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Wismar Von der Baustelle zum Ferienparadies
Mecklenburg Wismar Von der Baustelle zum Ferienparadies
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00:00 11.04.2013
Seit Jahren stehen die leeren Ferienh�user in Hohen Wieschendorf halb fertig in N�he der Marina. Touristen sucht man hier bis heute vergeblich. Fotos (3): Knut-Henning Miersch Quelle: Knut-Henning Miersch
Hohen Wieschendorf

Reinhold Dierkes ist optimistisch. „Es geht voran“, sagt er. Damit meint der Investor die Arbeiten an der Marina in Hohen Wieschendorf. Der Weiterbau an den 21 Ferienhäusern werde in Kürze genehmigt. „Im Prinzip ist alles in trockenen Tüchern“, erklärt Reinhold Dierkes, der seit dem vergangenen Jahr gemeinsam mit Investor Oliver Soini die etwa zehn Jahre alte Bauruine aus dem Tiefschlaf holen will. „Wir beginnen jetzt damit, den Grünplan umzusetzen“, sagt Reinhold Dierkes.

Auch Jürgen Mevius, Bürgermeister der Gemeinde Hohenkirchen, zu der Hohen Wieschendorf als Ortsteil gehört, glaubt an einen schnellen Weiterbau. Er sagt: „Wir haben einen Vorhaben- und Erschließungsplan, der nach unserer Auffassung seit 2006 rechtskräftig ist.“ Jetzt habe die Marina einen neuen Eigentümer und Aufgabe der Gemeinde sei nur, darauf zu achten, dass der vorgegebene Plan zu 100 Prozent eingehalten werde.

Abgeschlossen wurde er jedoch mit der SHH Grundstücksverwaltungsgesellschaft Selmsdorf und deren Geschäftsführer Michael Veit Ivanschitz. Die Gesellschaft existiert allerdings mittlerweile nicht mehr. Die neuen Investoren waren daher kurz nach Übernahme der Marina zuversichtlich, dass sie innerhalb von 14 Tagen in den Vorhaben- und Erschließungplan eingetragen wären. „Beim Wasser- und Schifffahrtsamt Lübeck hat das für die maritimen Anlagen auch sofort geklappt, nach nur einem Tag war das geändert“, sagt Reinhold Dierkes.

Auf ein ähnlich schnelles Vorgehen hatten die Investoren bei der Änderung für die Gebäude und Außenanlagen gehofft. „Das hat aber leider nicht so reibungslos geklappt und, weil alles rechtlich abgesichert werden musste, zu einer Verzögerung von etwa einem halben Jahr geführt“, bedauert Reinhold Dierkes. Maria Schultz, Bauamtsleiterin im Amt Klützer Winkel, erklärt warum: „Bindender Bestandteil des Vorhaben- und Erschließungsplans ist der Durchführungsvertrag.“ Den müssten die Gemeinde und die Investoren miteinander abschließen. Das sei ihres Wissens noch nicht geschehen, stünde aber kurz bevor. Erst danach könnten die Bauarbeiten fortgesetzt werden.

Darauf warten nicht nur die Investoren, sondern mit Sicherheit auch diejenigen, die bereits eine Wohnung oder ein Haus in der, wie sie jetzt heißt, Neuen Marina Hohen Wieschendorf gekauft haben. Nach der Liste im Internet sind inzwischen sechs der 21 Häuser verkauft. Sie haben jeweils vier Wohnungen, die zwischen 72 und 169 Quadratmeter groß sind.

Die Investoren werben derweil für die Neue Marina Hohen Wieschendorf. Im Internet schwärmen sie: „Der Sonnenaufgang spiegelt sich im Meer, Sie öffnen die Tür zum feinen, weißen Sandstrand der Ostsee.“ Die Anlage sei ein „überzeugendes Projekt für Kapitalanleger und Eigennutzer“. Am Sonntag, 14. April, können sich Interessenten von 11 bis 15 Uhr die Anlage von außen und innen anschauen — vorausgesetzt, sie haben sich angemeldet.

Eine lange und wechselvolle Geschichte
Bestrebungen, den Anleger in Hohen Wieschendorf zu einer Marina samt Ferienwohnungen auszubauen, gab es seit Anfang der 1990er-Jahre.

2002 wurde das Tourismusprojekt, Kosten etwa 35 Millionen Euro, vom Landkreis genehmigt. Der Investor, die SHH Grundstücksverwaltungsgesellschaft Selmsdorf, erhielt im März 7,16 Millionen Euro Fördermittel. Geschäftsführer des Investors: Michael Veit Ivanschitz.

2004 stockten die Bauarbeiten, Grund war die Pleite der Baufirma Invest Hochbau AG aus Dassow. Gleichzeitig verstärkten sich die 2003 aufgekommenen Gerüchte, dass Michael Veit Ivanschitz Fördermittel missbräuchlich eingesetzt habe. Er bestätigte, dass die Staatsanwaltschaft gegen ihn ermittle.

2009 soll die Marina zwangsversteigert werden, doch die Gläubigerbank stimmt gegen den Zuschlag. Die Investruine bleibt.

2011 erhält die HoWiDo GmbH bei einer erneuten Versteigerung den Zuschlag. Geschäftsführer ist Oliver Soini, der mit Reinhold Dierkes und dessen GST-Service GmbH jetzt an der Marina baut.

2012 wurde die Marina im Mai eröffnet. Michael Veit Ivanschitz gestand und wurde im Juni wegen Subventionsbetruges vom Landgericht Schwerin zu zwei Jahren auf Bewährung verurteilt.

Sylvia Kartheuser

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