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Wanderung mit Hindernissen: Ärger um Millionenprojekt

Hoikendorf Wanderung mit Hindernissen: Ärger um Millionenprojekt

1992 für viel Geld angelegt, ist der Rad- und Wanderweg im Everstorfer Forst kaum mehr nutzbar / Umgestürzte Bäume queren ihn / Mit den Jahren wurde er immer schmaler

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Umgestürzte Bäume queren den Wanderweg (r.), sodass Spaziergänger auf den Wirtschaftsweg (l.) ausweichen müssen.

Quelle: Fotos: Jana Franke

Hoikendorf. „. . . über Stock und über Steine, aber brich‘ dir nicht die Beine . . .“ — treffender könnte diese Textzeile aus einem Kinderlied den Rad- und Wanderweg zwischen Hoikendorf und Groß Walmstorf nicht charakterisieren. Umgestürzte Bäume und tiefe Fahrrillen von Forstfahrzeugen verderben an manchen Stellen den Spaziergang durch den Everstorfer Forst. Mit dem Fahrrad ist der Waldabschnitt kaum noch befahrbar. Schwierig wird es auch mit Boller- und Kinderwagen. Fußgänger müssen zwischen Wander- und Wirtschaftsweg, die parallel nebeneinanderliegen, hin- und herspringen. Ein Zustand, der dem Hoikendorfer Walter Hering schon seit Jahren sauer aufstößt. „Der Weg im Wald ist in einem miserablen Zustand. Teilweise wurden Findlinge, die als Begrenzung zwischen Wirtschafts- und Wanderweg dienten, beiseite geräumt. Dadurch ist der Wanderweg immer schmaler geworden und durch umgestürzte Bäume kaum noch passierbar“, erläutert der 77-Jährige.

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1992 für viel Geld angelegt, ist der Rad- und Wanderweg im Everstorfer Forst kaum mehr nutzbar / Umgestürzte Bäume queren ihn / Mit den Jahren wurde er immer schmaler

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Die Gemeinde Hohen- kirchen sieht grundsätzlich keinen Handlungsbedarf und keine Handlungsmöglichkeit.“Gerald Krause, Amt Klützer Winkel

Der Weg ist im Wald in einem miserablen Zustand und für Wanderer teilweise kaum nutzbar.“Walter Hering (77) aus Hoikendorf

Das Fleckchen Erde, das er beschreibt, ist im Zuständigkeitsbereich der Gemeinde Hohenkirchen, die zum Amt Klützer Winkel gehört, gelegen (siehe rote Markierung in der Grafik). Die Gemeinde sieht keinen Handlungsbedarf und keine Handlungsmöglichkeit, erklärt Gerald Krause, Sachbearbeiter im Amt Klützer Winkel, auf Nachfrage. Anliegende Grundstücke würden sich in privatem Eigentum befinden.

Soll heißen: Die umgestürzten Bäume müssten die jeweiligen Eigentümer entfernen.

Dass Teile des Everstorfer Forsts größtenteils Privateigentümern gehören, bestätigt Forstamtsleiter Peter Rabe. „Ich werde Kontakt mit den Eigentümern aufnehmen, ob sie bereit sind, etwas zu tun“, ergänzt er. Seinen Aussagen zufolge ist der Rad- und Wanderweg „zur Wendezeit mit viel Enthusiasmus angelegt“ worden. „Die Natur holt ihn sich nach und nach zurück“, sagt er. Dass Fichten auf dem Wanderweg gepflanzt worden sind und der dadurch nicht mehr passierbar ist, hänge schlichtweg damit zusammen, so glaubt Rabe, dass der Weg auf privatem Grundstück gebaut wurde. Bestätigen wollte er nicht, dass Findlinge versetzt worden sind und der Wirtschaftsweg dadurch breiter und der Wanderweg schmaler wurde. Es könne zwar sein, dass Waldarbeiter die Steine zur Seite legen, um mit den Fahrzeugen besser durchzukommen, „aber sie werden immer an Ort und Stelle zurückgelegt“, kommentiert er. Davon ist Walter Hering nicht überzeugt. Und in der Tat ist der Wanderweg an manchen Stellen als solcher gar nicht mehr zu erkennen und gar nicht nutzbar, weil zwischen Findling und Bäumen gar kein Platz zum Wandern ist. „Die sind eindeutig versetzt.“

Zu seinem Unmut nutzen auch Reiter den Weg, obwohl ein Schild in Hoikendorf das verbietet. „Die Pferde hinterlassen tiefe Spuren. Familien, die im Gutshaus Urlaub machen, oder andere Spaziergänger, die den Wanderweg nutzen, haben das Nachsehen.“ Dass die Gemeinde Hohenkirchen oder das Amt Klützer Winkel den Wanderweg nicht instand setzt, könne er nicht nachvollziehen, wie er sagt.

Der Rad- und Wanderweg ist 18 Kilometer lang und führt rund um den Ploggensee von Grevesmühlen aus nach Hamberge, Everstorf, Hoikendorf, Jamel, zur Südgruppe der Großsteingräber nach Naschendorf und zurück zum Ploggensee. Angelegt wurde er 1992 für rund 1,9 Millionen D-Mark. Finanziert wurde er aus Mitteln von Bund und Ländern, die betreffenden Städte und Gemeinden beteiligten sich mit jeweils zehn Prozent an der Gesamtsumme.

Von Jana Franke

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