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Wange des Renaissance-Altars restauriert

Dorf Mecklenburg Wange des Renaissance-Altars restauriert

Dorf Mecklenburg: Teil aus Eichenholz zeigt eherne Schlange, Pelikan und Früchte.

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Pastorin Antje Exner am Renaissance-Altar. Die Wange (r.) ist jetzt restauriert. Außerdem wurde die Kanzel gereinigt.

Quelle: Norbert Wiaterek

Dorf Mecklenburg. In der Kirche in Dorf Mecklenburg sind besonders viele sakrale Kunstwerke aus einer Epoche erhalten. Neben dem Altar aus dem Jahr 1622 und der Kanzel von 1618 gehören auch das Triumphkreuz, die Tauffünte und die Altarschranke dazu. Die Diplom-Restauratorin Katharina Geipel aus Berlin konnte im vergangenen Jahr den wertvollen Eichenholz-Altar konservieren, also den lose aufliegenden Staub entfernen und die Farbfassung sichern. In diesem Jahr folgten die Reinigung der Kanzel inklusive Farbsicherung durch Annette Seiffert, Diplom-Restauratorin aus Wismar, und Arbeiten an der rechten Altarwange. An diesem auch Ohr genannten Teil werkelte Katharina Geipel bis gestern.

Die Restauratorinnen konnten tätig werden, da es Geld von zwei Treuhandstiftungen unter dem Dach der Deutschen Stiftung Denkmalschutz gab: von „Kirche im Dorf“ von Irmtraut und Gotthilf Hempel und der Ella Freifrau von Lüttwitz-Stiftung. Die Kirchengemeinde beteiligte sich auch. Die Erneuerung der Altarwange kostete etwa 10 000 Euro. Für die Kanzel wurden rund 15 000 Euro ausgegeben.

Nach Absprache mit dem Landesdenkmalamt in Schwerin wurde 2012 auch eine Probeachse angelegt, um festzulegen, in welche Richtung die Altarrestaurierung gehen soll. Da es aber nur noch auf der Predella, also dem Altarsockel, Befunde der Renaissance-Farbigkeit gibt, im übrigen Bereich aber nicht mehr, einigte man sich darauf, die Farben der Barockzeit zu konservieren. „Der letzte Farbanstrich von Anfang des 19. Jahrhunderts ist sehr grob, dickschichtig, verunklärend. Dadurch hat die Plastizität gelitten“, erklärt Katharina Geipel. „Durch die Abnahme dieser letzten Überfassung wird die barocke Farbigkeit wieder sichtbar.“

Für die Restaurierung der Altarwange im Hauptgeschoss benötigte Geipel sechs Wochen. Das Holzteil zeigt neben Früchten und Ornamenten die Geschichte von Mose und der Aufrichtung der Ehernen Schlange aus dem Alten Testament. Außerdem einen Pelikan, der seine Jungen durch sein eigenes Blut wieder zum Leben erweckt, ein weit verbreitetes Motiv in der christlichen Bildsprache, das zum Symbol für Jesus Christus und seinen Tod geworden ist. Auf dem Mittelschrein des „protestantischen Altares“ ist die Passionsgeschichte zu sehen, auf der Predella die Abendmahlszene, oben die Kreuzigung sowie darüber die Weihnachtsgeschichte. „Ein sehr lebendiger Altar, voller Details“, sagt Antje Exner. Die Pastorin verweist zum Beispiel auf die Figuren Adam und Eva und die vielen Engel, sie zeigt auf eine Uhr und einen Hund.

Antje Exner und die Restauratorinnen hoffen, dass bald wieder Geld fließt und weiter an dem wertvollen Altar gearbeitet werden kann. „Wir müssen ihn von oben nach unten restaurieren“, so Katharina Geipel. Die 56-Jährige freut sich, dass dank der Ella Freifrau von Lüttwitz-Stiftung auch schon eine kleine Engel-Figur neben der Weihnachtsszene in neuem Glanz erstrahlt.

Wir müssen ihn von oben nach unten restaurieren.“Katharina Geipel,

Restauratorin

Spendenkonto: DSD-Stiftung „Kirche im Dorf“, Konto 263673610, Bankleitzahl 370 800 40, Commerzbank.

 

Norbert Wiaterek

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