vorbesitzern haben wir Bilder bekommen, sodass wir originalgetreu arbeiten konnten“, erzählt Martina Bartels. Finanziert wird das Projekt über Förderer und Spenden. Ein Vorteil von Saunstorf: die gute Verkehrsanbindung. „Der Hamburger Flughafen ist quasi unser Zubringer“, meint Porep mit einem Lachen.

Im Gebäude vereinen sich fernöstliche Elemente mit Historischem. Kronleuchter hängen von den Decken, warmes indirektes Licht sorgt für eine wohlige Atmosphäre. „Jedes der 22 Zimmer wird von uns genutzt“, erklärt Martina Bartels. Im Erdgeschoss gibt einen Guts- wie auch eine Buchladen, mit Werken aus dem hauseigenen Verlag. Im Souterrain sind die Küche, der Speisesaal und Praxisräume. „Zudem haben wir für unsere Gäste Dunkelräume“, erzählt sie. „Darin können sie sich für mehrere Tage zurückziehen und besondere Sinneserfahrungen machen.“ Im ehemaligen Festsaal ist der große Meditationsraum eingerichtet. Auf dem Dachboden befindet sich die Bibliothek mit entsprechender Fachliteratur.

Rund 60 Besucher können in dem Gutshaus wohnen. „Je nach Wunsch bieten wir Suiten wie auch Mehrbettzimmer an“, informiert Martina Bartels. Die meisten dieser Räume haben einen Blick auf den angegliederten Garten, der sich bis zum Löschteich erstreckt.

„Wir verstehen uns als Ort der Heilung“, sagt Porep, der einst als Arzt tätig war. „Die Seele, der Geist und der Körper sollen bei uns ihren Einklang finden.“ Dafür gibt es verschiedene Seminare, Sitzungen und Meditationsübungen. Schweigen. Die Besucher können sich auf sich konzentrieren. Ruhe. Sich wiederfinden. Stille.

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Vanessa Kopp

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